Biathlon-Legende Ole Einar Björndalen kritisiert deutsche Biathlon-Herren: "Irgendetwas läuft falsch"

Ole Einar Björndalen geht mit den deutschen Biathlon-Männern hart ins Gericht. "Ich bin überrascht, dass die Deutschen nicht einen souveränen Athleten hervorbringen. Das ist lange her", erklärte die norwegische Biathlon-Legende gegenüber der "Sport Bild". Der letzte sei aus seiner Sicht Sven Fischer gewesen. Der DSV habe zwar "gute Biathleten, aber keinen richtig guten", so Björndalen weiter.

Ole Einar Björndalen

Fotocredit: Getty Images

"Auch bei einem Arnd Peiffer musste alles zusammenkommen, damit er gewinnt. Er war aber kein Seriensieger wie die Norweger", ergänzte der 49-Jährige. Aktuell seien sechs Norweger "deutlich besser als der beste Deutsche. Das darf eigentlich nicht sein."
Für eine Biathlon-Nation wie Deutschland sei dies "schade. Irgendetwas läuft da falsch", so Björndalen, der mittlerweile als TV-Experte im norwegischen Fernsehen arbeitet.
Der Gesamtweltcupvierte Benedikt Doll feierte zuletzt in Östersund den bisher einzigen Sieg eines deutschen Biathleten in dieser Saison.
Die Dominanz der Norweger versuchte der 20-malige Weltmeister wie folgt zu erklären: "Wir trainieren ziemlich schlau, wahrscheinlich schlauer als andere Länder. Wir trainieren das ganze Jahr und haben gute Trainer ohne viele Wechsel auf den Trainerposten. Die Kontinuität tut uns gut."

Björndalen lobt Herrmann-Wick

Immerhin seien die deutschen Biathletinnen besser, meinte der Norweger. Besonders Denise Herrmann-Wick, die vor dem Weltcupfinale in Oslo ihr Karriereende angekündigt hatte, beeindruckt Björndalen. "Dass sie schnell Ski laufen kann, war klar. Und in Deutschland gibt es sehr gute Schießtrainer. Bei Denise sieht man den Erfolg. Sie hat davon profitiert", analysierte der 49-Jährige den erfolgreichen Aufstieg der ehemaligen Langläuferin zu Deutschlands Vorzeigebiathletin.
"Sie schießt nie schnell, aber sie trifft. Und den Zeitverlust am Schießstand macht sie in der Loipe wett. Inzwischen hat sie die nötige Ruhe am Schießstand", so Björndalen.
Seine eigenen Rekorde sind aus Björndalens Sicht in akuter Gefahr - wegen seines Landsmanns: Johannes Thingnes Bö steht nach seinen fünf Goldmedaillen in Oberhof insgesamt bei 17 Titeln. "Er wird meinen WM-Rekord brechen", sagte der bisherige Rekordhalter: "Das ist nur eine Frage der Zeit." Auch den vermeintlichen Allzeit-Rekord von 94 Weltcupsiegen in Individualrennen werde Bö (derzeit 63) knacken. "Er hat ja gesagt, dass er bis zu den Olympischen Spielen 2026 weitermachen will", sagte Björndalen: "Da sind noch eine Menge Siege möglich."
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(mit SID)
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Quelle: Eurosport

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