Benedikt Doll weiß, wie viel zusammenkommen muss, um Weltmeister zu werden. Schließlich war ihm genau dies vor drei Jahren im Sprint von Hochfilzen schon gelungen. "Ich muss ein perfektes Rennen machen und sehr gutes Skimaterial haben", erklärt der 29 Jahre alte Biathlet den Weg zu Gold. Mittlerweile, und auch das weiß Doll vor dem WM-Sprint in Antholz, muss allerdings selbst das nicht reichen.

Denn vor dem Rennen über 10 km am Samstag (ab 14:45 Uhr live bei Eurosport 1 und Eurosport Player) überstrahlt ein Athlet alles: Johannes Thingnes Bö. Bei dem Norweger, sagte Doll, müsse man schon "auf eine Schwäche hoffen. Wenn der ein perfektes Rennen macht, ist er eigentlich fast nicht besiegbar." Den ersten Titel in Antholz holte sich Bö direkt zum Auftakt mit der Mixed-Staffel - und auch im Sprint wäre alles andere als Gold für den Titelverteidiger eine Überraschung.

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Doll bezwang Bö in dieser Saison im Sprint

Bö verkörpert sowohl am Schießstand als auch in der Loipe Weltklasse, und er liebt den Sprint. In der Vorsaison gewann er sieben von neun Rennen über die Kurzdistanz. In diesem Winter waren es bei fünf Sprints zwar "nur" zwei Siege - allerdings ließ der Gesamtweltcupsieger die Rennen in Oberhof und Ruhpolding im Januar wegen der Geburt seines ersten Sohnes auch aus. Der einzige, der in Bös Anwesenheit in dieser Saison einen Sprint gewinnen konnte, war: Benedikt Doll.

Eine Medaille soll es deshalb in Antholz schon sein. Schließlich reiste Doll mit guter Form nach Südtirol, neben seinem Sieg in Le Grand Bornand stand er zwei weitere Male auf dem Podest. Entsprechend groß ist das Selbstvertrauen.

Doll: "Ich habe vor, die Medaillenränge anzugreifen"

"Bei der WM sind dieselben Leute am Start wie im Weltcup. Dort hat es schon fürs Podest gereicht, dann ist es natürlich auch das Ziel, dass es auch bei der WM fürs Podium reicht", sagte der Breitnauer: "Es wäre nicht ehrlich zu sagen, ich will nur dabei sein. Ich habe vor, die Medaillenränge anzugreifen, das wird aber nicht einfach."

Schon bei der WM-Generalprobe in Pokljuka hatte Doll gezeigt, dass er selbst die Stars der Szene nicht fürchten muss. Bei seinem zweiten Platz im Massenstart hatte er Einzel-Olympiasieger Bö auf der Zielgeraden in einem packenden Fight distanziert, zuvor hatte er bereits den siebenmaligen Gesamtweltcup-Sieger Martin Fourcade aus Frankreich in die Schranken verwiesen.

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Bundestrainer Kirchner ist optimistisch

Deshalb ist auch bei Bundestrainer Mark Kirchner, der neben Doll Olympiasieger Arnd Peiffer, Johannes Kühn und WM-Debütant Philipp Horn ins Rennen schickt, die Brust breit. "Wir wollen uns nicht kampflos ergeben. Wir haben auch keine Angst vor großen Namen", sagte er vor der WM: "Bestes Beispiel ist der Benni, der in Pokljuka im Massenstart mit Johannes Thingnes Bö und Martin Fourcade die beiden erfolgreichsten schlagen konnte. Wenn man das als Sinnbild und Motivation mitnimmt, müssen wir uns vor niemandem verstecken."

Und als gutes Omen kann ja auch immer noch die WM 2017 in Hochfilzen herhalten. Damals siegte Doll nämlich vor Bö.

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(SID)

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