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Ferrari: Selbst die Konkurrenz leidet mit der Scuderia nach dem Fiasko in Spielberg
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Publiziert 13/07/2020 um 00:37 GMT+2 Uhr
Charles Leclerc rammt Sebastian Vettel, beide scheiden aus, die ohnehin langsamen Ferraris überstehen in Spielberg nicht einmal die Anfangsphase. Die Scuderia erlebte am zweiten Rennwochenende in Österreich ein Fiasko und hat bereits jetzt 61 Punkte Rückstand auf das erneut siegreiche Mercedes-Team. Selbst die Konkurrenz leidet mit der Scuderia.
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Dürftige Pace im Trockenen, dürftige Pace im Regen - und dann am Sonntag die Krönung mit der Kollision in der ersten Runde. Ferrari verlässt die beiden Auftaktwochenenden mit einigen heftigen Rückschlägen.
"Die sind natürlich schwer geprügelt jetzt", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff und leidet mit der Ferrari-Crew: "Das ist eine unglaubliche Marke mit hart arbeitenden Menschen."
Während Lewis Hamilton eine große Show in der Steiermark ablieferte und in seinem Mercedes gefolgt von Teamkollege Valtteri Bottas zum Start-Ziel-Sieg raste, saßen die Ferrari-Piloten Charles Leclerc und Sebastian Vettel schon lange nicht mehr in ihren Boliden.
"Das tut schon weh, wenn beide Autos nach nur zwei Runden ausscheiden", erklärte ein genervter Mattia Binotto in einer ersten Stellungnahme bei "RTL" nach dem Fiasko in rot: "Das ist der schlechteste Ausgang, der nach diesem schwierigen Wochenende für uns möglich war. Wenn man im Mittelfeld startet, dann kann viel passieren, aber man muss dann auch schauen, wo die Verantwortung liegt. Bei diesem Zwischenfall war es ganz klar."
Ferrari sagt Presserunde nach Debakel ab
Bereits in der dritten Kurve des Rennens war Vettel von seinem jungen Teamkollegen abgeschossen worden, die ohnehin schwachen Ferraris schleppten sich zur Box und mussten früh aufgeben - es war ein Bild des Jammers.
"Es war klar mein Fehler, da gibt es keine Diskussion. Heute war ich ein Arschloch, ich finde kein anderes Wort dafür", gestand Leclerc am Mikrofon bei "Canal+": "In unserer Situation müssen wir alle Chancen nutzen. Heute habe ich es vermasselt."
Auf die übliche gemeinsame Presserunde am Abend verzichtete das Team dann. "Unfallopfer" Vettel verließ den Ort der Schande fluchtartig, auch Crash-Pilot Leclerc und der ratlose Teamchef Binotto wollten das Scheitern der Scuderia in Spielberg später nicht mehr ausführlich und gemeinsam erläutern. Ein Spießroutenlauf war nicht erwünscht.
Doch die italienische Presse kannte wie gewohnt keine Gnade: "Leclerc versenkt Vettel, und Maranello stürzt in eine dunkle Krise", titelte "Tuttosport". Und laut dem "Corriere della Sera" zahlte Ferrari "einen hohen Preis" für Leclercs "aggressives Verhalten".
Wolff will Ferrari noch nicht abschreiben
Generell ließ die Leistung in Spielberg deutlich zu wünschen übrig. In beiden Qualifyings schaffte man es nicht mit beiden Fahrzeugen in die Top 10, in der Gesamtwertung liegt man mit 19 Punkten nur auf dem fünften Rang. Mercedes führt die WM derweil mit 80 Zählern souverän an und hat bereits jetzt 41 Punkte Vorsprung auf den schärfsten Verfolger McLaren.
Dennoch warnte Wolff vor voreiligen Schlüssen: "Ich würde Ferrari da noch nicht vorzeitig abschreiben." Denn: Am ersten Wochenende holte Leclerc trotz aller Probleme Rang zwei, am Sonntag war eine Performance-Bewertung aufgrund des frühen Unfalls nicht möglich. "Heute war's ein Fahrerfehler, und der hat halt zu dem Doppelausfall geführt", so der Mercedes-Boss weiter.
Geht es nach ihm, dann würde die Scuderia schnell wieder zu ihrer Form finden: "Wir wünschen uns ein starkes Ferrari", erklärte er: "Wir brauchen Ferrari vorne in dem Kampf, mit allen anderen großartigen Teams. Sowas wie heute oder das letzte Wochenende ist nicht gut für uns und ist auch nicht gut für die Formel 1."
(mit motorsport-total.com und SID)
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