UCI Track Champions League - Pröpster schnuppert nach Sprint-Sieg in London am Führungstrikot
VonFelix Mattis
Publiziert 10/11/2023 um 21:05 GMT+1 Uhr
Alessa-Catriona Pröpster hat am vorletzten Abend der UCI Track Champions League 2023 in London das Sprint-Turnier gewonnen und zwischenzeitlich sogar an der Gesamtführung in der Sprint League geschnuppert. Am Ende des Abends büßte sie im Keirin aber wieder einige Punkte auf Spitzenreiterin Ellesse Andrews aus Neuseeland ein. Sieben Zähler Rückstand hat sie vor dem großen Finale am Samstag.
Alessa-Catriona Pröpster
Fotocredit: SWPix
Starten hätte das Event in London für Pröpster kaum besser können:
Die 22-Jährige gewann souverän ihren Vorlauf im Sprint-Turnier, beeindruckte dann im Halbfinale durch einen engen Sieg über Martha Bayona (Kolumbien) und Weltmeisterin Emma Finucane (Großbritannien).
Nur wenige Minuten später durfte sie zuschauen, als ihre große Kontrahentin Andrews in ihrem eigenen Halbfinale einen Fehler machte und an der Britin Katy Marchant scheiterte.
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Halbfinal-Aus in London! Hier gibt Andrews die Gesamtführung ab
Quelle: Eurosport
Anschließend gewann Pröpster das Finale gegen Marchant und strich so 20 Punkte für die Gesamtwertung ein, während Andrews nur deren elf erhielt. Weil die Neuseeländerin in ihrem Halbfinale einen größeren Rückstand auf Siegerin Marchant hatte, als Bayona und Finucane in ihrem Halbfinale auf Pröpster, wurde Andrews als Fünfte des Sprint-Turniers gewertet.
So wurde für die deutsche Hoffnungsträgerin Pröpster aus den neun Punkten Rückstand von vor dem Freitagabend plötzlich ein Gleichstand in der Sprint-League-Gesamtwertung bei jeweils 116 Punkten.
Bayona gewinnt das Keirin vor Andrews
Im Keirin dann fuhr Pröpster erneut einen souveränen Vorlauf, doch im Finale gingen ihr am Ende die Kräfte aus. Die Deutsche war früh an der Spitze, ließ sich dann aber auf der Innenbahn einbauen, kam nicht mehr nach vorne und erreichte den Zielstrich schließlich nur als Sechste.
Weil Keirin-Weltmeisterin Andrews aber auf den letzten Metern noch von Bayona abgefangen wurde, büßte Pröpster nicht zehn, sondern nur sieben Punkte ein und geht jetzt mit einem 126:133-Rückstand in den Abschlussabend am Samstag.
In der Sprint League der Männer baute derweil Überflieger Harrie Lavreysen seine Führung weiter aus. Der Niederländer nahm erfolgreich Revanche an Dauer-Rivale Matthew Richardson und bezwang den Australier im Sprint-Finale, nachdem Richardson in der Vorwoche in Paris die Siegesserie von Lavreysen unterbrochen hatte.
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Showdown: Lavreysen kommt spät, aber bezwingt Richardson
Quelle: Eurosport
Im Keirin anschließend wurde Lavreysen zwar noch einmal geschlagen, aber eben nicht vom Sprint-League-Titelverteidiger aus 'down under', sondern vom Kolumbianer Kevin Quintero. Richardson musste sich da mit Rang drei begnügen.
Andrews, Archibald, Bibic und Lavreysen in Führungstrikots zum Finale
Damit führt Lavreysen die Sprint League nun mit 154 Punkten und somit einem Vorsprung von 29 Zählern auf Richardson an. Dritter ist der Pole Mateusz Rudyk (108 Punkte).
