Helene Uzabiaga hatte diesen Tag herbeigesehnt. Den Tag, an dem sie ihren Mann endlich in die Arme schließen kann ohne die ständige Angst, ihn wieder zu verlieren. "Als meine Frau wirst du mich häufiger im Fernsehen sehen als in echt" - ja, er hatte sie vorgewarnt. Ab sofort aber ist Martin Fourcade ausschließlich Partner, Weggefährte und Vater der beiden gemeinsamen Töchter.

Exakt zehn Jahre nach seinem ersten Erfolg im Weltcup verabschiedete sich der Franzose am Samstag aus dem Kreis der Skijäger. Und er tat dies so, wie man es hätte erwarten können: schnörkellos, konsequent, ohne Brimborium - und mit einem weiteren Sieg. Dem 79. seiner unglaublichen Karriere, die aus so viel mehr bestand als aus Kristallkugeln, Medaillen und Gelben Trikots.

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So beeindruckend wie die Vorstellungen auf Schnee waren seine Auftritte vor der Kamera. Fourcade wusste um seine Bedeutung, um die Kraft seiner Worte, die er im Laufe der Zeit immer häufiger nutzte, um die Fehler anderer zu verdammen. Weltverbands-Präsident Olle Dahlin adelte ihn:

Er war ein starker Verfechter des sauberen Sports. Wir danken ihm sehr für seinen Beitrag.

"Die zehn Jahre waren ein Traum": Fourcade blickt zurück

Sehr schwieriges Verhältnis zu Loginow

Vor allem sein Verhältnis zum Russen Alexander Loginow, einem überführten Epo-Doper, war geprägt von Hass und Zweifel. Niederlagen gegen das Feindbild schmerzten noch mehr als alle anderen. "Egal, mit welcher Art der Fortbewegung, ich musste immer als Erster auf dem Gipfel sein", schreibt Fourcade in seiner Biografie, die tief blicken lässt und gut erklärt, warum der 31-Jährige heute ist, wie er ist.

Über seinen älteren Bruder Simon kam Fourcade erst zum Biathlon - weil der Kleine dem Großen, wie das eben ist, nacheiferte. Die Laufbahn stand aber gleich zweimal vor einem abrupten Ende: mit 16, als Fourcade von Heimweh geplagt das Sportgymnasium verließ. Und etwas später, als beim Trockentraining die Gewehrkugel einer Teamkollegin haarscharf an ihm vorbeirauschte.

Fourcade sagt au revoir: Die Highlights "einer einzigartigen Karriere!"

Fourcade genießt sein Leben

"Dieser Vorfall hat mich für immer geprägt", schreibt Fourcade und erklärt damit, warum er sein Leben in vollen Zügen genießt. Bei Besuchen des ehemaligen Konkurrenten Emil Hegle Svendsen in dessen norwegischer Heimat. An den seltenen Winter-Wochenenden ohne Wettkämpfe, wenn er seine Töchter Ines und Manon auf dem Schlitten durch die verschneiten Wälder zieht. Oder wenn er einen Erfolg mit einem Schuss Arroganz schon nach der letzten Patrone zelebriert.

Sein Können hat Fourcade zu 13 Goldmedaillen bei Weltmeisterschaften geführt, als erster Skijäger gewann er siebenmal (in Serie) den Gesamtweltcup. Fünfmal Gold und zweimal Silber bei Winterspielen machen ihn zudem zum erfolgreichsten Olympioniken der Grande Nation.

All das wäre unmöglich gewesen ohne die selbstlose Hingabe seiner Helene, die als ambitionierte Skifahrerin ebenfalls eine aktive Laufbahn hätte anstreben können. Sie entschied sich aber ohne jemals zu klagen für die Liebe, für die Unterstützung ihres Mannes. "Auch wenn Martin nicht daheim sein konnte, war er präsent", sagte sie einmal: "Wir haben unsere Beziehung um seine häufige Abwesenheit herum aufgebaut." Damit ist nun endlich Schluss.

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(SID)

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