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Olympia 2022 - Biathleten attackieren Veranstalter wegen Kälte und Wind in Peking: "Kann doch nicht sein!"
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Publiziert 06/02/2022 um 04:43 GMT+1 Uhr
Zweistellige Minusgrade und eisige, böige Winde machten den Biathleten an den ersten Tagen der Olympischen Spiele in Peking schwer zu schaffen. Die deutsche Mixed-Staffel hatte am Samstag die größten Probleme und verbrachte die meiste Zeit am Schießstand. "Irgendwann weiß man als Schütze nicht mehr, wohin man eigentlich schießt, ob du die Fehler rechts oder links schießt", gab Benedikt Doll zu.
Benedikt Doll
Fotocredit: Getty Images
"Du hoffst einfach, gute Schüsse zu machen", gestand der 31-Jährige nach dem Wettkampf im Hinblick auf die starken Winde am Schießstand. Doch nicht nur die kräftigen Böen bereiteten dem Sieger des Massenstarts in Antholz vor zwei Wochen Probleme.
Aufgrund der kalten Temperaturen verlor Doll beim Repetieren im Liegendschießen eine Patrone, wie Eurosport-Experte Michael Rösch in der Olympia-Show analysierte. Doll war aber "nicht der Einzige", der unter den Verhältnissen litt. Auch Vanessa Voigt hatte offenbar Probleme beim Nachladen. Das erklärte der Staffel-Olympiasieger von 2006.
Teamkollegin Vanessa Hinz hatte sich bereits am Donnerstag wegen der eisigen Temperaturen gesorgt. "Ich merke schon, dass mir meine Finger einfrieren, wenn ich hier stehe. Der Rest geht, aber vor den Fingern habe ich ehrlich gesagt schon ein bisschen Angst", hatte die 29 Jahre alte Münchnerin erklärt.
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Das Team von Bundestrainer Kristian Mehringer habe sich zwar "bestmöglich versucht, darauf vorzubereiten", wie die dreifache Staffel-Weltmeisterin Hinz sagte.
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Quelle: Eurosport
Bö und Weger schießen gegen Veranstaltungsort
Doch auch der 40 Jahre alte Coach des DSV-Teams selbst hatte bereits vor den Risiken in Zhangjiakou gewarnt: "Bei minus 18 oder 20 Grad mit Wind wird es schon sehr gefährlich für die Gesundheit."
Nach dem Titel in der Mixed-Staffel polterte nun auch der Norweger Tarjei Bö wegen der Bedingungen. "Das größte Problem ist: Dieser Ort ist nicht gemacht für Biathlon", schoss der zweifache Olympiasieger gegen Austragungsstätte und Veranstalter.
Auch der Schweizer Benjamin Weger kann die Wahl des Standorts nicht nachvollziehen. Im Interview mit dem "SRF" berichtete der 32-Jährige: "Gestern war es noch windiger, da hat es mir am Schießstand den Stecker gezogen. Ich dachte, es kann doch nicht sein, dass man an einem Ort wie hier, wo man weiss, dass es arschkalt und verdammt windig ist, Biathlon-Rennen macht. Da habe ich kurz mal den Glauben an die ganze Sache, die hier abgeht, verloren."
Doch auch in den kommenden Tagen und Wettkämpfen werden die Biathletinnen und Biathleten mit den Winden und frostigen Temperaturen kämpfen müssen. Damit zurechtzukommen sei ein "wichtiges Thema", wie Eurosport-Experte Rösch in der Olympia-Show ankündigte.
Denn: "Es bleibt einfach kalt."
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Quelle: Eurosport
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