Biathlon-Nachwuchshoffnung Selina Grotian über Leistungsdruck und den Sommer mit der Nationalmannschaft

Selina Grotian gilt spätestens seit dem letzten Winter als großes Nachwuchstalent im deutschen Biathlon. Die 19-Jährige gewann in der vergangenen Saison vier Mal Gold bei der Junioren-WM in Kasachstan. Am Montag wurde sie nach dem Season-Opening im norwegischen Sjusjøen für den Weltcup-Auftakt im schwedischen Östersund nominiert. Doch das ist keine Überraschung - und die Vorfreude ist enorm.

Mehringer über Nachwuchstalent Grotian: "Sie hat nichts zu verlieren"

Quelle: Eurosport

"Ich weiß immer noch nicht, ob mir klar ist, was ich letzten Winter geleistet habe", sagte Selina Grotian im Gespräch mit Eurosport im Rahmen der DSV-Einkleidung im Oktober.
Die Bilanz der Mittenwalderin ist eindrucksvoll: Bei der Europameisterschaft kürte sich die 19-Jährige im März zur Europameisterin in der Verfolgung. Zudem sicherte sie sich Silber mit der Mixed-Staffel und Bronze im Einzel, ehe sie bei Junioren-WM im kasachischen Shchuchinks in fünf Rennen vier Mal Gold gewann.
Auch im zweitklassigen IBU-Cup konnte die Biathletin bereits unter Beweis stellen, was sie drauf hat: So gewann Grotian im vergangenen Dezember im schwedischen Idre den Sprint. Dabei ließ sie namhafte Athletinnen wie Vanessa Hinz, Janina Hettich-Walz oder die Schwedin Mona Brorsson hinter sich.
Im März wurde sie schließlich mit ihrem Weltcup-Debüt beim Saisonfinale am Holmenkollen belohnt. "Oslo war mega", blickte Grotian zurück. "Das letzte Weltcuprennen in der Saison ist immer etwas ganz Besonderes. Das miterleben zu dürfen, war Wahnsinn."
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Selina Grotian - Ausbeute bei der Europameisterschaft

Fotocredit: Getty Images

Grotian trainiert mit Nationalmannschaft

Aufgrund ihrer Vorjahresleistungen wurde Grotian im Frühjahr in die LG1a, die höchste Lehrgangsgruppe im deutschen Biathlon, berufen. Den Sommer verbrachte sie zusammen mit dem deutschen Damen-Team um Franziska Preuß und Sophia Schneider auf Trainingslehrgängen im norwegischen Sirdal, dem französischen Bessans oder am italienischen Passo di Lavazè.
"Das hat sehr gut funktioniert", resümierte Damen-Cheftrainer Kristian Mehringer im Gespräch mit Eurosport. "Sie ist noch ein bisschen schüchtern, traut sich noch nicht so viel zu fragen. Da waren wir eher in der Bringschuld, sie auch ab und zu ein bisschen aus dem Training rauszunehmen", so der 42-Jährige.
Natürlich trainiere Grotian noch nicht so viel "wie die älteren Athleten, die schon zehn Jahre im Leistungssport sind", sagte der Cheftrainer, dennoch hätte sie sich von den erfahreneren Sportlerinnen viel abschauen können.
"Es war auf jeden Fall eine ganz neue Erfahrung für mich", erklärte Grotian, "aber es hat riesen Spaß gemacht." Sie fühle sich "richtig wohl" in der Frauen-Mannschaft.

Grotian verspürt noch wenig Erwartungsdruck

Grotian wird bereits mit Magdalena Neuner und Laura Dahlmeier verglichen. Im Oktober wurde sie mit der "Goldenen Henne" als Aufsteigerin des Jahres ausgezeichnet.
Auf die Frage, ob sie schon Erwartungsdruck verspüre, antwortete sie entspannt: "Schon ein bisschen, aber ich glaube, da wird gut auf mich aufgepasst, das es noch nicht zu viel wird."
Am 25. November startet die neue Biathlon-Saison 2023/24 im schwedischen Östersund. Dort wird Grotian neben Vanessa Voigt, Hanna Kebinger, Sophia Schneider, Janina Hettich-Walz und Franziska Preuss am Start stehen.
Grotian möchte im neuen Winter "genauso weiterarbeiten wie in den letzten Jahren auch." Dann werde man sehen, "wo die Reise hingeht".
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Mehringer über Nachwuchstalent Grotian: "Sie hat nichts zu verlieren"

Quelle: Eurosport

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