Becky Hammon versuchte erst gar nicht, ihren historischen Auftritt kleinzureden, wem hätte sie auch etwas vormachen sollen? Na klar, sei das "eine große Sache" und "ein bedeutender Moment", gab Hammon zu. Dabei hatte sie beim Basketballteam der San Antonio Spurs nur ihren Job gemacht - und doch wieder einmal eine Grenze überwunden. Als erste Frau in der Geschichte der großen US-Profiligen trug sie die Verantwortung für ein Team.
Beim 107:121 gegen NBA-Champion Los Angeles Lakers schlug im zweiten Viertel Hammons Stunde: Chefcoach Gregg Popovich war nach einer Diskussion mit den Schiedsrichtern des Feldes verwiesen worden. Auf dem Weg in die Katakomben zeigte er auf seine Co-Trainerin: "Er hat gesagt: 'Du machst das.' Und das war es. So ist Pop", erzählte Hammon später.
Obwohl LeBron James an seinem 36. Geburtstag mit dem 1000. NBA-Spiel in Folge mit einer zweistelligen Punkteausbeute einen weiteren Meilenstein erreichte und gemeinsam mit dem starken Dennis Schröder (21 Punkte) sein Team zum Sieg führte, stand Hammon im Mittelpunkt. So etwas hatte es noch nie gegeben, doch es hatte sich angedeutet.
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Seit 2007 arbeitet Hammon, die neben der amerikanischen auch die russische Staatsbürgerschaft besitzt, in San Antonio. Zunächst als Spielerin in der WNBA für die Silver Stars, seit 2014 als Co-Trainerin bei den Spurs. "Ich bin nun seit 13 Jahren hier in San Antonio und habe viel Zeit investiert, aber auch der Verein hat viel Zeit investiert und mir geholfen, besser zu werden", sagte die Olympiadritte von 2008.

Popovich lobt Hammon: "Sie hat alle Voraussetzungen, um mal ein guter NBA-Coach zu sein"

Schon 2015 machte Hammon auf sich aufmerksam, als sie die Spurs in der NBA Summer League zum Sieg führte. Damals zeigte sie, dass sie sich auch in der ersten Reihe den nötigen Respekt verschafft, als Chef Popovich allerdings im November 2019 schon einmal ausgeschlossen wurde, übernahm Vereinsikone Tim Duncan dessen Job. Doch der Champion von einst ist mittlerweile Geschichte in San Antonio, Hammon ist die Nummer eins nach Popovich.
Dessen Vertrag läuft 2022 aus, dann ist das Urgestein, das als Coach und Präsident den texanischen Klub nahezu im Alleingang leitet, 73 Jahre alt. "Sie hat alle Voraussetzungen, um mal ein richtig guter Coach in der NBA zu sein", sagte Popovich zuletzt über Hammon. Bereitet er somit seine Nachfolge vor? Immerhin ist Hammon umworben, sie stand bereits bei den Milwaukee Bucks als Cheftrainerin auf dem Zettel.
Die Anerkennung hat sich Hammon hart erarbeitet, Superstar James lobte sie in höchsten Tönen, und Lakers-Coach Frank Vogel sagte nach dem historischen Abend in San Antonio: "Sie weiß, was sie tut. Sie ist aus guten Gründen hier. Sie ist ausgerüstet. Sie ist intelligent. Die Jungs haben Respekt vor ihr. Ich glaube, sie wird eines Tages Cheftrainerin in dieser Liga sein." Und damit das nächste Kapitel Sportgeschichte schreiben.
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(SID)

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