Es war schon wieder einiges zu sehen von der "alten Sabine Lisicki" in Bad Homburg. Dennoch dürfte sich die Troisdorferin ärgern, dass sie beim 3:6, 6:7 (7:9) gegen die Französin Caroline Garcia Chance um Chance vergab.
Die 32-Jährige nutzte keinen ihrer zwölf Breakbälle und auch keinen der beiden Satzbälle im Tiebreak des zweiten Durchgangs.
Das typische Lisicki-Lächeln, das die Fans im Kurpark tagelang gesehen hatten, wich einer versteinerten Miene.
WTA Bad Homburg
Lisicki scheitert und macht dennoch Riesensprung in der Weltrangliste
23/06/2022 AM 12:20
Mit etwas Abstand dürfte jedoch der Stolz zurückkehren. Bei ihren Siegen gegen Tamara Korpatsch aus Hamburg und die Belgierin Greet Minnen, aber auch bei der Niederlage gegen die frühere Top-10-Spielerin Garcia bewies Lisicki, dass sie nach jahrelanger Leidenszeit auf dem Weg zurück ist.

Satzbälle vergeben: Lisicki verpasst Halbfinale trotz großem Kampf

Schlag für Schlag, Spiel für Spiel fühle es sich nun "immer mehr an wie die alte Sabine. Und das ist ein schönes Gefühl nach den sehr, sehr harten letzten Jahren", hatte Lisicki am Mittwoch gesagt.
"Die alte Sabine" - das bedeutet Risiko und ein Gespür für Rasen. Neun Asse und acht Doppelfehler servierte sie gegen Garcia, schlug insgesamt 50 Winner bei 40 leichten Fehlern.

Lisicki-Gegnerin Garcia: "Das ist sehr stressig"

Gegen Lisicki, sagte Garcia nach dem Matchball, müsse man immer auf der Hut sein. "Es kann jederzeit ein Ass oder ein Gewinnschlag kommen. Das ist sehr stressig", befand die Siegerin. Dabei sei es aber "großartig", Lisicki wieder auf der Tour zu sehen: "Sie ist immer gefährlich, vor allem auf Rasen."
Dort hatte die Berlinerin ihre größten Erfolge gefeiert, stand 2013 im Finale von Wimbledon.

Lisicki trotz Aus glücklich: "Waren sehr gute Matches dabei"

In diesem Jahr wird sie im All England Club fehlen, nach ihren langen Pausen wegen Pfeifferschem Drüsenfieber und einem Totalschaden im Knie muss sich Lisicki erst wieder mühsam in die Weltspitze zurückkämpfen.
In Bad Homburg hat sie einen Anfang gemacht. Durch das Viertelfinale klettert sie um 300 Plätze in der Weltrangliste - ziemlich genau auf Platz 500.

Kerber liefert brauchbares Turnier ab

Angelique Kerber, als einzige deutsche Spielerin in Wimbledon gesetzt, hätte sich indes noch etwa mehr erwartet in Bad Homburg.
"Heute war nicht mein Tag, aber ich habe versucht alles rauszuholen. Trotzdem habe ich es genossen, hier vor ausverkauftem Stadion und Heimpublikum zu spielen. Natürlich ist man enttäuscht, wenn es dann am Ende nicht reicht", erklärte die 34-Jährige nach dem 4:6, 6:2, 1:6 gegen Alizé Cornet.

Perfekt gespielt – Kerber begeistert Fans auf Rasen

Allerdings war die Kielerin in Bad Homburg nicht nur als Titelverteidigerin und Publikumsliebling, sondern auch als Turnierbotschafterin gefordert. Vor diesem Hintergrund war es ein doch ganz brauchbares Turnier für die Wimbledonsiegerin von 2018. Ab kommenden Montag wird Kerber dann im All England Club antreten - und die Chancen auf ein Topergebnis stehen gut.
(SID)

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