Im fast fünfstündigen Finale an der Londoner Church Road wurde Djokovic von den Fans wieder einmal nicht übermäßig positiv aufgenommen.

Teilweise wurden Fehler des Serben von einigen Zuschauern am Centre Court sogar bejubelt. Als er sich über eine Hawk-Eye-Entscheidung beschwerte, pfiffen ihn viele aus. Federer erhielt dagegen frenetische Roger-Sprechchöre. Becker meinte dazu in der "BBC":

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Federer ist der Größte aller Zeiten und er hat diese Liebe der Fans verdient, aber andererseits muss man einen vierfachen Champion etwas mehr respektieren. Ich hoffe, dass es nächstes Jahr ausgeglichener ist, sollten sie noch einmal gegeneinander spielen.

Djokovic für viele der "Spielverderber"

Der Deutsche, der für Djokovic zwischen 2013 und 2016 als Trainer arbeitete, glaubt auch erkannt zu haben, weshalb viele neutrale Tennis-Fans auf der Seite von Federer oder Rafael Nadal stehen: "Er hat die Party von Roger und Rafa gesprengt und wurde so für viele zum Spielverderber."

Federer und Nadal hatten ihren ersten Grand-Slam-Titel schon 2003 in Wimbledon bzw. 2005 bei den French Open geholt. Damit gab es für einige Jahre meist einen Tennis-Zweikampf um die großen Titel. Djokovic gewann erst 2008 Australian Open seinen ersten Major-Titel und mischt seither gehörig mit.

Der Serbe meinte angesprochen auf die ungleich verteilten Sympathien im Finale:

Es ist schwierig das auszublenden. Man hat diese elektrisierende Atmosphäre, diesen Lärm, vor allem in entscheidenden Momenten, in denen es ausgeglichen ist.

Sein Ex-Trainer erklärte auch, dass diese Pro-Federer-Stimmung Djokovic sicher motiviert habe: "Es hat ihn dazu gebracht, im fünften Satz noch mehr zu kämpfen. Es hat ihn geärgert und er hat einige Blicke ins Publikum geworfen. So tickt er einfach."

Becker: Kein baldiges Ende der "Big Three"

Becker lobte seinen ehemaligen Schützling aber für dessen Reaktion: "Ich finde, er hat sich toll verhalten und war mental super vorbereitet." Und dann gibt es ja noch die ewige Frage, ob Djokovic es schafft, Nadal (18) und Federer (20) bei der Anzahl der Grand-Slam-Siege zu übertrumpfen.

Becker sagte dazu: "Ich denke, er kann sie überholen, aber das kann man nicht mit Sicherheit sagen. Das Rennen ist in vollem Gange." Djokovic wolle der Größte seiner Zeit werden. Allerdings glaubt Becker auch, dass sowohl Nadal als auch Federer ihrer Sammlung weitere Grand-Slam-Titel hinzufügen werden: "Das Ende der Fahnenstange ist bei den Dreien noch nicht erreicht."

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