Jannik Sinner noch nicht endgültig von Dopingvorwürfen freigesprochen - WADA kann doch noch Einspruch einlegen

Es war durchaus beeindruckend, wie souverän Jannik Sinner die Störgeräusche um ihn in den vergangenen Wochen ausblendete und die US Open letztlich sehr überlegen gewann. Das letzte Wort rund um sein mögliches Dopingvergehen aus dem März ist aber trotz des Freispruchs der ITIA noch nicht gesprochen. Denn die WADA hat noch bis Ende September Zeit, Einspruch gegen die Entscheidung einzulegen.

"Kann nichts dagegen tun": Sinner über Reaktionen auf Kontroverse

Quelle: Perform

Am Dienstag hatte die Meldung die Runde gemacht, dass die Einspruchsfrist abgelaufen sei und Sinner damit endgültig entlastet wäre. Das stimmte allerdings nur zum Teil: Die Frist für nationale Anti-Doping-Agenturen - in Sinners Fall die Nado Italia - beträgt 21 Tage. Die WADA hat allerdings 21 weitere Tage Zeit, Einspruch vor dem internationalen Sportgerichtshof CAS einzulegen.
Es liegt nun an der WADA zu entscheiden, ob das Urteil der International Tennis Integrity Agency vom 20. August Bestand haben soll. "Wir haben die Akte letzte Woche erhalten", sagte ein Sprecher des Welt-Anti-Doping-Verbands der Nachrichtenagentur "AFP" - und von diesem Moment an läuft die Frist.
Sinner war im März zweimal positiv auf das verbotene anabole Steroid Clostebol getestet, aber freigesprochen worden. Die ITIA folgte der Erklärung des Italieners, die sehr geringe Menge des verbotenen Mittels sei durch seinen Physiotherapeuten in seinen Organismus gekommen. Der mittlerweile entlassene Physio des US-Open-Siegers habe eine Verletzung an der Hand mit einem Wundspray behandelt, das Clostebol enthält. Das entsprechende Wundspray ist in Italien rezeptfrei zu kaufen.
Trotz der souveränen Leistung habe ihn das Thema umgetrieben, wie Sinner der "Gazzetta dello Sport" sagte: "Ich hatte schlaflose Nächte, war nervös. Ich war nicht mehr der Gleiche auf dem Feld, erst bei den US-Open bin ich wieder ich gewesen". Bis Ende des Monats könnte es dann endlich juristische Klarheit zur Causa geben - zumindest, wenn die WADA von einem Prozess vor dem CAS absieht.
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