Weltcup in Hochfilzen - Julia Simon mit durchwachsenem Comeback nach Kreditkartenaffäre: "Niemand ist freundlich zu mir"
Update 12/12/2025 um 22:59 GMT+1 Uhr
Beim Sprint in Hochfilzen (AUT) feierte Julia Simon ihr Comeback im Weltcup. Die Französin hatte nach der Kreditkartenaffäre bei den ersten Rennen im schwedischen Östersund noch gesperrt gefehlt, nun kehrte sie erstmals nach ihrer Verurteilung in den Weltcup-Kader Frankreichs zurück. Angesprochen auf die Stimmung im Team, ließ sie anschließend tief blicken: "Niemand ist freundlich zu mir."
Highlights: Jeanmonnot nicht zu schlagen, Magnusson in Gelb
Quelle: Eurosport
Der Sieg von Lou Jeanmonnot im Sprint zum Auftakt des Biathlon-Weltcups in Hochfilzen geriet beinahe in den Hintergrund - schließlich waren in Österreich am Freitag alle Augen auf Julia Simon gerichtet.
Erstmals nach ihrer Verurteilung und anschließender Sperre wegen der viel zitierten Kreditkartenaffäre stand die 29-Jährige wieder im französischen Aufgebot.
Sportlich hat Simon, die in der Vorbereitung auf den Olympia-Winter teilweise individuell trainieren musste, offenbar noch Aufholbedarf. Mit nur einem Schießfehler lief die Einzel-Weltmeisterin lediglich auf Rang 19 - mit 1:09,7 Minuten Rückstand hatte auf ihre siegreiche und fehlerfreie Teamkollegin.
Im Interview mit der "ARD" gab sich Simon dennoch zufrieden: "Ich bin glücklich mit meiner Leistung. Ich fühle mich wie ein Zug, der jetzt losfährt. Aber ich bin noch ein bisschen hintendran und versuche, diesen Zug zu kriegen."
Simon gestand Kreditkarten-Klau von Braisaz-Bouchet
Im Oktober hatte Simon vor Gericht gestanden, die Kreditkartendaten ihrer Teamkollegin Justine Braisaz-Bouchet sowie einer Team-Physiotherapeutin entwendet und Waren im Wert von rund 2500 Euro im Internet bestellt zu haben.
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Julia Simon kehrte in Hochfilzen in den Weltcup zurück
Fotocredit: Getty Images
Bei ihrer Rückkehr in Hochfilzen wirkte die Spitzenathletin entsprechend isoliert. Vor dem Rennen war zu beobachten, wie sie sich individuell aufwärmte und vorbereitete. "Es war nicht leicht, vor allem der mediale Teil war sehr schwer", gestand Simon dann auch im "ARD"-Interview, "aber ich habe viel in meinem Leben und über das Leben gelernt".
Sie habe gehadert, ob sie überhaupt noch einmal zurück in den Sport finden würde: "Was machst du im Leben, komme ich jemals zurück in den Weltcup? Und es waren immer die gleichen Antworten für mich: Ja, ich liebe das, ich habe noch ein paar gute Rennen vor mir."
Stimmung in Frankreichs Team bleibt unterkühlt
Die Stimmung im Team scheint allerdings weiter unterkühlt zu sein: "Wir sind Wettkämpfer, es ist niemand freundlich zu mir, und wir haben ein gutes Team. Die Mädchen im IBU-Cup sind stark, wir hier sind stark. Alle wollen die besten Ergebnisse erreichen. Wir kämpfen untereinander um die Plätze. Es ist immer sehr schwer."
Simon aber will das ausblenden, denn: "Ich bin hier für den Sport."
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