Im Winter-Wunderland Ruhpolding strahlte Simon Schempp gemeinsam mit Freundin Franziska Preuß um die Wette. Diesen versöhnlichen Jahresabschluss, dieses Ausrufezeichen hatte der Massenstart-Weltmeister von 2017 so dringend gebraucht. "Zumindest war es mal wieder ein Wettkampf, der Spaß gemacht hat", sagte Schempp nach dem starken zweiten Platz bei der World Team Challenge mit seiner Franzi.
Für Schempp war es der lang ersehnte Befreiungsschlag - und eine der wenigen Möglichkeiten, sich wieder für den Weltcup zu empfehlen. Denn seit dem Saisonstart in Kontiolahti, als er in den Ausscheidungsrennen gegen Erik Lesser und Roman Rees das Nachsehen hatte, ist Schempp im Weltcup-Kader des Deutschen Skiverbandes (DSV) außen vor - erstmals seit 2011.
Da bringt dieses traditionelle Show-Rennen zum Jahreswechsel natürlich "ein positives Gefühl" für die nächsten Wochen und Monate. "Beim Schießen fühle ich mich momentan sehr gut. Da waren die letzten Wochen schon sehr vielversprechend, da taugt's mir momentan", sagte der 32-Jährige, der sein bislang letztes Weltcup-Rennen im März gelaufen und deshalb etwas aufgeregter in den Wettkampf gegangen war.
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Schempp freute sich besonders, dass auch das letzte Schießen, "bei dem es auf die Nerven ankommt, so gut funktioniert hat". Und auch Preuß war überglücklich: "Es freut mich sehr, dass Simon es so gut zusammengebracht hat", sagte die derzeit beste Skijägerin Deutschlands im "ZDF".

Schempp kämpft um Rückkehr ins A-Team

Der Wettkampf vor der eigenen Haustür in Ruhpolding war für Schempp zugleich ein Bewerbungsschreiben an Bundestrainer Mark Kirchner, um möglicherweise wieder für die beiden Heim-Weltcups in Oberhof ab 8. Januar berücksichtigt zu werden. Denn in diesem Corona-Winter sei es eben schwer, "sich wieder anzubieten", hatte Schempp vor Saisonstart im "SID"-Gespräch gesagt. Der zweitklassige IBU-Cup startet erst am 14. Januar.
Aber "jeder gute Wettkampf gibt einem Selbstvertrauen", sagte er. Und mit diesem neu gewonnenen Selbstvertrauen will der mit drei Olympia- und acht WM-Medaillen dekorierte Schempp wieder ins Weltcup-Aufgebot rutschen. In das neue Jahr wird der zweimalige Olympia-Zweite jedenfalls hochmotiviert starten.
"Ich bin optimistisch", sagte Schempp, der seine Leistung in der Loipe bei schwierigen Verhältnissen nicht genau einschätzen konnte. Das Einladungsrennen in Ruhpolding, das erstmals seit 2001 wegen Corona nicht in der Fußball-Arena von Schalke 04 vor mehr als 40.000 Zuschauern ausgetragen wurde, gibt jedenfalls reichlich Grund zur Hoffnung.
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(SID)

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