Simon Schempp hat genug von den quälenden Verletzungen und den andauernden Rückschlägen. Zwei Jahre stemmte sich der 32-Jährige fast schon verzweifelt gegen das Ende seiner beeindruckenden Karriere - nun hat der viermalige Weltmeister den Kampf erschöpft aufgegeben.
"Seit einiger Zeit spüre ich, dass mein Körper nicht mehr voll belastbar ist, und an diesem Zustand konnte leider auch mein unbändiger Wille nichts ändern", schrieb Schempp am Donnerstag auf seinem Instagram-Kanal.
Er konnte "schlussendlich nicht mehr der Biathlet sein, der ich lange war, weder im Wettkampf noch im Training. Dieses Signal kann und will ich nicht länger ignorieren", betonte der Athlet von der Ski-Zunft Uhingen. Es sei zwar "die schwerste Entscheidung meiner Laufbahn" gewesen, "aber es fühlt sich gut und genau richtig an".
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Die Verfolgung in Oberhof vor zwei Wochen war nach zwölf Jahren im Weltcup sein letzter Auftritt gewesen. Er, der einstige Weltklasseathlet mit 26 Podestplätzen, war auf der Strecke von der Konkurrenz regelrecht demontiert worden. Nach Platz 45 hatte ihn Bundestrainer Mark Kirchner anschließend aus dem Kader gestrichen. Jetzt will sich Schempp, Freund von Biathletin Franziska Preuß, einem Studium widmen.

Sportlicher Leiter Eisenbichler lobt Schempp als "absoluten Vorzeigeathleten"

Die Entscheidung war nur eine Frage der Zeit gewesen, dennoch war das Bedauern beim Deutschen Skiverband (DSV) über den Abgang von Schempp groß. Der Sportliche Leiter Bernd Eisenbichler würdigte den Massenstart-Weltmeister von 2017 als "absoluten Vorzeigeathleten", der das deutsche Team geprägt habe. "Simons Entscheidung ist nachvollziehbar. Er wird uns aber nicht nur sportlich, sondern auch menschlich fehlen", ergänzte Sportdirektorin Karin Orgeldinger.
Ein Sturz beim Radtraining im Sommer 2018 mit anschließender Schulter-Operation war der Anfang vom Ende bei Schempp. Es häuften sich die Verletzungen, vor allem der Rücken plagte immer wieder. Schon 2019 war Schempp frühzeitig im Weltcup ausgestiegen, auch in der vergangenen Saison hatte er vergeblich den Anschluss an die Weltspitze gesucht.
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Schempp: "Dank dir, liebes Biathlon!"

Was bleibt sind vor allem großartige Erfolge mit der Staffel. Dreimal holte Schempp Gold bei Weltmeisterschaften mit dem deutschen Team, dazu kamen Silber und Bronze bei den Olympischen Spielen 2014 und 2018. In Pyeongchang verpasste er als Zweiter im Massenstart seine Krönung im Zielsprint gegen Martin Fourcade nur ganz knapp.
"Dank Dir, liebes Biathlon, durfte ich große Erfolge feiern, die immer in meinem Kopf und vor allem in meinem Herzen bleiben!", schrieb Schempp beim Rückblick auf seine zahlreichen Erfolge.
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(SID)

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