Formel 1 - Großer Preis von Australien: Toto Wolff hinterfragt sich selbst nach Mercedes-Schlappe in Melbourne
Publiziert 25/03/2024 um 12:06 GMT+1 Uhr
Nach einem abermals enttäuschenden Wochenende beim Großen Preis von Melbourne ist Mercedes weiter auf der Suche nach Antworten. Aufgrund der Ausfälle von Lewis Hamilton und George Russell steht der Rennstall in Melbourne gänzlich ohne Punkte da - und auch der Teamchef gerät in die Kritik. So bezeichnete Toto Wolff die Frage, ob er noch der richtige für die Position sei, als durchaus "berechtigt".
20. Podium, dritter Sieg: Sainz drückt Australien Stempel auf
Quelle: Perform
Gerade einmal 26 Zähler und Platz vier in der Konstrukteurswertung stehen für die Silberpfeile nach drei Saisonrennen zu Buche.
Dazu verkündete der siebenmalige Weltmeister Hamilton seinen Abschied im kommenden Jahr. Er wird Mercedes in Richtung Ferrari verlassen.
Genug Zündstoff, um auch den Teamchef ins Zweifeln zu bringen. Wolff gehört ein Drittel des Rennstalls, nach dem Großen Preis von Australien ist der Österreicher aber nicht mehr völlig unumstritten.
"Das ist eine berechtigte Frage", entgegnete der 52-Jährige auf die Frage, ob er noch der richtige Mann für die Zukunft bei Mercedes sei.
Wolff fällt es schwer, "Situation positiv und optimistisch zu sehen"
"Als Teil dieses Unternehmens muss ich sicherstellen, dass mein Beitrag positiv und kreativ ist, also wäre ich der Erste, der sagt: Wenn jemand eine bessere Idee hat, soll er es mir sagen, denn ich bin bestrebt, dieses Team so schnell wie möglich umzukrempeln", zitiert die englische Zeitung "Independent" den 52-Jährigen.
"Im Moment" habe Wolff zwar "nicht das Gefühl", dass ein Rücktritt seinerseits der richtige Schritt wäre. "Aber wenn Sie eine Idee haben, wer das Blatt wenden könnte, würde ich mir das gerne anhören."
Der Teamchef wurde anschließend sogar noch deutlicher. Er "würde lügen", wenn er behaupten würde, die "Situation positiv und optimistisch" zu sehen.
Wolff will negative Gedanken "überwinden"
Man müsse die negativen Gedanken überwinden und sich sagen: "Wir werden das Blatt wenden", so Wolff weiter. "Aber heute fühlt es sich sehr, sehr, sehr brutal an."
Der Chef der Silberpfeile gab in dem Gespräch zu, mit falschen Illusionen in das neue Jahr gegangen zu sein: "Wir haben die Saison begonnen in dem Glauben, dass das Auto besser als letztes Jahr ist."
Doch nun müsse man bei den Silberpfeilen "richtig tief graben", um die Fehler zu beheben. "Und das ist sehr schmerzhaft."
Hamilton startet so schlecht wie nie
Nicht zuletzt für Rekordweltmeister Hamilton. "Das ist der schlechteste Saisonstart, den ich je hatte", sagte er. Sein Abschiedsjahr bei Mercedes könnte ganz, ganz bitter werden für den 39-Jährigen.
Ein Motorschaden in Melbourne hatte Hamilton das dritte Saisonrennen in der 15. Runde ruiniert. Schon die ersten beiden WM-Läufe in Bahrain und Saudi-Arabien waren mit Platz sieben und neun enttäuschend verlaufen.
Der Brite träumt vom achten WM-Titel, zur kommenden Saison wechselt er deshalb zu Ferrari - und dürfte derzeit mit einer Mischung aus Neid und Vorfreude zu seinem künftigen Team blicken. Das feierte nach dem Ausfall von Verstappen einen Doppelsieg durch Carlos Sainz und Charles Leclerc.
Die Gegenwart für Hamilton heißt Mercedes - und damit verbunden ist die Suche nach Lösungen für die Performance-Probleme. Er würde natürlich gerne um Siege kämpfen und Rennen beenden, sagte Hamilton. Trotz der Krise genieße er es aber immer noch, mit dem Team zu arbeiten. Und überhaupt: "Es könnte so viel schlimmer sein."
Das könnte Dich auch interessieren: Das Leben spielt verrückt: Wie kann Ferrari diesen Sainz rausschmeißen?
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/02/06/3880845-78849828-2560-1440.jpg)
Hamilton-Nachfolge: Wolff spricht Russell das Vertrauen aus
Quelle: Perform
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung