WTA Indian Wells - Angelique Kerber vor Vintage-Duell mit Caroline Wozniacki: Mama Angie dreht die Zeit zurück

Angelique Kerber beeindruckt in Indian Wells auf ganzer Linie. Im Achtelfinale kommt es zum Wiedersehen mit Caroline Wozniacki und somit zu einem echten Klassiker. Obwohl sich im Leben der beiden ehemaligen Weltranglistenersten mittlerweile nicht mehr alles um die gelbe Filzkugel dreht, geht es um mehr als nette Nostalgie. Das Vintage-Duell im Tennis-Paradies ist nämlich richtungsweisend.

Angelique Kerber spielt in Indian Wells groß auf

Fotocredit: Getty Images

Mit geballter Faust schrie Angelique Kerber ihre Freude lauthals nach einer maximal souveränen Vorstellung gegen Veronika Kudametova heraus. 6:4 und 7:5 hieß es am Ende aus Sicht der Kielerin, die erstmals seit ihrem Comeback nach 18-monatiger Babypause wieder das Ticket für ein Achtelfinale gelöst hatte.
Und das nicht bei irgendeinem Turnier, sondern beim prestigeträchtigen Masters im "Tennis Paradise" Indian Wells.
Entsprechend glücklich gab Kerber sich im Nachgang. "Es war ein sehr intensives Match, wir standen fast zwei Stunden auf dem Platz. Ich habe einfach versucht, um jeden Ball zu kämpfen und das Momentum mitzunehmen", sagte sie im Court-Interview und schob ans Publikum gerichtet nach: "Ich genieße jeden Tag hier und freue mich einfach, gutes Tennis gegen die besten Spielerinnen zu zeigen. Vor allem freue ich mich, wieder bei Euch zu sein."
Ob sie selbst von ihren Leistungen überrascht sei? "Ich habe hart an meinem Comeback gearbeitet und wusste, dass ich geduldig sein muss", so Kerber. Sie spüre, "dass die Routine zurückkommt".

Kerber: "Es wäre gelogen, wenn ..."

Tatsächlich wirkt die 36-Jährige in Kalifornien sehr konzentriert. Dass sie wieder imstande ist, mit den Besten der Welt mitzuhalten, stellte sie nicht nur gegen die an 17 gesetzte Kudametova, sondern bereits im kräftezehrenden Zweitrunden-Duell mit Top-Ten-Spielerin Jelena Ostapenko (5:7, 6:3, 6:3) eindrucksvoll unter Beweis.
Der Schlüssel zum Erfolg liegt vor allem in einer guten Fitness, so Kerber: "Ich weiß nicht, ob ich fitter als vorher bin, aber ich bin auf jeden Fall fit", sagte sie. Die 36-Jährige scheint den Spagat zwischen Mutterrolle und Spitzensport zu stemmen.
"Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, es ist einfach. Man muss viel organisieren, aber es ist möglich und das kriegen wir auch ganz gut hin", erklärte Kerber jüngst bei "Sport1" mit Blick auf ihre kleine Tochter Liana: "Trotzdem verlangt es natürlich nach viel Organisation - und auch viel Spontanität."
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Verstehen sich bestens: Caroline Wozniacki und Angelique Kerber (r.)

Fotocredit: Getty Images

Tipps holt sie sich eigenen Angaben zufolge auch bei den Kolleginnen, insbesondere mit ihrer guten Freundin und kommenden Gegnerin Caroline Wozniacki tauscht sich Kerber gerne aus: "Es ist ein ganz anderes Gefühl, jetzt in die Umkleidekabine zu kommen. Es gibt viele Mütter und gefühlt werden es immer mehr. Auch Caro Wozniacki, mit der ich sehr gut befreundet bin. Es kommen auf jeden Fall verschiedene andere Themen zur Sprache als noch vor einigen Jahren."
Die Prioritäten haben sich also verschoben. Wenn es zum sportlichen Aufeinandertreffen mit Wozniacki seit 2018 kommt, dürften die Elterngespräche aber erst einmal ruhen. "Wir sind beide in einer ähnlichen Situation", sagte Kerber über Zweifach-Mama Wozniacki: "Wir sind Freunde und werden das auch bleiben. Am Ende gibt es wichtigere Dinge als ein Tennisspiel. Aber für das Publikum wird das sicherlich ein interessantes Match."

Nostalgie in Indian Wells

Ein Match, das vor allem mit großem Nostalgie-Charakter aufwartet - Vintage pur im Paradies. Seit ihrem ersten Duell vor knapp 16 Jahren treffen die beiden ehemaligen Weltranglistenersten in Indian Wells zum 16. Mal aufeinander.
Die Bilanz spricht aktuell noch knapp für Kerber (8:7). Mit der Statistik konfrontiert, sagte Wozniacki nach ihrem Triumph über Katie Volynets mit breitem Grinsen: "Musste das jetzt sein?" Die Dänin blickt freilich mit viel Vorfreude auf die Begegnung: "Es wird ein großartiges Spiel. Wir haben schon oft gegeinander gespielt und kennen uns sehr gut. Es gibt keine Geheimnisse, wir wissen ganz genau, was zu tun ist."
Wozniackis Prophezeiung: "Es wird um die Tagesform gehen." Der Siegerin winkt indes ein enormer Sprung im Ranking. Wozniacki, derzeit auf Rang 204, hat sich schon jetzt wieder einen Platz unter den besten 150 Spielerinnen gesichert, Kerber, die vorher als 607. gelistet war, wird unabhängig vom Ausgang mehrere hundert Plätze gut machen. Nur ein Zwischenschritt beim Vorhaben, wieder weiter oben anzugreifen.
"Ich habe während meiner Pause viel Tennis geguckt, vor allem die großen Turniere", verriet Kerber. Es sei schön gewesen, "auf dem Sofa zu sitzen und ein paar Spiele zu schauen", noch viel schöner ist es aber natürlich, selbst wieder Teil des Zirkus zu sein. "Ich war lange weg. Und jetzt bin ich froh, endlich wieder an Turnieren teilnehmen zu können", so Kerber. Dieser Eindruck verfestigt sich dieser Tage in Indian Wells mehr und mehr.
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Ein Stopp jagt den nächsten: Alcaraz zaubert wieder

Quelle: Perform

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