Wimbledon: Alle Fragen und Antworten vor dem Beginn des 134. Rasenklassikers in London

Im Vorjahr musste der Rasenklassiker in Wimbledon wegen der Corona-Pandemie erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg ausfallen, nun kehrt das älteste und zugleich bedeutendste Tennisturnier der Welt zurück. Von den Briten wird das Turnier in aller Bescheidenheit "The Championships" genannt, die einzig wahren Meisterschaften quasi. Hier gibt es alle Fragen und Antworten zum diesjährigen Turnier.

Roger Federer stand beim letzten Wimbledon-Turnier 2019 im Finale

Fotocredit: Getty Images

Was steht an?
Zum 134. Mal richtet der All England Lawn Tennis Club vom 28. Juni bis zum 11. Juli im Londoner Stadtteil Wimbledon das prestigeträchtige Rasen-Event aus.
Wer kann Novak Djokovic stoppen?
Es ist niemand in Sicht, der Weltranglistenerste geht als haushoher Favorit ins Rennen. Djokovic hat in diesem Jahr bereits die Australian Open und in Roland Garros gewonnen, auf dem Weg zum angestrebten Golden Slam wäre alles andere als die erfolgreiche Titelverteidigung in Wimbledon eine Überraschung. Dazu treibt ihn die Jagd nach dem Grand-Slam-Rekord an: Mit einem weiteren Titel würde der Serbe die 20 Siege von Rafael Nadal, der wie US-Open-Sieger Dominic Thiem nicht in London am Start ist, und Roger Federer egalisieren.

Kann Federer Djokovic gefährlich werden?

Es ist zu bezweifeln. Vor zwei Jahren gab er im epischen Finale gegen Djokovic den Sieg trotz zweier Matchbälle aus der Hand. Mittlerweile ist der Schweizer fast 40, und nach einer über einjährigen Verletzungspause mit zwei Knieoperationen noch weit von der Topform entfernt. Zwar fühlte sich der achtmalige Wimbledon-Champion bei der Rückkehr auf seinen geliebten Rasen sofort wieder wohl - dennoch scheiterte er bei der Generalprobe in Halle/Westfalen schon im Achtelfinale.
Was ist mit Alexander Zverev?
Die Form stimmt, der Halbfinal-Einzug bei den French Open gab Selbstvertrauen. Doch wie die gesamte junge Garde mit Daniil Medwedew (Russland) oder Stefanos Tsitsipas (Griechenland) hat auch der Hamburger auf Rasen kaum Erfolge vorzuweisen. Er selbst sagt, Wimbledon sei für ihn der am schwierigsten zu gewinnende Grand Slam. Bislang kam er auf dem "heiligen Rasen" nur einmal ins Achtelfinale. Zverev startet am Dienstag gegen den niederländischen Qualifikanten Tallon Griekspoor, auf Djokovic könnte er erst im Finale treffen.
Wer sind die Favoritinnen?
So klar die Lage bei den Männern ist, so offen ist das Feld bei den Frauen. Als Weltranglistenerste ist die Australierin Ashleigh Barty natürlich Titelanwärterin, dazu kommen US-Superstar Serena Williams auf der Jagd nach dem 24. Grand-Slam-Titel, die zweimalige Turniersiegerin Petra Kvitova (Tschechien) oder Aryna Sabalenka (Belarus). US- und Australian-Open-Siegerin Naomi Osaka nimmt sich nach dem geräuschvollen Abgang von den French Open eine Pause und will erst bei Olympia wieder angreifen. Die rumänische Titelverteidigerin Simona Halep sagte wegen einer Wadenverletzung ab.

Wie stehen die Chancen von Angelique Kerber?

Viel besser als noch vor wenigen Wochen erwartet. Die dreimalige Grand-Slam-Siegerin hat enttäuschende Monate hinter sich, bei den vergangenen drei Major-Turnieren scheiterte sie stets schon in der ersten Runde. Doch bei ihrem Heimturnier in Bad Homburg zeigte Kerber, dass noch mit ihr zu rechnen ist, und feierte den ersten Turniersieg seit ihrem Wimbledon-Triumph 2018. In London ist die Serbin Nina Stojanovic eine machbare Auftaktgegnerin, doch schon in der dritten Runde könnte es gegen Williams zur Neuauflage des Endspiels vor drei Jahren kommen.
Welche deutschen Profis sind noch am Start?
Bei den Frauen sind neben Kerber nur drei weitere Deutsche dabei: Andrea Petkovic, Laura Siegemund und Mona Barthel. Etwas stärker ist das Männer-Feld aufgestellt, hier sind außer Zverev auch Jan-Lennard-Struff, Dominik Koepfer und Philipp Kohlschreiber vertreten. Yannick Hanfmann und die Qualifikanten Daniel Masur und Oskar Otte sind zudem erstmals im Wimbledon-Hauptfeld dabei. Einen besonders dicken Brocken zum Auftakt hat Struff mit dem Weltranglistenzweiten Daniil Medwedew erwischt.
Was ist besonders?
Auch in diesem Jahr hat die Corona-Pandemie ihre Auswirkungen auf das Turnier. Nur 21.000 Besucher dürfen pro Tag auf die Anlage im Südwesten Londons, das entspricht 50 Prozent der normalen Auslastung. Die Finals der Frauen (10. Juli) und Männer (11. Juli) sollen jedoch vor 15.000 Fans im ausverkauften Centre Court stattfinden. Dazu wird zum letzten Mal der "Middle Sunday", der spielfreie Sonntag am Ende der ersten Turnierwoche, zelebriert. Im kommenden Jahr wird die 144-jährige Tradition als Alleinstellungsmerkmal aufgegeben.

Wo wird Wimbledon übertragen?

Eurosport begleitet das Turnier mit täglichen Livetickern zu den Matches und News rund um das Geschehen beim bedeutendsten Tennis-Turnier der Welt.
News, Liveticker
(SID)
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