In der Endurance League der Frauen liegt weiterhin Katie Archibald (Großbritannien / 132 Punkte) an der Spitze. Sie hat noch immer zwölf Zähler Vorsprung auf die Norwegerin Anita Stenberg, die ihr im Scratch zwar drei Punkte abknöpfte, in der Elimination aber wieder zurückgab. Archibald nämlich feierte im vierten Elimination Race der Saison den vierten Sieg. Mit 107 Punkten ist die US-Amerikanerin Lily Williams nun Dritte der Endurance League, Maggie Coles-Lyster (Kanada / 103) folgt auf Rang vier.
Bei den Männern behauptete der Kanadier Dylan Bibic die Führung, obwohl er im Ausscheidungsfahren früh gescheitert war und viele Punkte verlor. Er hat mit nun 116 Zählern noch deren 16 Vorsprung auf den Briten William Tidball, der am Freitagabend Vierter im Scratch wurde und die Elimination gewann. Gesamtdritter ist der Belgier Jules Hesters (93) vor dem Japaner Eiya Hashimoto (86).
Eefting gewinnt das Scratch der Männer
In der Endurance League der Männer startete der Niederläner Roy Eefting am besten in den Abend. Der 34-Jährige, der abseits der Track Champions League für das deutsche Team Maloja Pushbikers unterwegs ist, attackierte im Scratch-Rennen zwei Runden vor Schluss aus dem Feld heraus und zog dann einen langen Sprint durch, um den Sieg einzufahren.
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Eefting mit langem Sprint zum Sieg im Scratch
Quelle: Eurosport
Den Sprint der Verfolger gewann der Kanadier Dylan Bibic, der seine Gesamtführung damit weiter ausbaute. Dritter wurde der Däne Tobias Hansen. Der Berliner Theo Reinhardt kam auf Rang 13, Maximilian Schmidbauer aus Österreich wurde 15. und der Schweizer Caudio Imhof war als 17. im Scratch im Ziel.
Khan feiert Überraschungs-Sieg im Scratch der Frauen
Durch einen Ausreißversuch wurde das Scratch auch bei den Frauen entschieden. Dort aber setzte sich nicht eine Solistin, sondern gleich ein Trio entscheidend ab und machte den Sieg unter sich aus:
Die Britin Dannielle Khan gewann schließlich vor der US-Amerikanerin Lily Williams und der zweiten Britin Sophie Lewis. Auf den Plätzen vier bis sechs landeten die Gesamtwertungsbesten mit Anita Stenberg (Norwegen), Maggie Coles-Lyster (Kanada) und der Gesamtführenden Katie Archibald (Großbritannien).
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Überraschender Heimsieg: Khan gewinnt Scratch in London
Quelle: Eurosport
In der Elimination anschließend gab es bei den Männern eine große Überraschung. Denn Bibic schied früh aus, wurde lediglich 13. und büßte damit viele Punkte ein.
Massensturz überschattet Elimination - Siege an Tidball und Archibald
Der Sieg ging an den Briten William Tidball, der sich am Ende knapp gegen den Belgier Jules Hesters durchsetzte. Dritter wurde der Spanier Sebastian Mora. Theo Reinhardt fuhr auf Platz sieben, Schmidbauer auf Rang elf und Imhof kam nicht über Rang 16 hinaus.
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Tidball lässt die Londoner Fans in der Elimination jubeln
Quelle: Eurosport
Bei den Frauen musste das sogenannte Ausscheidungsfahren nach nur wenigen Runden abgebrochen werden. Es kam mitten im Feld zu einem Sturz, durch den dann mehr als die Hälfte der Fahrerinnen zu Boden gerissen wurden.
Nach den Keirin-Finals wurde das Rennen als letztes Event des Abends dann aber nochmal neu gestartet und der Sieg ging, wie schon bei allen anderen Stationen dieser Champions-League-Saison an die britische Gesamtführende der Endurance League, Archibald. Wie schon in der Vorwoche gewann sie erneut in einem Duell mit Stenberg auf der letzten Runde des Abends im Velodrom von London.
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