US Open: Kommentar zum Titel-Coup von Carlos Alcaraz in New York- die Zeit der Angst ist vorbei

Carlos Alcaraz ist als jüngste Nummer eins der Historie und frischgebackener US-Open-Champion in eine neue Dimension vorgestoßen. Der Teenager zaubert aber nicht nur sich, seinem Team und der Tennisnation Spanien ein breites Lächeln ins Gesicht. Sein Erfolg steht für mehr und ist der Beweis, dass es an der Zeit ist, einer diffusen Angst die Tür zu weisen, die den Tennissport sei Jahren heimsucht.

Finale: Alcaraz krönt sich mit 19 zum Champ - Highlights

Quelle: Eurosport

Ein Kommentar von Tobias Laure
Wenn die Größten gehen, greift die Angst um sich. Wer soll in die enormen Fußstapfen treten, wer elektrisiert Fans, zieht Massen an? Im Tennis steigert man sich seit Jahren in diese Furcht hinein, gehen dem Sport in Bälde doch drei Michael Jordans, Muhammad Alis, Usain Bolts verloren.
Grand-Slam-Turniere ohne Rafael Nadal, Novak Djokovic und Roger Federer? Ein Horrorfilm für Veranstalter, Sponsoren, Medien.
Dabei ist die Angst unbegründet.
Zugegeben, ich war auch einer der Zweifler. Wer soll bitte diese epochalen Matches - wie das Wimbledon-Finale 2019 zwischen Federer und Djokovic oder das fast sechsstündige Endspiel zwischen Nadal und Djokovic bei den Australian Open 2012 - fortan spielen? Kommt ja keiner ran an die Klasse, die Eleganz und die Ausstrahlung der drei Herren.
Irrtum! Was Carlos Alcaraz bei den US Open abgeliefert hat, war astreines Big-3-Tennis. Und: Der sympathische Spanier hat eine Geschichte zu erzählen: die des kleinen Jungen, der einst für Nadal schwärmte, an seinen Traum glaubte und noch zu aktiven Zeiten seines Helden zur jüngsten Nummer eins der Geschichte wurde.
Ein Märchen.
Packend werden die nächsten Kapitel aber nur, wenn sich neue Rivalitäten über Jahre bilden, ebenbürtige Gegner die Bühne betreten.
Die gute Nachricht: Sie wetzen bereits die sprichwörtlichen Messer. Da wäre Jannik Sinner, der Alcaraz im Viertelfinale fast rausgeschmissen hätte. Oder Casper Ruud, der jetzt eine Rechnung offen hat. Da ist Alexander Zverev, der die kommenden Jahre als seine Ära betrachtet. Selbst die Rolle des Bad Boys ist charismatisch besetzt und geht an Nick Kyrgios, der urplötzlich merkt, was er alles erreichen kann.
Zukunftsängste? Bitte nicht im Tennis ...
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Quelle: Eurosport

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