Biathlon-WM: DSV-Damen erobern auch ohne Franziska Preuß Bronze - Frankreich triumphiert in Staffel

Die deutschen Damen haben sich in der Staffel der Biathlon-WM 2024 in Nove Mesto auf dramatische Art und Weise die Bronzemedaille geschnappt. Das DSV-Quartett um Janina Hettich-Walz, Selina Grotian, Vanessa Voigt und Sophia Schneider setzte sich beim letzten Schießen gegen das Überraschungsteam aus Estland durch. Die Goldmedaille sicherte sich indes Frankreich vor Schweden (+38,3 Sekunden).

Highlights: DSV-Quartett jubelt bei Frankreich-Triumph

Quelle: Eurosport

Auch bei der Heim-WM in Oberhof hatten die deutschen Frauen auf dem Podest gestanden und Silber gewonnen.
Trotz Patzern sicherte sich Topfavorit Frankreich Gold. Das Team mit Lou Jeanmonnot, Sophie Chauveau, Justine Braisaz-Bouchet und Julia Simon (2 Strafrunden + 11 Nachlader) setzte sich vor dem schwedischen Team (1+12/+38,3) durch. Das deutsche Quartett (0+9) hatte auf Rang drei 1:14,2 Minuten Rückstand auf die siegreichen Französinnen.
Wenige Stunden vor dem Start hatte die deutsche Mannschaft den kurzfristigen Ausfall von Anführerin Preuß verkraften müssen. Die 29-Jährige, eigentlich als Schlussläuferin eingeplant, fiel mit Halsschmerzen aus.
Dafür rückte Sophia Schneider in das Team, es war ihre Premiere als vierte Läuferin einer Staffel. Für die Frauen enden die Weltmeisterschaften am Sonntag mit dem Massenstart (13:45 Uhr live bei Eurosport sowie live und on-demand bei discovery+).
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Schneider sichert Staffel-Bronze beim letzten Schießen - die Entscheidung

Quelle: Eurosport

Simon und Frankreich trotzen Strafrunden

Nach einer "stressigen und nervösen Staffel" zeigte sich Simon, die ihre vierte Goldmedaille bei dieser WM eintütete, enorm erleichtert.
"Unglaublich", erklärte sie außer Atem im offiziellen Siegerinterview. "Es war ein schönes Gefühl, die Ziellinie als Erste zu überqueren." Die sechsmalige Weltmeisterin ließ beim allerletzten Schießen noch einmal Spannung aufkommen, drei Fehler leistete sie sich. Letzten Endes blieb ihr die Strafrunde aufgrund ihrer Souveränität aber erspart.
Doch bereits vor Simons Einsatz erwies sich die Staffel als besonders dramatisch. Ihre Teamkollegin Chauveau musste gleich zwei Strafrunden abspulen, Frankreich fiel zwischenzeitlich aus den Medaillenrängen.
"Ich war schon sehr nervös, als ich den anderen zugeschaut hab. Lou hat einen tollen Job gemacht, Sophie hat mich aber etwas emotional werden lassen", lachte Simon. "Ich dachte mir: 'Ja. Scheiße.'"
Der Turbo von Braisaz-Bouchet brachte Frankreich aber wieder zurück in die Erfolgsspur, damit Simon die Goldmedaille nur noch fixieren musste. "Es war ein toller Kampf", so die 27-Jährige abschließend.
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"Absolut klasse!" Grotian katapultiert Deutschland in Medaillenkampf

Quelle: Eurosport

Hettich-Walz: "Harter Kampf für uns alle"

Bei den deutschen Damen herrschte angesichts der Bronzemedaille - und damit der dritten DSV-Medaille bei dieser WM - ebenso große Freude. Startläuferin Hettich-Walz brachte das DSV-Quartett dank einer makellosen Leistung am Schießstand in eine aussichtsreiche Position und sprach im Anschluss von einer besonderen Herausforderung.
"Es war für uns alle ein harter Kampf", schilderte sie im Interview bei Eurosport. "Wir sind froh, endlich diese Medaille zu haben."
In der Loipe wollte es laut Hettich-Walz aber nicht so recht funktionieren. "Ich bin einfach extrem enttäuscht über das, was heute auf der Strecke passiert ist", unterstrich sie im "ZDF" direkt nach ihrem Lauf. "Ich bin keinen Meter mitgekommen. Das tut mir extrem leid für die ganze Mannschaft. Ich bin gerade absolut fassungslos."
"Ich hab es am Schießstand ganz gut rüber gebracht, habe aber den Anspruch mit 0+5, 0+5 an der Spitze zu übergeben und nicht mit einer halben Minute Rückstand", legte sie nach.
Allein am Material wollte es die 27-Jährige aber nicht festmachen. "Ich glaube, es ist eine Kombi aus allem. Es gab Abschnitte, in denen es sulzig war, gerade den Schießstand hoch oder in der ersten Schleife", so Hettich-Walz. "Da hatte ich mit meinem Ski extrem zu kämpfen. Ich hatte wahrscheinlich auch nicht den besten Tag. Ich habe gerade keine Worte."

Voigt: "Sehr hart erkämpfte Medaille"

Auch Voigt musste sich nach dem Rennen erst einmal sammeln, nachdem sie eine emotionale Achterbahnfahrt erlebt hatte.
"Ich habe einfach keine Worte dafür. Das Rennen war wirklich von hoch bis tief. Ich konnte mich im Ziel dann eigentlich nur aufregen", schilderte sie im "ZDF". "Hut ab vor Sophia, dass sie den letzten Schuss so noch reinsetzt. Ich habe keine Worte dafür. Wir haben uns das mehr als verdient."
Auf die Frage, ob die Schwierigkeiten auch mit den Skiern zusammengehängt habe, meinte Voigt: "Ja, ich habe heute auf der Runde sehr kämpfen müssen." Natürlich sei sie mit laufstarken Konkurrentinnen wie Braisaz-Bouchet unterwegs gewesen, aber sie habe dennoch gemerkt, dass "es vom Fuß gar nicht geht".
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Vanessa Voigt bei der Biathlon-WM 2024 in Nove Mesto

Fotocredit: Getty Images

"Ich habe mich im Ziel echt total aufregen müssen. Es ist halt so schade, weil vom Gefühl her habe ich das Rennen meines Lebens gemacht, aber es flutscht einfach nicht", erklärte sie weiter.
Mit der Bronzemedaille hat es für Voigt und Co. aber dennoch ein Happy End gegeben. "Ich glaube, wir haben so laut geschrien, das ganze Stadion hat sich erschrocken", blickte sie auf den deutschen Jubelsturm nachdem Schneider das Edelmetall unter Dach und Fach gebracht hatte. "Aber wenn es eine Medaille ist, muss man das natürlich auch bejubeln. Es war eine sehr hart erkämpfte Medaille."
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Wierer: "Deutschland hatte etwas, was alle anderen nicht hatten"

Quelle: Eurosport

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