Wimbledon - Jannik Sinner über Revanche nach French-Open-Niederlage gegen Alcaraz: "Champions lernen aus Niederlagen"

Jannik Sinner feierte in Wimbledon genau fünf Wochen nach dem French-Open-Finale gegen Carlos Alcaraz und der bitteren Fünfsatzniederlage seinen großen Triumph auf dem heiligen Rasen. Der Weltranglistenerste zeigte gegen den Titelverteidiger aus Spanien in 3:04 Stunden eine Glanzleistung und bewies eindrucksvoll, dass er aus seinen Fehlern in Roland-Garros in kürzester Zeit gelernt hat.

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Quelle: SNTV

Anders als noch in Paris, als Sinner drei Matchbälle nicht verwandeln konnte, behielt er am Sonntag auf dem Centre Court die Nerven. Er siegte nach Satzrückstand 4:6, 6:4, 6:4, 6:4 und feierte seinen vierten Grand-Slam-Titel - den ersten in Wimbledon.
Im On-Court-Interview erklärte der 23-Jährige, wie er den Rückschlag bei den French Open schnell verarbeitete. "Ich habe in Paris eine sehr harte Niederlage erlitten, aber letzten Endes ist es egal, wie man gewinnt oder verliert", sagte Sinner.
Er und sein Team hätten versucht, "die Niederlage zu akzeptieren und einfach weiterzuarbeiten. Das ist einer der Gründe, warum ich diese Trophäe hier halte".
Wenig später auf der Pressekonferenz ergänzte Sinner, dass er auf diese Leistung besonders stolz sei. "Es war wirklich nicht leicht. Ich versuche immer, mit mir selbst ehrlich zu sein. Man kann nur akzeptieren, was passiert ist und versuchen besser zu werden."

Alcaraz verzweifelt an Sinner: "Konnte nichts tun"

Und das gelang ihm am Sonntag auch. Gegner Alcaraz war von der geglückten Revanche Sinners wenig überrascht. "Er ist ein echter Champion. Und Champions lernen aus Niederlagen. Ich wusste von Anfang an, dass er aus diesem Finale etwas lernen und nicht dieselben Fehler machen wird", meinte der Spanier.
Er sei in jedem Punkt im Match von Sinner an seine Grenzen getrieben worden. "Mental ist es schwer, während des gesamten Matches konzentriert zu bleiben, wenn man sieht, dass der Gegner so gutes Tennis spielt", so Alcaraz. "Bei manchen Punkten wusste ich nicht, was ich tun sollte. Denn ich hatte das Gefühl, dass er von der Grundlinie besser war. Ich konnte nichts dagegen tun."
Probleme machten dem 22-Jährigen auch der eigene Aufschlag, der im gesamten Match lediglich bei 53 Prozent lag. Gefühlt habe er "die ganze Zeit nur verteidigt", gab der Spanier zu.
Die Rivalität zu Alcaraz habe ihn nach dem Finale in Paris weiter motiviert, meinte derweil Sinner: "Wenn man mehrere Male gegen jemanden verliert, ist es nicht leicht. Aber in der Vergangenheit hatte ich das Gefühl, nah dran zu sein." Die fünf Begegnungen vor Wimbledon hatte allesamt Alcaraz gewonnen.

Sinner hat noch nicht sein Limit erreicht

Der French-Open-Sieger bekräftigte ebenfalls die Bedeutung seiner Duelle mit Sinner: "Ich bin froh, dass ich diese Rivalität mit ihm habe. Es ist gut für uns und für den Tennis-Sport."
Die Unterschiede seien wie schon in Paris sehr gering gewesen, betonte unterdessen Sinner: "Heute hatte ich ein paar Mal Glück. Die Dinge, die in Paris für ihn gelaufen sind, gingen heute zu meinen Gunsten aus."
Er wolle auf dem Platz immer die beste Version von sich selbst zeigen. Sein Limit habe er aber noch nicht erreicht, ist sich Sinner sicher: "Mit 23 Jahren kann man das noch nicht schaffen. Hoffentlich kann ich weiter besser werden."
Eine Aussage, die die Konkurrenz nach diesem Auftritt nur ungern hören wird.
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Quelle: Perform


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