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Andrea Petkovic nimmt sich in die Pflicht: "Muss Ergebnisse liefern"
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Publiziert 22/04/2016 um 15:30 GMT+2 Uhr
Jammern? Nein danke! Andrea Petkovic hatte einfach keine Lust, wieder im Meer der Tränen zu versinken. Statt sich über den Fluch von Stuttgart zu beklagen, nahm sich die vom Verletzungspech verfolgte Darmstädterin nach ihrem unglücklichen Achtelfinal-Aus lieber selbst in die Pflicht.
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"Ich muss jetzt langsam auch mal Ergebnisse liefern", meinte die deutsche Nummer zwei "Ich kann nicht immer nur sagen, mein Spiel ist da, ich bin auf dem richtigen Weg - aber die Resultate fehlen." Gerade bei den großen Turnieren wolle sie wieder "vorne mitspielen" und auf der WTA-Tour "Titel gewinnen".
Es klang ein wenig trotzig, denn sie war "saugenervt" von ihrem folgenschweren Sturz. Aber man spürte auch die Überzeugung in den Worten der Weltranglisten-30.
Überhaupt sprach "Petko" nach dem 6:1, 1:6, 2:6 gegen die topgesetzte Agnieszka Radwanska (Polen) in vielfacher Hinsicht Klartext. Zum Beispiel in punkto Doppelbelastung. "Solche Sachen passieren, wenn man müde ist", sagte die 28-Jährige mit Blick auf ihren Fehltritt zu Beginn des zweiten Satzes: "Ich bin auf der Linie ausgerutscht und auf das Steißbein gefallen. Zwei Wirbel haben sich verdreht. Ich hatte das Gefühl, das Becken steht schief."
Bereits 2012 war sie in Stuttgart übel gestürzt und hatte wegen eines Bänderrisses sogar die Olympischen Spiele in London verpasst.
Stuttgarter Turnier zur Unzeit
Müde war Petkovic diesmal, weil sie am Wochenende im Play-Off-Duell des deutschen Fed-Cup-Teams in Rumänien (4:1) insgesamt rund sechs Stunden auf dem Platz gestanden hatte. Es ist eine Crux für die deutschen Spielerinnen, dass ihr prestigeträchtiges Stuttgarter Heimspiel jedes Jahr unmittelbar nach dem Fed Cup stattfindet.
Und weil sich das wohl nicht ändern lässt, sieht sich Petkovic zu Konsequenzen gezwungen. "Ich glaube, ich werde künftig entscheiden müssen, ob ich im April im Fed Cup oder in Stuttgart spiele", kündigte die ehemalige Nummer neun der Welt an. Doch das ist Zukunftsmusik. Zunächst gilt es für Petkovic nach einer bislang durchwachsenen Saison, durchschlagende Ergebnisse zu liefern.
Selbstvertrauen ist zurück
Dabei könnte im Rückblick die gewonnene Begegnung am vergangenen Sonntag in Cluj gegen Monica Niculescu ein Schlüsselmoment gewesen sein. Nach der Abwehr von zwei Matchbällen hatte Petkovic dem DTB-Team den entscheidenden dritten Punkt beschert. "Ich denke, dass ich in Rumänien die Wende geschafft habe", sagte sie. Ein Indiz dafür: "Ich habe den Glauben, in engen Momenten gut zu spielen."
Bereits in Doha Ende Februar war Petkovic auf einem richtig guten Weg. Doch nachdem sie unter anderem Wimbledon-Finalistin Garbine Muguruza (Spanien) bezwungen hatte, machte ihr in der Vorschlussrunde erneut der Körper einen Strich durch die Rechnung. Eine Oberschenkelblessur zwang sie gegen Jelena Ostapenko (Lettland) zur Aufgabe. "Ohne Drama geht es bei mir nicht", scherzte sie.
Dabei überlässt Petkovic nichts dem Zufall, ernährt sich teilweise vegan und legt sogar Twitter-Pausen ein. "Es ist ein gutes Gefühl, mal wieder 'old school' zu sein. Ich schreibe jetzt wieder mehr Briefe", berichtete die 28-Jährige - und strahlte. Unterkriegen lässt sich eine wie Petkovic nicht - trotz des Fluchs von Stuttgart.
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