Schempp, Weltmeister im Massenstart 2017 in Hochfilzen sowie dreifacher Medaillengewinner bei Olympischen Spielen, hatte am Donnerstag in einem emotionalen Post auf Instagram sein Karriereende bekannt gegeben.
"Seit einiger Zeit spüre ich, dass mein Körper nicht mehr voll belastbar ist, und an diesem Zustand konnte leider auch mein unbändiger Wille nichts ändern", schrieb der 32-Jährige.
Greis, der seine Karriere als Skijäger 2012 beendete, hatte Schempp bei dessen Anfängen im Biathlon-Zirkus begleitet. "Simon ist 2007 in die Ruhpoldinger Trainingsgruppe mit Andreas Birnbacher und mir dazugestoßen. In meiner aktiven Zeit haben wir viele schöne, prägende Momente erlebt und Erfolge gefeiert", erklärt der Gesamtweltcup-Sieger der Saison 2006/07 gegenüber Eurosport.de.
Biathlon
Schempp beendet Karriere: "Meine schwerste Entscheidung"
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Zwischen 2009 und 2012 gingen Greis und Schempp dann gemeinsam für Deutschland im Weltcup an den Start. "Es schwingt schon ein wenig Wehmut mit, dass jetzt auch der letzte Mohikaner das Gewehr an den Nagel hängt", betont Greis.

Greis: Schempp-Rücktritt "konsequent"

Größter gemeinsamer Erfolg war der Gewinn der Bronzemedaille in der Staffel bei der WM 2012 - ausgerechnet in Ruhpolding. Damals in der Besetzung Schempp, Birnbacher, Greis und Arnd Peiffer kam das deutsche Team hinter Norwegen und Frankreich ins Ziel.
Während Platz drei für Greis der letzte große Erfolg seiner erfolgreichen Laufbahn bedeutete, nahm die von Schempp erst im Anschluss richtig Fahrt auf. Bei den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi holte er Silber in der Staffel, ein Jahr später bei der WM in Kontiolahti Staffel-Gold. Neben 18 Weltcupsiegen (12 im Einzel) war der WM-Titel im Massenstart 2017 Schempps größter Erfolg.

Simon Schempp, Andreas Birnbacher, Michael Greis und Arnd Peiffer (v.r.n.l.) mit ihren Bronzemedaillen beim Staffelrennen bei der WM 2012 in Ruhpolding

Fotocredit: Imago

Doch nach den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang, bei denen Schempp Silber im Massenstart und Bronze mit der Staffel holte, ging es zuletzt sportlich für den gebürtigen Baden-Württemberger bergab. Bei Bundestrainer Mark Kirchner war Schempp, der nach einem Radunfall im Sommer 2018 immer wieder an Schulterproblemen laborierte, nur noch selten im Weltcup gesetzt.
Nicht zuletzt deshalb ist Schempps Rückzug aus dem Biathlon in den Augen von Greis ein logischer Schritt: "Ich war in den letzten Monaten öfter mit Simon im Austausch. Man hat ihm angemerkt, dass die stetige Suche nach Körpergefühl und Leistungsfähigkeit Spuren hinterlassen hat. Deshalb ist die Entscheidung über den Rücktritt konsequent, auch zu diesem Zeitpunkt mitten in der Saison. Er wollte das Kapitel abschließen, sich fortan neuen Aufgaben und Zielen stellen."
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