US Open 2023: Daniil Medvedev legt sich bei Sieg mit den Fans an und schubst Kamera beiseite
Daniil Medvedev hat die dritte Runde der US Open 2023 erreicht, dabei aber einmal mehr für Aufregung gesorgt. Der Russe schlug den Australier Chris O’Connell in vier Sätzen 6:2, 6:2, 6:7 (8:6), 6:2, legte sich dabei aber mit dem Publikum an und schubste sogar frustriert eine Kamera beiseite. Im anschließenden Siegerinterview zeigte sich der 27-Jährige aber versöhnlich.
Daniil Medvedev
Fotocredit: Getty Images
Lange sah es so aus, als würde Medvedev ähnlich problemlos wie in Runde eins, als er Attila Balázs gerade einmal zwei Spiele ließ (6:1, 6:1, 6:0), über seinen Gegner hinwegcruisen.
O'Connell wirkte in den ersten beiden Sätzen chancenlos. Und auch im dritten Durchgang führte Medvedev mit Break bereits 4:2.
Im achten Spiel gelang dem 29-jährigen Australier jedoch das Rebreak, im elften Spiel ließ Medvedev zudem zwei weitere Breakbälle liegen.
Die Frustration des Russen stieg, währenddessen schlug sich das Publikum mehr und mehr auf die Seite des Underdogs von Down Under.
Wütender Medvedev verliert die Fassung
Als Medvedev bei 6:4 im Tiebreak auch noch einen Matchball durch einen Doppelfehler vergab und kurze Zeit später dem Australier durch einen weiteren Doppelfehler den Satzgewinn ermöglichte, war es endgültig um die Contenance des US-Open-Siegers von 2021 geschehen.
In der Pause vor dem vierten Satz stieß er eine Kamera und dadurch auch die das Gerät haltende Person, die ihm offensichtlich zu nahe gekommen war, grob weg.
Diesen Gemütszustand behielt er bei, rief vor dem dritten Spiel des vierten Durchgangs in Richtung der Ränge: "Könnt ihr die Klappe halten?" Die Adressatinnen waren offenbar zwei weibliche Fans, die noch nicht ihre Plätze eingenommen, als er servieren wollte. Medvedev legte nach: "Seid ihr dumm, oder was? Habt ihr einen niedrigen IQ?"
Eine der Frauen reagierte und warf Medvedev einen Kussmund zu. Stuhlschiedsrichter James Keothavong musste für Ruhe sorgen, ehe es weitergehen konnte.
Eine Szene, die etwas an Medvedevs legendäre Auftritte bei den US Open 2019 erinnerte, als er sich regelmäßig mit seiner sarkastischen Art mit dem Publikum anlegte. Damals erreichte Medvedev das Finale.
Medvedev behält die Nerven - und zeigt sich versöhnlich
Auch diesmal behielt der 27-Jährige die Nerven, breakte O'Connell weitere zwei Mal und verwandelte nach 3:04 Stunden seinen zweiten Matchball. Am Netz gab er O'Connell fair die Hand.
"Es war ein schwieriges Match. Ich weiß nicht warum, aber irgendwann hat er entschieden, besser zu spielen", scherzte Medvedev im anschließenden Siegerinterview.
Dass er sich im dritten und vierten Satz so ärgerte, habe ihm sogar geholfen: "Wenn du frustriert bist, weißt du nie, was passiert. Du kannst deinen Fokus verlieren, wodurch das Match viel schwieriger wird. Aber heute hat es mir vielleicht sogar ein bisschen geholfen."
Auch in Richtung der Fans zeigte sich der Weltranglistendritte versöhnlich: "Es war ein tolles Match, mit vielen Leuten hier. Ich hoffe, ihr müsst morgen nicht früh raus", sagte Medvedev mit einem Lächeln.
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