Grand-Slam-Bilanz: Jannik Sinner und Carlos Alcaraz schreiben Geschichte - NextNextGen dominiert in neuer Dimension
Update 09/09/2024 um 17:25 GMT+2 Uhr
Mit dem Sieg von Jannik Sinner bei den US Open hat nun endgültig das neue Top-Duo aus dem Italiener und Carlos Alcaraz die Macht im Welttennis übernommen. Mit erst 22 bzw. 21 Jahren haben sie bei den Grand Slams 2024 eine eigene Ära eingeläutet und Geschichte geschrieben. Seit Jahrzehnten hat der Sport dies so nicht mehr erlebt - und es könnte lediglich der Anfang gewesen sein.
Jannik Sinner und Carlos Alcaraz bei den French Open in Paris 2024
Fotocredit: Imago
Sinner und Alcaraz haben sich die Titel bei den Grand Slams in diesem Jahr aufgeteilt und damit ein neues Zeitalter eingeläutet: Erstmals seit 2002 und dem Start der Dominanz von Novak Djokovic, Rafael Nadal und Roger Federer trug sich keiner aus diesem Trio in die Siegerlisten der vier Majors ein.
Dafür hat das neue Dominatoren-Duo das Ruder übernommen und in Melbourne und New York (Sinner) bzw. Paris und Wimbledon (Alcaraz) triumphiert.
Damit haben die beiden herausragenden Vertreter der NextNextGen endgültig die in den 1990ern geborene Spielergeneration eindrucksvoll überflügelt.
Diese Gruppe hat weiterhin nur zwei Grand-Slam-Siege durch Dominic Thiem (Österreich) und Daniil Medvedev (Russland) vorzuweisen, Alacaraz und Sinner hingegen nun schon insgesamt sechs.
Alcaraz und Sinner brechen Rekord von 1993
Sucht man in den Siegerlisten der Grand Slams nach einem weiteren Jahrgang, in dem alle vier Titel an U23-Spieler gingen, muss man bis 1993 zurückgehen: Seinerzeit war es ein Trio von 22-Jährigen, das mit Jim Courier (Australian Open), Sergi Bruguera (French Open) und Pete Sampras (Wimbledon und US Open) die größten Trophäen eroberte.
"Es ist sicherlich ein großer Wandel für den Tennissport, aber es ist gut, wenn es neue Champions und neue Rivalitäten gibt", befand Sinner.
Ist die Dominanz des südeuropäischen Duos nun auch für 2025 und darüber hinaus festgeschrieben? Möglich, aber nicht sicher: Denn Novak Djokovic darf man keinesfalls abschreiben, auch wenn er in dieser Saison längst nicht mehr die Siegmaschine früherer Jahre gewesen ist.
Neben dem Serben ist die Konkurrenz aber nicht besonders furchteinflößend: Medvedev und Alexander Zverev haben in beiden Youngstern schon mehrfach ihre Meister gefunden, Andrey Rublev ist von einem echten Herausforderer noch weiter entfernt und die US-Amerikaner um Taylor Fritz und Frances Tiafoe sind noch nicht auf dem absoluten Top-Niveau angekommen.
Sinner macht's wie Connors und Vilas
Historisch war Sinners Grand-Slam-Doppelpack aber auch in anderer Hinsicht. Blickt man in die Siegerlisten der Grand Slams in der Open Era haben überhaupt erst zwei andere Spieler so wie der Südtiroler nach ihrem allerersten Sieg bei einem Major noch im gleichen Jahr auf jenem Niveau nachlegen können:
Jimmy Connors aus den USA sicherte sich 1974 die Australian Open, Wimbledon und die US Open, der Argentinier Guillermo Vilas gewann 1977 French Open und US Open.
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