UCI Track Champions League: Alessa-Catriona Pröpster mit beeindruckender Leichtigkeit in London auf Titeljagd
VonFelix Mattis
Publiziert 11/11/2023 um 09:52 GMT+1 Uhr
Mit einer gehörigen Portion Leichtigkeit ist Alessa-Catriona Pröpster vor drei Wochen auf Mallorca in ihre erste Saison in der UCI Track Champions League gestartet. Und auch wenn die 22-Jährige nun am Samstagabend vor dem großen Finale in London nur sieben Punkte vom Hellblauen Trikot der Gesamtführenden Ellesse Andrews entfernt ist: Von dieser Leichtigkeit scheint sie nichts verloren zu haben.
Alessa-Catriona Pröpster
Fotocredit: SWPix
"Ich bin total zufrieden mit dem Abend, muss ich ehrlich sagen", erklärte Pröpster Eurosport.de am späten Freitagabend, an dem sie zunächst das Sprint-Turnier gewonnen hatte, dann aber im Keirin-Finale nicht über den sechsten Platz hinausgekommen war.
Es ist Pröpster auch in der über die vergangenen Wochen entstandenen Position der Mitfavoritin anzumerken, dass sie nicht abhebt und plötzlich zu viel von sich will. Im Gegenteil.
Während von außen die Erwartungen von Woche zu Woche gewachsen sind, spielt die Wahl-Pfälzerin dieses Spiel bewusst nicht mit.
Sie genießt die Erfolge in der Track Champions League, bleibt aber völlig cool und locker und ordnet weiterhin ganz gesund ein.
Pröpster: Sprint-Sieg "fantastisch"
"Dass ich im Sprint gewonnen habe, ist fantastisch. Das Halbfinale war echt gut besetzt, und umso mehr freue ich mich", sagte sie mit Blick auf den erfolgreichen Start in den Freitagabend, als sie in der Vorschlussrunde des Sprint-Turniers immerhin Martha Bayona (Kolumbien) und Weltmeisterin Emma Finucane (Großbritannien) in einem sehr engen Rennen bezwungen hatte.
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"Wahnsinns-Halbfinale!" Pröpster ringt Weltmeisterin nieder
Quelle: Eurosport
Weil sie anschließend das Finale gegen Katy Marchant gewann, an der Andrews zuvor im Halbfinale gescheitert war, zog Pröpster in der Gesamtwertung zwischenzeitlich sogar mit Andrews gleich. So hätte man den sechsten Platz Finale im Keirin als Dämpfer werten können. Doch Pröpster sah das kurz vor dem Schlafengehen nicht so.
"Ich würde es im Keirin nicht Frust nennen. Klar ist es ein bisschen blöd gelaufen, dass ich Sechste geworden bin, aber im Endeffekt glaube ich, dass ich trotzdem zufrieden sein kann. Viele andere standen gar nicht im Finale, und Sechste von 18, das ist auch ein gutes Ergebnis", sagte sie.
Ohne Führungstrikot weniger Druck: "Kann einfach mein Ding machen"
"Natürlich: Wenn man so am Trikot dran ist, möchte man schon ein bisschen mehr", so Pröpster: "Aber ich glaube, dass es sogar ganz gut ist, dass ich jetzt nicht im Blauen Trikot fahre. Da habe ich nicht so viel Druck und kann einfach mein Ding machen."
Ihr Ding machen, ganz locker an die Rennen in ihrer Debütsaison in der Track Champions League heranzugehen, das war die Devise, mit der sie auf Mallorca vor drei Wochen gestartet war. Mit ihrer unbeschwerten Herangehensweise hat sie seitdem große Erfolge eingefahren.
"Jetzt erhole ich mich, gucke dass ich wieder topfit am Start stehe und mache wie die letzten Wochen mein Ding, versuche Spaß zu haben", sagte sie mit Blick auf den Samstag.
"Ich versuche, nicht zu rechnen"
Denn auch wenn der Gesamtsieg "jetzt natürlich auch das Ziel" sei, so scheint sich Pröpster diesbezüglich tatsächlich überhaupt nicht verrückt zu machen. Zu Saisonbeginn war das vorsichtig formulierte Ziel die Top 6.
Pröpsters ansteckend-fröhliche Leichtigkeit sieht man vor jedem Lauf, wenn sie in die Kamera lächelt oder im Innenraum des Velodroms strahlt. Und man hört sie auch, wenn sie über die Rennen, ihr Abschneiden und das anstehende Finale spricht.
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Halbfinal-Aus in London! Hier gibt Andrews die Gesamtführung ab
Quelle: Eurosport
"Es war mega gut für mich, im Sprint zu sehen, dass Andrews raus ist. Dadurch wusste ich, dass ich Punkte aufhole. Aber ich wollte es auch nicht überbewerten, denn ich versuche, nicht zu rechnen", erklärte sie: "Ich bin heute Abend zwei Zähler nach vorne gerutscht, was schon mal gut ist und vielleicht können wir morgen noch etwas rausholen. Aber was es im Endeffekt wird, das sehen wir dann."
Ein Thema aber machte ihr am Freitag dann doch etwas zu schaffen und schränkte Pröpster in ihrer Leichtigkeit auch etwas ein: der Massensturz im Ausscheidungsfahren der Endurance League, kurz vor ihrem Keirin-Finale.
Elimination-Massensturz setzte Pröpster zu
"Ich muss ehrlich sagen, dass ich im Keirin ein bisschen ein Problem hatte, weil es vorher den Sturz im Ausscheidugsfahren gab. Da hat mich mein Sturz vom Keirin bei der Deutschen Meisterschaft eingeholt", sagte sie: "Deshalb hatte ich ganz schön zu kämpfen mit mir – ich bin auch nur ein Mensch, keine Maschine, und so etwas schält man nicht so leicht ab. Ich will es nicht als Ausrede nehmen, aber es könnte auch ein bisschen ein entscheidender Faktor gewesen sein."
Für die deutschen Fans bleibt nun vor dem großen Finale am Samstagabend (ab 18:30 Uhr im Livestream bei discovery+ und auf Eurosport 1 im Free-TV) also zu hoffen, dass der Abend sturzfrei abläuft und sich Pröpster über Nacht einen Tick besser erholen konnte, als Andrews.
Am wichtigsten dürfte aber sein, dass ihre Leichtigkeit auch am Schlussabend noch bleibt.
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Souverän von vorne: Pröpster zieht ins Keirin-Finale ein
Quelle: Eurosport
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