Julia Simon hat Kreditkartenaffäre "geholfen": Französin blickt nach Mega-Saison auf jahrelange Schlammschlacht zurück
Publiziert 31/03/2026 um 18:24 GMT+2 Uhr
Hinter Julia Simon liegt ein außergewöhnlicher Biathlon-Winter: Bei den Olympischen Spielen räumte die Französin drei Goldmedaillen ab, im Massenstart schnappte sie sich die kleine Kristallkugel. Eine Saison, die sie nicht vergessen wird - auch weil sie die ersten Rennen aufgrund der Nachwirkungen der Kreditkartenaffäre verpasst hatte. Letztere soll ihr aber erstaunliche Kräfte verliehen haben.
Highlights: Simon siegt mit Schnellfeuereinlage
Quelle: Eurosport
"Sobald ich auf der Strecke stand, ging es nur noch um Biathlon, weil ich an nichts anderes denken wollte", blickte Simon in einem ausführlichen Interview mit dem französischen Magazin "Society" auf die jahrelange Schlammschlacht zurück.
Im vergangenen Oktober war die 29-Jährige zu einer dreimonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden, da sie die Kreditkartendaten ihrer Teamkollegin Justine Braisaz-Bouchet gestohlen und damit Einkäufe getätigt hatte. Die ersten Betrugsvorwürfe kamen 2022 auf, im Sommer 2023 erstattete Braisaz-Bouchet Anzeige.
Von den Nebenschauplätzen ließ sich Simon aber nicht beeinflussen. Vielmehr habe sie ihren Fokus auf sich selbst gerichtet, ihre "Beziehungen neu bewertet und mich auf meine Familie, meine engen Freunde und diejenigen gestützt, die mich bedingungslos lieben."
Biathlon
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Dadurch habe sie sich "selbst wiedergefunden, ich habe mich grundlegend neu orientiert: Warum betreibe ich diesen Sport? Letztendlich wurde mir klar, dass ich das, was ich tue, liebe, dass Biathlon alles ist, was mich motiviert und mir Kraft gibt."
Simon: "Es hat mich nicht berührt"
Keine hohlen Floskeln seitens der dreimaligen Olympiasiegerin. Trotz der steten Unruhen innerhalb der französischen Mannschaft feierte sie in diesem Zeitraum neun ihrer zehn WM-Titel, besonders stolz war sie jedoch auf eine andere Auszeichnung.
"Meine Geschichte und mein Abenteuer waren noch nicht zu Ende. 2023 gewann ich meine erste Einzelmedaille bei einer Weltmeisterschaft und anschließend den Gesamtweltcup, der die beste Biathletin der Saison auszeichnet", so Simon. "Es gibt viele großartige Champions, die ihn nie gewonnen haben."
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Simon-Show besiegelt Frankreich-Gold – Voigt kann nicht mehr angreifen
Quelle: Eurosport
Aufgrund ihres eigenen Fehltritts und der hohen Wellen, die er schlug, wurde sie für Angriffe von außen völlig immun.
"Von da an konnten die Leute sagen, was sie wollten, sie konnten mich in den Medien angreifen - und ich denke, sie haben das ganz klar ausgenutzt. Aber es hat mich nicht berührt", schilderte sie ihre Erfahrungen. "Denn ich weiß, wer ich bin, ich kenne meinen Wert und was ich will."
So skurril es klingen mag: Die Kreditkartenaffäre habe ihr "gewissermaßen geholfen, mich noch stärker auf mein Biathlon zu konzentrieren."
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