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Biathlon-WM - Ole Einar Björndalen fürchtet Negativtrend: "Dominanz ist nicht gut für den Sport"
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Publiziert 16/02/2024 um 07:11 GMT+1 Uhr
Norwegen und Frankreich liefern sich bei der Biathlon-WM in Nove Mesto ein packendes Duell um die Führung im Medaillenspiegel. Lediglich Italien, Deutschland und Schweden konnten die beiden dominierenden Nationen im Kampf um Edelmetall bislang zumindest etwas ärgern. Die norwegische Biathlon-Legende Ole Einar Björndalen fürchtet einen Negativtrend in der Entwicklung der Sportart.
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Quelle: Eurosport
"Dominanz ist nicht gut für den Sport", erklärte Björndalen gegenüber der Nachrichtenagentur "NTB".
"Der Trend ist schon seit einer Weile zu beobachten. Wenn sich die IBU jetzt nicht darum kümmert, wird es für uns in drei oder vier Jahren genauso schlimm sein wie im Skilanglauf. Ich interessiere mich sehr für den Skilanglauf, aber ich schaue ihm nicht mehr zu", gestand der 50-Jährige.
Seit vielen Jahren dominieren die norwegischen Männer im Skilanglauf. Mit Harald Östberg Amundsen, Erik Valnes, Johannes Hösflot Kläbo, Pal Golberg und Martin Löwström Nyenget liegen fünf Norweger innerhalb der vorderen sechs Plätze im Gesamtweltcup.
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Einzig DSV-Läufer Friedrich Moch kann sich als Fünfter im Gesamtklassement vor dem Norweger Nyenget einreihen.
Ähnlich sieht die Situation derzeit bei den Biathleten aus. Im Gesamt-Weltcup belegen die sechs Norweger Johannes Thingnes Bö, Johannes Dale-Skjevdal, Tarjei Bö, Vetle Sjaastad Christiansen, Endre Strömsheim und Sturla Holm Lägreid die ersten sechs Ränge.
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Bei der WM in Nove Mesto gingen acht von neun Einzel-Medaillen an die norwegischen Männer. Bei den Damen sicherten sich die Französinnen Julia Simon, Justine Braisaz-Bouchet und Lou Jeanmonnot sechs von neun Einzel-Medaillen.
Dahlin: "Ich finde es besorgniserregend"
"Wir haben die Tatsache, dass viele Nationen Podiumsplätze belegen, als einen unserer wichtigsten Vorteile angesehen. Es geht um den Wert der Vermarktungsrechte und der TV-Rechte, um unseren Sport spannend zu halten", stützte der Präsident der Internationalen Biathlon Union (IBU), Olle Dahlin, Biathlon-Legende Björndalen. Der Schwede findet es "besorgniserregend, dass es bisher nur Italien, Deutschland und Schweden geschafft haben, Norwegen und Frankreich bei der WM herauszufordern".
Nach acht von zwölf WM-Entscheidungen führt Frankreich den Medaillenspiegel an (4x Gold, 1x Silber, 3x Bronze). Mit dem Sieg von Quentin Fillon Maillet und Lou Jeanmonnot in der Single-Mixed-Staffel setzten sich die Franzosen am Donnerstag vor die Norweger, die zwar mehr Medaillen gewannen, aber über eine goldene weniger jubeln durften.
Björndalen glaubt, dass der Biathlon-Weltcup unter der Einführung des Fluor-Verbots in dieser Saison gelitten habe, denn nur die großen Nationen hätten die Möglichkeit, gutes Material und fluorfreie Wachse zu entwickeln.
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IBU-Präsident Olle Dahlin bei der WM in Nove Mesto
Fotocredit: Imago
IBU-Präsident Dahlin gibt dem 20-maligen Weltmeister recht: "Es hat den besten Nationen einen noch größeren Vorteil verschafft."
IBU unterstützt Nationen mit Mentoring-Programmen
Die IBU müsse mehr tun, um diese Lücke zu schließen, forderte Björndalen.
"Die erste Saison wird immer eine Herausforderung sein, aber das lässt sich lösen. Der Technologietransfer wird recht schnell vonstattengehen. Die Wachshersteller sind in den Prozess eingebunden, und es findet ein Austausch von Fachwissen zwischen Wachsteams der Nationen statt", erklärte Dahlin bezüglich des Fluor-Verbots.
Um auch kleineren Nationen zu helfen, fahre die IBU ein umfangreiches Entwicklungsprogramm, welches Teams durch "maßgeschneiderte Mentoring-Programme" unterstütze, so der Schwede. Nationen hätten dabei die Möglichkeit, Lasergewehre zu erhalten, um junge Menschen für den Biathlonsport zu gewinnen.
"Viele können auch von Schweden lernen. Sie haben ein Zentrum in Östersund geschaffen, das die gesamte Nationalmannschaft zusammenbringt", so Dahlin. In Schweden sei die Anzahl der aktiven Biathleten in den vergangenen Jahren von 500 auf 2000 gestiegen.
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