Biathlon-WM - Vanessa Voigt erhält Rückendeckung nach Hasskommentaren und Björndalen-Kritik in Nove Mesto

Vanessa Voigt erlebt keine einfachen Tage bei der Biathlon-WM in Nove Mesto. Nachdem sich die Skijägerin nach den Plätzen 18 und 15 in Sprint und Verfolgung öffentlich zu Hasskommentaren im Netz geäußert hatte, erntete sie Kritik von Biathlon-Legende Ole Einar Björndalen. Während der Norweger der Thüringerin nur wenig Mitgefühl entgegenbrachte, zeigten sich andere Biathletinnen verständnisvoller.

Voigt exklusiv: Heute weine ich Tränen vor Freude

Quelle: Eurosport

"Sie sollten mal selber bei einer WM laufen und versuchen, mit einer Herzfrequenz von 200 Schlägen pro Minute fünf Scheiben zu treffen. Das ist gar nicht so einfach", sagte die Norwegerin Marit Ishol Skogan gegenüber dem "NRK".
Es sei unglaublich schlimm, dass Voigt so etwas erleben müsse, so die 25-Jährige weiter: "Diejenigen, die so etwas tun, sollten sich zusammenreißen und etwas trinken gehen."
Voigt hatte sich nach den Leistungen der deutschen Mannschaft im Rahmen der Titelkämpfe in Nove Mesto zu Beleidigungen und Hassnachrichten im Netz geäußert. Wenn Leute, "die auf der Couch vor dem Fernseher sitzen und vielleicht selber noch nie auf den Ski gestanden sind, einfach ihre Kritik anbringen", obwohl sie Voigt gar nicht kennen, sei das "ganz schön schwach", so die Deutsche am Montag im "Sportschau"-Podcast.
"Ich war wirklich enttäuscht von meinen Rennen und dachte, ich würde ein paar aufmunternde Nachrichten bekommen, aber was ich las, waren ein Haufen böser Nachrichten wie 'Geh nach Hause!' und so weiter." Voigt versuche im Umgang mit Hassnachrichten zwar von älteren Athleten zu lernen, könne Beleidigungen im Netz aber nicht komplett ausblenden.

Öberg: "Eine Schande"

Von Biathlon-Legende Björndalen hatte Voigt daraufhin erhebliche Kritik geerntet: "Viel Zeit am Handy und in den sozialen Netzwerken zu verbringen, ist nicht das Klügste, wenn man bei einer WM ist, wo nur Leistung zählt. Sich so von negativer Kritik beeinflussen zu lassen, kommt mir sehr amateurhaft vor".
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Biahlon-Legende Ole Einar Björndalen

Fotocredit: Imago

Viele Biathletinnen zeigten sich angeprochen auf die zahlreichen Hasskommentare, die Voigt erhalten habe, verständnisvoll.
"Es ist eine Schande, wenn die Fans fast gegen einen arbeiten. Ich wünschte, ich könnte sagen, dass mir das erspart geblieben ist, aber natürlich passiert das von Zeit zu Zeit. Vor allem, wenn ich eine schlechtere Phase habe", erklärte Elvira Öberg in Nove Mesto .
Um sich von Beleidigungen und Hass im Netz zu schützen, habe die Schwedin ihr Handy in den vergangenen WM-Tagen des öfteren zur Seite gelegt: "Ich habe mein Telefon weggepackt, bin selten in den sozialen Medien unterwegs und lese weniger. Ich versuche, mich abzuschotten."

Dahlmeier plädiert für mehr Achtsamkeit

Biathlon-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier plädierte im Interview mit dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland" für mehr Achtsamkeit in den sozialen Median. Athletinnen und Athleten müssten einen Weg finden, um mit solchen Nachrichten umzugehen, denn diese seien ein "leider ein Problem der heutigen Zeit".
"Es ist viel leichter, Hasskommentare ins Netz zu stellen, als jemandem persönlich gegenüberzutreten. Ich glaube, dass wir da alle ein bisschen achtsamer werden müssen und uns überlegen sollten, welche Worte richtig sind – und welche nicht", so die siebenfache Weltmeisterin am Samstag.
"Als Athletin oder Athlet sollte man sich überlegen, wann der richtige Zeitpunkt ist, um sich Kommentare durchzulesen", meinte Dahlmeier allerdings weiter: "Da muss man sich auch ein Stück weit schützen."
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Voigt bitter enttäuscht: "Ich habe Tränen in den Augen"

Quelle: Eurosport

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