Die Zuschauerin namens Lola, die auch einen Vinok, einen ukrainischen Blumenkranz trug, und mit der Flagge um den Körper gewickelt das Match schweigend verfolgte, berichtete dem TV-Sender "Local 12", was Referee Morgane Lara ihr gesagt habe: "Das ist nicht nett von Dir. Du musst die Fahne wegstecken."
"Es ist auch nicht nett, ein anderes Land zu überfallen", entgegnete die Zuschauerin schlagfertig.
Eine der russischen Spielerinnen hatte sich zuvor über die Flagge beschwert, so Lola, die in der Nähe von Cincinnati wohnt und ursprünglich aus Usbekistan stammt. "Ich sagte: 'Ich stecke sie nicht weg.' Sie spielten ein oder zwei Minuten lang weiter. Dann unterbrachen sie das Spiel erneut, und ein Security-Mitarbeiter kam zu mir und sagte: 'Ma'am, ich werde die Polizei rufen, wenn Sie nicht gehen'", erzählte der Tennis-Fan aus Ohio.
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Obwohl sich zahlreiche weitere Zuschauer des Spiels für die junge Frau einsetzten, verließ Lola wenig später die Tribüne.

Fan muss Flagge sogar von Turniergelände entfernen

Kurz darauf sei derselbe Security-Mitarbeiter erneut auf sie zugekommen und habe sie aufgefordert, die Fahne ins Auto zu bringen oder das Turniergelände komplett zu verlassen, da die Maße der Flagge nicht den offiziellen Regularien entsprächen. Die Fahne landete so im Auto der Zuschauerin.
In den Turnier-Guidelines ist festgelegt, dass nur Fahnen bis zu einer Größe von maximal 45x45 cm erlaubt sind. De facto wird bei größeren Flaggen aber selten durchgegriffen.
Ben Rothenberg twitterte, dass er in Cincinnati über die Jahre schon viele Fahnen gesehen habe, die deutlich größer gewesen seien. Damit habe es nach seiner Kenntnis nie Probleme gegeben.

Veranstalter verweist auf Regularien

In den sozialen Medien reagierten viele User schockiert über den Vorfall und verurteilten den Umgang mit der Zuschauerin.
Der Turnierveranstalter verwies auf Nachfrage lediglich auf die Regularien. "Gemäß der Richtlinien der Western & Southern Open, die auf der Website des Turniers angegeben sind, sind Fahnen oder Banner größer als 45x45 cm verboten. Daher wurde die Besucherin aufgefordert, die Fahne vom Gelände zu entfernen, und durfte danach beim Turnier bleiben", erklärte eine Sprecher.
Die WTA reagierte bisher nicht auf den Zwischenfall. Für Lola ist vor allem eines wichtig: "Das ist nicht Russland. Das sind die Vereinigten Staaten von Amerika." Ein Bürgerrechtsanwalt prüft nun offenbar sogar, ob bei dem Vorfall Lolas Recht auf freie Meinungsäußerung verletzt wurde.
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