Wimbledon: Zverev aktiviert vor Finale gegen Titelverteidiger und Angstgegner Sinner den Kahn-Modus
Alexander Zverev steht zum ersten Mal im Finale von Wimbledon. Dabei hat der Hamburger bei seinem bislang schwächsten Grand-Slam-Turnier eine beachtliche Metarmophose hingelegt und sich zum Titelkandidaten entwickelt. Weil er auch nach dem French-Open-Titel "fokussiert und hungrig" geblieben sei. Jetzt gibt es in London nur noch ein Ziel. Wer Zverev zuhört, fühlt sich fast an Oliver Kahn erinnert.
Highlights: Zverev beendet "Fery-Tale" - Djokovic schlägt Sinner
Quelle: Eurosport
Alexander Zverev peilt am Sonntag (ab 17:00 Uhr MESZ im Liveticker) im Finale ein Kunststück an, das weder die Big 3 um Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic noch die Fantastischen 2 Carlos Alcaraz und Jannik Sinner geschafft haben: Er kann seinem ersten Grand-Slam-Titel direkt beim nächsten Major-Turnier den zweiten Titel folgen lassen.
Hätte man ihm vor einem Jahr gesagt, dass er in diese Luxus-Situation kommen würde, hätte er gefragt, "wie viel er dafür bezahlen" müsse, witzelte der Hamburger im Interview mit "Prime".
Tatsächlich aber fußen die Finalteilnahmen in Roland-Garros und im All England Club auf einer erstaunlichen Steigerung - spielerisch wie mental.
Mit dem Titel von Paris im Rücken erklärte der 29-Jährige vor dem Halbfinale gegen Arthur Fery, er habe "gelernt, dass ein Tennismatch einfach nur ein Tennismatch ist. Niemand wird sterben", führte Zverev aus. Das Leben werde sich wegen einer Partie "nicht drastisch verändern".
Zverev: "Gelingt mir das nicht, bin ich schlagbarer"
Sprachs und warf den englischen Senkrechtstarter in drei Sätzen aus dem Wettbewerb. Weil er seinen Sport nicht mehr so verbissen sieht, weil er dazugelernt hat auf dem Belag.
"Ich habe meine Spielweise für Rasen ein bisschen angepasst", erläuterte der Weltranglistendritte. In den vergangenen Jahren habe das nicht hingehauen, "dieses Jahr funktioniert es ziemlich gut".
Die offensivere Positionierung auf dem Court, die verbesserte Vorhand, das gute Grundlinienspiel und der gnadenlose Aufschlag sind die Zutaten, die Zverev zum Titelkandidaten auf dem bislang so ungeliebten Rasen gemacht haben.
Gerade die Vorhand sei "ein wichtiger Teil" der Verbesserung. "Wenn ich diesen Schlag gut treffe, spiele ich gut. Gelingt mir das nicht, bin ich schlagbarer", sagte Zverev auf der Pressekonferenz nach dem Finaleinzug. Es sei ihm in den vergangenen Monaten gelungen, sein Spiel generell zu verbessern.
Finale gegen Sinner - Zverev kein Außenseiter (mehr)
Und so muss man konstatieren: Angetreten mit drei Achtelfinals als Wimbledon-Topresultat, ist der Olympiasieger von 2021 nur noch einen Schritt davon entfernt, seinen ersten Titel auf dem grünen Belag ausgerechnet im Heiligtum des Rasentennis' zu holen.
Der Fakt, dass ihm dabei der Titelverteidiger im Endspiel gegenübersteht, nötigt Zverev Respekt ab, aber er weiß auch: Wie die Dinge liegen, ist es eine 50:50-Angelegenheit, er geht nicht (mehr) als Außenseiter ins Duell mit der Nummer eins der Weltrangliste - auch wenn er die vergangenen neun Vergleiche mit Sinner allesamt verloren hat.
Spannungsabfall nach French Open? Zverev widerspricht
Beide Finalisten sparten im Halbfinale die berühmten Körner, die Begegnungen dauerten gerade einmal 2:14 Stunden (Zverev) beziehungsweise 2:20 h (Sinner). Einen leeren Tank dürfte keiner der beiden haben.
Titelhunger hingegen umso mehr. Als Zverev in London mit der Frage konfrontiert wurde, ob er denn nach Erreichen des großen Ziels mit dem ersten Grand-Slam-Titel in Paris nicht einen Spannungsabfall erlitten habe oder gar in ein kleines Loch gefallen sei, vereinte Deutschlands Nummer eins vehement.
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Alexander Zverev steht in Wimbledon im Finale
Fotocredit: Imago
Er sei nach wie vor "fokussiert und hungrig", wolle "mehr" und "weiterhin gewinnen". Damit meine er auch explizit den Titel in Wimbledon. Das erinnert an das berühmte "Weiter, immer weiter"-Zitat des einstigen Fußball-Torhüters Oliver Kahn vom FC Bayern.
Zverev mit breiter Brust: "Wenn du ein Major gewonnen hast ..."
Eine bemerkenswerte Wendung, schließlich hatte Zverev in den ersten Turniertagen betont, dass er "kein Favorit" sei. Möglicherweise wurde er selbst ein wenig davon überrascht, wie gut es lief - mit nur zwei verlorenen Sätzen im bisherigen Turnier.
Zverev hat aber auch eine Erklärung dafür gefunden: "Wenn du ein Major gewonnen hast, weißt du, wie es geht. Und du hast das Gefühl, es wieder tun zu können." Genau das ist der Plan am Sonntag.
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Highlights: Zverev unwiderstehlich, "Fery"-Tale geht weiter
Quelle: SNTV
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