Justine Braisaz-Bouchet packt in Kreditkartenaffäre mit Julia Simon aus: Französin erhielt Drohungen gegen ihre Tochter

Am zurückliegenden Weltcup-Wochenende kehrte Julia Simon nach ihrer zwischenzeitlichen Verbannung aus dem französischen Kader zurück und startete in den Biathlon-Winter. Die Kreditkartenaffäre rund um die 29-Jährige und ihre Teamkollegin Justine Braisaz-Bouchet ist damit noch lange nicht abgeschlossen. Vor allem Letztere hatte mit den Nebenwirkungen der Straftat, deren Opfer sie war, zu kämpfen.

Justine Braisaz-Bouchet (rechts) und Julia Simon (links)

Fotocredit: Getty Images

"Ich lebe mein Leben. Ich versuche, den Arbeitsbereich aller zu respektieren. Egal, wer mir in meinem Team oder bei den anderen Athleten gegenübersteht", erklärte Braisaz-Bouchet in einem Interview mit "RMC Sport".
In der Biathlonfamilie respektiere die fünfmalige Weltmeisterin "den professionellen Raum jedes Einzelnen, unabhängig davon, wer er ist. Im Privaten habe ich meine Freunde und meine Familie. Ich trenne das klar voneinander."
Trotz dieser Einstellung musste die französische Star-Biathletin mitansehen, wie schnell die Grenzen zwischen Privatleben und Außenwelt verwischen können - vor allem, wenn man im Rampenlicht steht.
Im Spätsommer 2023 wurden die ersten Anschuldigungen gegen Simon öffentlich, wonach die Gesamtweltcupsiegerin der Saison 2022/23 mit gestohlenen Kreditkarten Gegenstände im Wert von 3000 Euro gekauft haben soll. Unter den Opfern befand sich auch Braisaz-Bouchet.

Braisaz-Bouchet: "Gibt Leute, die mich nicht mögen"

"In den Köpfen vieler Menschen war ich die eigentliche Unruhestifterin, die versucht hat, die andere hereinzulegen", blickte sie zurück. "Das ging zweieinhalb, drei Jahre lang in diesem Ton weiter, bevor der Fall überhaupt verhandelt wurde."
Braisaz-Bouchet versuchte Abstand von den Spekulationen zu gewinnen. Immerhin wusste sie um die Wahrheit, aber "für viele war die Angelegenheit längst entschieden. Unabhängig vom Urteil gab es Wut", bedauerte sie. "Natürlich verletzt mich das persönlich. Aber ich bin nicht hier, um die Meinung der Menschen zu ändern. Es gibt Leute, die mich nicht mögen. So ist es, damit habe ich kein Problem."
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Justine Braisaz-Bouchet beim Weltcup in Hochfilzen

Fotocredit: Getty Images

Die beschriebene Wut drückte sich vor allem in Hassnachrichten in den Sozialen Medien aus, denen die Olympiasiegerin von Peking normalerweise kaum Beachtung schenkte. In der jüngeren Vergangenheit wurden jedoch bestimmte Grenzen zu oft überschritten.
"Einige dieser Hassnachrichten zu lesen, hat mir regelrecht einen Schauer über den Rücken gejagt", sagte sie und erzählte von einem Vorfall, der sich während des Weltcups in Östersund ereignet hatte.
"Es war eine Person, die auf Französisch geschrieben hat und sehr gewalttätige Worte gegenüber meiner kleinen Tochter benutzt hat", schilderte sie. "Ich kenne den Grund dafür nicht, ich habe dieser Person nicht einmal eine Frage gestellt. Seit diesem Moment habe ich meine Accounts gelöscht."

Jeanmonnot stand Braisaz-Bouchet bei

Beleidigungen seien keine Seltenheit in den Sozialen Medien, "aber so etwas - so privat und persönlich - habe ich als besonders hart empfunden", unterstrich sie.
Nach diesem Angriff auf ihre Tochter fand Braisaz-Bouchet bei ihrer Mannschaftskameradin Lou Jeanmonnot Trost. "Sie ist eine wirkliche Freundin. Ich musste das rauslassen, weil mir das wirklich eiskalte Schauer über den Rücken gejagt hat", wusste sie den Freundschaftsdienst zu schätzen.
Jeanmonnot selbst reagierte fassungslos auf diesen Vorfall. "Das widert mich an. Es ist nicht normal, dass das ein solches Ausmaß angenommen hat", so die 27-Jährige. "All das mitzuerleben, war hart. Man fühlt sich machtlos gegenüber der menschlichen Grausamkeit."
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Lou Jeanmonnot und Justine Braisaz-Bouchet

Fotocredit: Getty Images

Die Beweggründe für eine solche Nachricht interessieren Braisaz-Bouchet letzten Endes nicht. "Bei dieser konkreten Drohung gegen meine Tochter stelle ich keinen Zusammenhang her", blickte sie auf den Rechtsstreit mit Simon. "Andererseits bekomme ich sehr viele Beleidigungen im Zusammenhang mit der Affäre und dem, was passiert ist. Das hat sehr viele Menschen wütend gemacht."
Für sie selbst sei ein Haken hinter der Angelegenheit. "Aber ehrlich gesagt versuche ich nicht einmal zu verstehen, warum jeder seine eigene Meinung hat. Ich nehme bewusst Abstand von dieser Geschichte – das ist meine Art damit umzugehen."
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Quelle: Eurosport


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