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Biathlon-WM 2020: Schießschwäche der deutschen Biathleten gibt Rästel auf
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Publiziert 21/02/2020 um 00:48 GMT+1 Uhr
Wer nach Gründen für das bisher medaillenlose Abschneiden der deutschen Biathlon-Männer bei der WM in Antholz sucht, landet ganz schnell bei den schwachen Schießleistungen. Besonders deutlich wurde dies im Einzelrennen. Dort leisteten sich die vier DSV-Starter bei insgesamt 100 Schuss 24 Fehler. Die Ursachenforschung für das Debakel läuft, auch über einen externen Schießtrainer wird nachgedacht.
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Nach dem nächsten Offenbarungseid der deutschen Biathleten am Antholzer Schießstand machte sich Arnd Peiffer sofort an die Aufarbeitung. Leicht, da war sich der Sprint-Olympiasieger sicher, werde diese keinesfalls. Und blinder Aktionismus helfe da schon gar nicht. "Für komplexe Probleme", philosophierte Peiffer, "gibt es immer Lösungen, die einfach, offensichtlich und falsch sind". Doch klar ist auch: Lösungen braucht es, der mannschaftliche Blackout im WM-Einzel war keine Eintagsfliege.
Die schwachen Schießleistungen ziehen sich bei den Männern wie ein roter Faden durch die Titelkämpfe. Im Klassiker über 20 km verzeichneten die fünf DSV-Starter bei 100 Schüssen 24 Fahrkarten. Alleine bei Titelverteidiger Peiffer blieben sechs Scheiben stehen, er landete auf einem enttäuschenden 50. Platz.
DSV-Starter mit zu vielen Fehlschüssen
Abgesehen von Peiffer, der vor dem schießlastigen Wettkampf nur einen von 30 WM-Schüssen in Sprint und Verfolgung verfehlt hatte, hatten die deutschen Biathleten schon zuvor am kniffligen Schießstand große Probleme offenbart. Bereits in den ersten beiden Rennen leisteten sich Benedikt Doll (zehn Fehler), Philipp Horn (acht) und Johannes Kühn (neun) viel zu viele Fehlschüsse. Auch deshalb wartet der DSV immer noch auf die erste Medaille in den reinen Männer-Wettbewerben, in der Single-Mixed-Staffel holte Erik Lesser an der Seite von Franziska Preuß Silber.
Zwar sei es in der Antholzer Arena "unfassbar schwierig, den Wind zu lesen", sagte Ex-Weltmeister Doll und wollte "nicht überhysterisch reagieren", doch er betonte auch: "Ein paar kommen halt durch, und die gewinnen dann." Auf die Frage, ob Hilfe von außen durch einen externen Schießtrainer die Lösung sein könnte, meinte Peiffer:
Französischer Schießtrainer bei den Norwegern
Was frischer Wind bewirken kann, zeigten etwa die Norweger. 2016 lotsten sie den französischen Nationaltrainer Siegfried Mazet, der Martin Fourcade zu unzähligen Erfolgen geführt hatte, als Schießtrainer nach Skandinavien. Und auch dort leistete Mazet ganze Arbeit, machte aus dem überragenden Läufer Johannes Thingnes Bö auch einen Weltklasse-Schützen - und damit zum Dominator der Szene.
Zwar hat auch das deutsche Team solch einen Spezialisten, vor zwei Jahren wurde der frühere Frauen-Nationalcoach Gerald Hönig als Schieß-Bundestrainer installiert. Allerdings wird die Expertise des Thüringers von den Athleten nur selten in Anspruch genommen, in der ersten WM-Woche war er lediglich privat in Antholz.
Peiffer: "Müssen uns Gedanken machen"
Der Sportliche Leiter Bernd Eisenbichler hatte bereits am Rande des Weltcups in Oberhof im Januar betont, dass es ohnehin nicht vorgesehen sei, dass Hönig ständig im Spitzenbereich dabei sei. Der Schwerpunkt seiner Arbeit liege auf der Ausbildung im Anschluss- und Nachwuchsbereich.
Peiffer mahnte jedoch zur Vorsicht. "Einfach irgendeinen Schießtrainer zu holen, damit macht man es auch nicht gleich unbedingt besser", meinte der 32-Jährige: "Die Frage ist: Wen holt man, was soll der auch inhaltlich anders machen?" Aber natürlich, ergänzte er, müsse man sich "Gedanken machen".
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(SID)
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