Amanda Anisimova gelingt nach Burnout der Einzug ins Finale von Wimbledon: "Besondere Genugtuung" nach schwerer Zeit

Amanda Anisimova war einst ein Teeniestar, bevor sie der mentalen Belastung nicht mehr standhalten kann. Nach einer Pause vom Tennis ist sie nun zurück - und steht im Wimbledonfinale. Für die US-Amerikanerin ist der Erfolg nach den schweren Jahren eine besondere Genugtuung. "Viele Menschen haben mir gesagt, dass ich es nie wieder an die Spitze schaffen würde", so Anisimova.

Swiatek über Druck: "Ihr kennt mich doch"

Quelle: Perform

Amanda Anisimova konnte nicht mehr. "Seit dem Sommer 2022 habe ich wirklich mit meiner psychischen Gesundheit und einem Burnout zu kämpfen", teilte die hochveranlagte Athletin im Mai 2023 mit.
Anisimova, die schon mit 17 Jahren im Halbfinale der French Open gestanden hatte, der Experten eine große Karriere voraussagten, zog sich komplett aus dem kraftraubenden Tenniszirkus zurück. Für Monate.
Rund zwei Jahre liegt der empfindliche Einschnitt in der Karriere der US-Amerikanerin nun zurück. Und Anisimova ist wieder da, stärker denn je und in Wimbledon mit der Chance auf ihren ersten ganz großen Coup.
Am Samstag (17:00 Uhr im Liveticker) steht die heute 23-Jährige beim Jahreshighlight im Finale gegen die fünfmalige Majorsiegerin Iga Swiatek und kann sich ihren Traum erfüllen.
picture

Amanda Anisimova

Fotocredit: Getty Images

"Viele Menschen haben mir gesagt, dass ich es nie wieder an die Spitze schaffen würde", sagte Anisimova, der lange der viel zu frühe Tod ihres Vaters mit 52 Jahren nach einem Herzinfarkt schwer zusetzte. Die Kritik an ihr sei "schwer zu verdauen" gewesen, fügte sie nach dem Halbfinaltriumph gegen die Weltranglistenerste Aryna Sabalenka an: "Denn ich wollte zurückkommen, noch viel erreichen und eines Tages einen Grand Slam gewinnen."

Anisimova sendet "besondere Botschaft"

Der Einzug ins Wimbledon-Finale ist für Anisimova damit auch ein gutes Stück Genugtuung. "Ich glaube, ich habe damit eine sehr besondere Botschaft gesendet", sagte die Weltranglistenzwölfte, die ihre letztlich rund siebenmonatige Auszeit von den Turnieren der nie stoppenden Tenniswelt als Gamechanger sieht.
"Ich habe viel über mich selbst gelernt, über meine Interessen abseits des Platzes", sagte sie in London bei "BBC Radio 5". Sie brauchte einfach etwas Zeit zum Atmen und führte eine Weile ein "normales" Leben.

Außenseiterrolle gegen Swiatek

Anisimova studierte ein Semester in Präsenz an der Nova Southeastern University in Florida, traf sich mit Freunden und entdeckte das Malen für sich. Die Kunstwerke spendete die aus New Jersey stammende Athletin für gute Zwecke. Als sie zu Beginn der Saison 2024 dann auf die Tour zurückkehrte, lag sie auf Rang 442 und brauchte Zeit, um sich auf ein hohes Level zurückzuarbeiten.
Jetzt wirkt die kraftvolle Spielerin bereit für eine Herkulesaufgabe gegen Swiatek, die ebenfalls erstmals auf dem geschichtsträchtigen Centre Court von Wimbledon triumphieren könnte. Auch die Polin ist eine Athletin, die sich bewusst mit dem Thema mentale Gesundheit auseinandersetzt. Auf dem heiligen Rasen fühlt sie sich aber wie Anisimova derzeit enorm wohl. "Wenn man gut spielt, ist es einfach zu genießen", sagte Swiatek, die als Favoritin aufschlägt.
Das könnte Dich auch interessieren: Das macht Sinner noch gefährlicher
(SID)

Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung