Wimbledon 2023 - Novak Djokovic lebt auch mit Schwächen bestens: "Natürlich wollen sie meinen Skalp"

Novak Djokovic hat auf dem Weg zum 24. Grand-Slam-Titel Schwächen gezeigt. Das war im Achtelfinale gegen Hubert Hurkacz so und auch im Viertelfinale gegen Andrey Rublev machte er die Tür zumindest einen kleinen Spalt auf. Kurioserweise ist das für die verbliebenen Konkurrenten keine gute Nachricht. "Ich mag die Art, wie ich gespielt habe", so Djokovic nach der Rublev-Partie - trotz Fehlstarts.

Wilander: Das ist die entscheidende Frage bei Djokovic gegen Sinner

Quelle: Eurosport

Novak Djokovic war in Plauderlaune nach dem Einzug in sein zwölftes Halbfinale im All England Club.
Es mache ihm gar nichts aus, dass er der Mann sei, den alle schlagen wollen. "Ich liebe es", betonte der Serbe - und selbstverständlich nimmt man ihm das ab. Schließlich lebt und siegt Djokovic seit Jahren unter diesen Bedingungen.
"Ich weiß, dass sie einen Skalp wollen und gewinnen möchten. Das wird nicht passieren", sagte der Rekord-Grand-Slam-Champion auf dem Centre Court. Alle wussten in dem Moment: Es war ein Scherz - und gleichzeitig ernst gemeint.
Dabei war der Djoker im Achtel- und Viertelfinale weit weg von gewohnter Dominanz. Hubert Hurkacz zwang ihn in zwei verdammt enge Tiebreaks und gewann sogar einen Satz, Andrey Rublev knöpfte ihm den ersten Durchgang ab, der Hauch von Sensation lang kurzzeitig zart in der Luft.

Djokovic: "Inspiriert mich, mein bestes Tennis zu spielen"

Es entsteht Druck, wenn der haushohe Favorit wider Erwarten wankt. Wenn er nicht in gewohnt chirurgischer Präzision die Bälle ins Feld operiert. Djokovic aber, und das unterscheidet ihn von allen anderen Top-Ten-Profis, kommt damit bestens klar und erhöht sein Level in diesen Momenten.
"Das inspiriert mich, mein bestes Tennis zu spielen", versicherte der siebenmalige Wimbledon-Champion. Es wecke "die schönsten Emotionen", wenn es darum gehe, solche Situationen anzunehmen und zu meistern.
Allerdings dürfte Djokovic in der nächsten Runde Himmel und Hölle in Bewegung setzen, in die Bredouille zu kommen. Die Erinnerungen ans Vorjahr sind noch frisch, als der Serbe gegen Jannik Sinner 0:2 in den Sätzen zurücklag und vor dem Knockout stand. "Er wird deshalb ganz anders in die Partie gehen, um so etwas zu verhindern", erklärte Mischa Zverev bei "Sky".
Damals riss Djokovic das Ruder gnadenlos herum und sicherte sich die drei folgenden Sätze (6:3, 6:2, 6:2) souverän - was natürlich auch Sinner nicht vergessen hat. Der Einzug ins Halbfinale bedeutet für den 21-Jährigen schon jetzt den größten Grand-Slam-Coup der Laufbahn.

Wilander exklusiv: Das ist die entscheidende Frage

"Die entscheidende Frage ist nun: Wer hat sich seit dem vergangenen Jahr mehr verbessert, Jannik oder Novak?", sagt Tennis-Legende Mats Wilander im Eurosport-Interview. "Jannik muss einfach den Glauben haben aufgrund seiner jungen Jahre, dass er es ist", so der siebenmalige Grand-Slam-Turniersieger.
Auf der anderen Seite stehe mit "Djokovic jemand, der auf dem Tennisplatz Dinge tut, die wir noch nie gesehen haben", erläutert Wilander. "Er ist also der Favorit." Setzt sich der 36-Jährige durch, wird er diese Rolle auch im Endspiel bekleiden, ob der Gegner nun Carlos Alcaraz, Holger Rune, Daniil Medvedev oder Christopher Eubanks heißt.
Fünf Spieler sind übrig geblieben, die sich den sportlichen Skalp von Djokovic gerne holen würden. Es wäre sehr verwunderlich, wenn es tatsächlich einem aus dem Quintett gelingen sollte ...
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Djokovic und Alcaraz Favoriten aufs Finale? Wilander bremst

Quelle: Eurosport

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