Djokovic begann im ersten Durchgang überraschend fahrig. Von seinen ersten vier Aufschlagspielen gab der Serbe aufgrund leichter Fehler drei ab. Der Djoker bewegte sich schlecht, die Koordination und Länge in den Schlägen passte überhaupt nicht. Norrie nutzte das und sicherte sich Satz eins nach 33 Minuten (6:2).
Im zweiten Durchgang steigerte sich der Serbe. Vor allem der erste Aufschlag, mit dem er in Satz eins nur in schwachen 58 Prozent der Fälle den Punkt gemacht hatte, kam jetzt deutlich stabiler.
Zwar musste sich Djokovic gegen den soliden Briten lange gedulden, ehe er den ersten Nadelstich in Form eines Breaks setzen konnte, bei Stand von 4:3 aus seiner Sicht schlug der 35-Jährige dann aber vorentscheidend zu.
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Danach kippte das Match komplett. Norrie konnte das Niveau der ersten anderthalb Sätze nicht halten, Djokovic schaltete nun in den Rasen-Dominatoren-Modus und sicherte sich nicht nur Satz drei, sondern nach 2:35 Stunden auch den insgesamt achten Final-Einzug im All England Club.

Djokovic setzt unglaubliche Wimbledon-Serie fort

Er zog damit nach seinen jüngsten drei Siegen auf dem "heiligen Rasen" (2018, 2019, 2021) zum vierten Mal hintereinander ins Endspiel an der Church Road ein. 2020 war das Turnier wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden.
2017 hatte er im Viertelfinale gegen den Tschechen Tomas Berdych verletzungsbedingt aufgeben müssen.

Wilander exklusiv: "... dann hat Kyrgios im Finale eine Chance"

Im Finale wartet nun Nick Kyrgios. Der Australier, der in seinem ersten Grand-Slam-Endspiel steht, hatte im Halbfinale von der verletzungsbedingten Absage von Rafael Nadal profitiert.
Djokovic freut sich auf das Endspiel, sein 32. bei den vier wichtigsten Tennisturnieren insgesamt: Rekord. "Eines ist sicher", sagte er: "Es wird ein emotionales Feuerwerk. Er spielt immer, als ob er nichts zu verlieren hat."

Überraschende Statistik zwischen Djokovic und Kyrgios

Die beiden Kontrahenten haben mittlerweile ein gutes Verhältnis. "Zwischen uns ist es so eine Art Bromance", erzählte Kyrgios vor dem mit Spannung erwarteten Match zweier so unterschiedlicher Charaktere, eine Art brüderliche Romanze also.
Der Australier war dem Serben immer mal wieder zur Seite gesprungen, als dieser Anfang des Jahres wegen seiner Impfverweigerung unter medialem Dauerfeuer stand. "Seitdem schreiben wir uns manchmal persönliche Nachrichten bei Instagram", berichtete Kyrgios.
Gegen Kyrgios hat Djokovic bislang in all den Jahren erst zweimal gespielt - und zweimal verloren. 2017 im Achtelfinale von Indian Wells und im Viertelfinale von Acapulco hatte Kyrgios das bessere Ende für sich.
"Ihr denkt sicher alle, dass Novak der Favorit ist, und vielleicht ist er es ja auch", sagte Kyrgios: "Aber es wird bestimmt ein Match, bei dem einem das Wasser im Mund zusammenläuft."
Und das hoffentlich im Gegensatz zu seinem Halbfinale gegen Nadal auch stattfinden wird.
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(mit SID)

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