US Open 2022: Serena Williams verzaubert Tenniswelt in New York - das sind die Gründe für das Wunder
Serena Williams ist mit zwei dicken Ausrufezeichen in die US Open gestartet und hat schon jetzt mehr erreicht, als ihr zugetraut worden war. Vor allem der Erfolg gegen die Nummer zwei der Setzliste, Anett Kontaveit aus Estland, hat Wellen geschlagen. Abzusehen war die sportliche Wiederauferstehung des Superstars nicht. Wohl aber gibt es Gründe, weshalb Williams in New York wieder voll da ist.
Williams-Wahnsinn - die besten Szenen zum Serena-Coup
Quelle: Eurosport
Kaum Matches in diesem Jahr, außer Form, schwache Ergebnisse und Platz 605 in der Weltrangliste - fast nichts hat vor den US Open dafür gesprochen, dass Serena Williams in Flushing Meadows noch einmal durchstartet.
Doch genau das passiert im Moment.
Konnte man die Aufgabe in Runde eins gegen die reine Sandplatzspezialistin Danka Kovinic noch als Glücksfall für Williams abtun, so war der Erfolg gegen die Weltranglistenzweite Anett Kontaveit ein echter Coup. Die Message: Die 23-malige Grand-Slam-Turniersiegerin ist wieder konkurrenzfähig auf höchstem Level.
"Unglaublich", entfuhr es Bundestrainerin Barbara Rittner bei Eurosport, nachdem Williams ihren ersten Matchball gegen Kontaveit mit einem krachenden Return ins Feld gezimmert hatte.
Die Frage ist: Wie gelingt es dem Superstar aus den USA, beim letzten Grand-Slam-Wettbewerb der Karriere derart aufzutrumpfen?
Eurosport.de liefert Antworten:
1.) Die neue Lässigkeit
Seit dem Gewinn der Australian Open 2017 jagt Williams dem 24. Grand-Slam-Titel und der damit einhergehenden Einstellung des Rekords von Margaret Court nach. Oft wirkte die US-Amerikaner dabei verbissen, zumal sie seitdem viermal im Endspiel eines Major-Wettbewerbs stand - und alle Partien verlor.
Und heute? Ist der Druck komplett weg. "Ich betrachte das nur als einen Bonus. Ich habe nichts zu beweisen, nichts zu gewinnen und absolut nichts zu verlieren", erklärte Williams nach dem Sieg gegen Kontaveit.
Das Erreichen der 3. Runde ist schon viel mehr, als zu erwarten war. Selbst die Turnierveranstalter rechneten offenbar damit, dass die 40-Jährige nur ein Match bestreiten würde bei den US Open. Anders lässt sich die aufwendige Inszenierung samt Laudatio von Billie Jean King nach dem Erstrundenmatch kaum interpretieren.
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Williams scherzt nach zweitem Sieg: "Ich habe keine Eile"
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Williams aber hatte andere Pläne - und genießt den Augenblick. Extrem entspannt und unterhaltsam war auch das Interview auf dem Court nach ihrem zweiten Sieg. Ob sie denn von sich selbst und ihrem hohen Level überrascht sei, wollte Mary Joe Fernández von der sechsmaligen US-Open-Gewinnerin wissen. "Nein, ich bin einfach Serena", versicherte der Tennisstar unter dem Jubel der Fans.
2.) Beeindruckende Steigerungen
Mit nur vier Matches in dieser Saison, darunter drei Niederlagen, war Williams zu den US Open gereist. Die Generalprobe beim WTA-Turnier von Cincinnati verlor sie in 65 Minuten gegen Emma Raducanu. Die sportlichen Vorzeichen standen nicht gut vor dem wohl letzten Grand-Slam-Event der Laufbahn.
Dann die Veränderung: Schon in Runde eins gegen Danka Kovinic bewegte sich der Superstar wesentlich besser, gegen Kontaveit folgte die nächste Steigerung. Williams lief mehr als ihre Gegnerin, servierte stärker, schlug mehr Winner (38:32) und Asse (11:5). Sinnbildlich der Matchball: Die eigentlich als Favoritin angetretene Estin schlug auf, Williams konterte mit einem krachenden Return. Runde drei war gebucht.
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Der entscheidende Moment - Williams verwandelt Matchball
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Dort wartet Ajla Tomljanovic. Die beiden Profis standen sich noch nie gegenüber. Kontaveit hatte nach ihrem Duell mit Williams zugegeben: "So etwas habe ich noch nie erlebt." Das dürfte am Samstag auch für Tomljanovic gelten.
3.) Unterstützung von allen Seiten
Wer so viel Unterstützung, Aufmerksamkeit und Zuspruch von allen Seiten bekommt wie Williams bei ihren letzten US Open, muss vor allem eines hinbekommen: den richtigen Umgang mit der Rolle als Gesicht des Turniers. Derzeit ist die 40-Jährige wahrscheinlich sogar der Sportprofi, der weltweit am meisten im Fokus steht.
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Auch Tiger jubelt: Williams von Golf-Star Woods angefeuert
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Und: Williams macht das bislang großartig, es gelingt ihr, das helle Scheinwerferlicht sportlich zu nutzen. Von Bill Clinton über Spike Lee, Anna Wintour bis hin zu Tiger Woods reicht die Reihe der Prominenten, die die 40-Jährige im Billie Jean King National Tennis Center anfeuern. Dazu weiß Williams das Publikum hinter sich. Natürlich sind die Night Sessions mit ihr ausverkauft, natürlich finden die Partien im Arthur Ashe Stadium statt - und natürlich gehen die mehr als 23.000 Zuschauer aus dem Sattel, wenn die Tennis-Ikone punktet.
Williams, die nicht immer Publikumsliebling war auf den großen Courts dieser Welt, saugt diesen Vorteil auf - und wenn eine Gegnerin bei dieser Atmosphäre gegen eine 23-malige Grand-Slam-Championesse bestehen muss, dann ist das weiterhin eine der schwersten Aufgaben überhaupt.
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