Denise Herrmann-Wick sorgt sich um Biathlon-Zukunft wegen der Klimakrise: "Tut im Herzen weh"

Biathlon-Star Denise Herrmann-Wick blickt mit Sorgenfalten in die Zukunft ihres geliebten Sports. Die Klimakrise beeinflusst den Biathlon-Zirkus immer mehr. "Der Klimawandel begleitet uns schon die letzten Jahre und macht vor keinem Halt. Man hätte schon eher den Saisonstart nach hinten schieben sollen", sagte die Olympiasiegerin beim "Sportschau"-Podcast im Hinblick auf die anstehende Saison.

Denise Hermann-Wick

Fotocredit: Getty Images

Bereits die Saisonvorbereitung der 33-Jährigen wurde durch die sich verändernden klimatischen Bedingungen erschwert.
Eigentlich wollte Hermann-Wick in Davos in die neue Vorbereitung starten, doch der Schneemangel machte ihr einen Strich durch die Rechnung. "Bei den Wetterprognosen macht das natürlich Sinn, dass die den Schnee nicht raus legen. Klar beeinflusst mich das in meiner Vorbereitung, aber man muss da auch tolerant sein und das Thema verkörpern", sagte die Verfolgungsweltmeisterin von 2019.
Vor allem die ungewisse Zukunft macht der deutschen Biathletin Sorgen: "In welchem Rahmen sich das entwickelt, weiß man nicht mehr so richtig. Man hat das Gefühl, man ist in einer Welt, die man nicht mehr so richtig kennt. Das tut mir schon im Herzen weh. Wir leben zwar schön in Deutschland, aber es haben schon Leute richtig zu kämpfen und da muss man eine gute Lösung für alle finden."
Doch Hermann-Wick lobt den Biathlon-Verband (IBU) bei der Organisation und Planung der Weltcups. Die letzten Jahre sei der ganze Biathlon-Tross "schon brutal gut, was die Reiserei angeht, die Wege kurz zu halten und die Weltcup-Orte logistisch sinnvoll aneinanderzureihen".

Hermann-Wick lobt Biathlon-Verband

Lange Reisen seien Mangelware und das Bewusstsein für die momentane Lage vorhanden. "Wir fliegen auch nur ganz selten zum Beispiel. Da merkt man schon, dass bei uns das Gefühl für das Umweltthema da ist", sagte die ehemalige Ski-Langläuferin.
Der Höhepunkt in der kommenden Saison ist die Weltmeisterschaft in Oberhof (8. bis 19. Februar 2023). Die Olympiasiegerin freut sich auf die heimischen Titelkämpfe und spricht von einer "Herzensangelegenheit".
Ob es für eine weitere WM-Goldmedaille in Oberhof reicht, da ist Hermann-Wick noch skeptisch. Es müsste schon "extrem viel passen", sagte die Sächsin.

Hermann-Wick zeigt Verständnis für Ausschluss

Für den Titel in Oberhof müsste alles zusammenpassen: "Man hat ja auch die letzten Jahre gesehen, dass nicht immer alles nach Plan verläuft. Aber wir als Mannschaft und ich als Person werden alles dafür geben, dass die Vorbereitung passt und dass ich die beste Performance der Saison da abrufen kann. Wenn ich das im Nachhinein von mir sagen kann, dann habe ich alles erreicht."
Am Ende des Podcasts gab Hermann-Wick noch ihr Meinung zum Ausschluss der russischen und belarussischen Athleten und Athletinnen ab. "Ende der letzten Saison hätten wir nicht gedacht, dass die jetzt immer noch nicht wieder dabei sind. Als Sportler willst du gegen die Besten laufen und da gehört die russische und belarussische Mannschaft gerade im Biathlon dazu. Aber solange der Krieg tobt und die Grundansicht, wie man respektvoll mit Menschen umgeht, nicht gleich ist, ist das eben nicht möglich", zeigt Herrmann-Wick Verständnis für den Ausschluss.
"Natürlich sind die Sportlerinnen und Sportler aus den Ländern nicht alle für den Krieg", relativierte die gebürtige Sächsin, "aber es gibt immer solche und solche. Ich finde die Entscheidung auf jeden Fall richtig, weil die Gegebenheiten eben noch so sind."
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Quelle: Eurosport

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