Ein glückseliger Lewis Hamilton schwenkte ausdauernd den Union Jack, 140.000 britische Fans bejubelten den ersten Sieg des Weltmeisters seit zehn Wochen lautstark - Max Verstappen verfolgte das Ganze aus dem Krankenhaus, und beim WM-Spitzenreiter wuchs der Unmut.
"Diese Feierlichkeiten während ich noch in der Klinik war sind respektlos und unsportlich", schrieb Verstappen am Abend bei Instagram. Denn nach dem Grand Prix in Silverstone musste er sich vom ersten schweren Crash zwischen den beiden Rivalen erholen.
Denn nach dem Grand Prix in Silverstone musste er sich vom ersten schweren Crash zwischen den beiden Rivalen erholen. Am späten Sonntagabend twitterte er, dass er nach letzten Untersuchungen aus dem Krankenhaus entlassen worden sei. Alles sei okay.
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"Fahrlässig", "gefährlich", "rücksichtslos" sei Hamilton in der ersten Runde dieses Rennens gewesen, befand man bei Red Bull. Da nämlich waren die beiden Alphatiere kollidiert, Verstappen krachte in die Begrenzungsmauer, sein Team forderte gar eine Sperre gegen Hamilton.

Marko sauer: "Das ist fahrlässiges, gefährliches Verhalten"

Die Rennleitung beließ es allerdings bei einer Zehn-Sekunden-Strafe. Und während WM-Spitzenreiter Verstappen wegen Schwindelgefühlen in einem Krankenhaus durchgecheckt wurde, raste der Engländer vor 140.000 Fans zu seinem vierten Saisonsieg vor Charles Leclerc im Ferrari und seinem Teamkollegen Valtteri Bottas. Nach dem zehnten Rennen beträgt Hamiltons Rückstand im Klassement nur noch acht Punkte.
Wie der wichtige Sieg zustande kam, dürfte allerdings noch lange Gesprächsthema bleiben. "Wenn Hamilton mit seinem Vorderrad in der schnellsten Kurve Verstappens Hinterrad auf diese Weise touchiert, ist das kein Rennunfall mehr", ereiferte sich Red Bulls Motorsportberater Helmut Marko bei Sky: "Das ist fahrlässiges, gefährliches Verhalten."
Zur Szene des Rennens sagte Hamilton: "Max ist aggressiv in solchen Situationen, ich war absolut neben ihm."

Vettel vergibt mit Dreher die Chance auf Punkte

Sebastian Vettel leistete sich früh einen Dreher, fiel weit zurück und musste am Ende sogar wegen technischer Probleme aufgeben. Nicht bedeutend besser lief es für Mick Schumacher, der im unterlegenen Haas 18. und damit Letzter wurde.
Angesichts des höchst turbulenten Sonntags rückte der historische Samstag schnell in den Hintergrund: Erstmals war die Startaufstellung nicht im gewöhnlichen Qualifying, sondern in einem Sprint-Rennen ermittelt worden. Die Premiere löste gemischte Reaktionen bei den Fahrern aus und kommt bei der Formel 1 ohnehin auf Wiedervorlage: Noch zweimal soll das Format in diesem Jahr getestet werden.
Als am Sonntag die roten Ampeln ausgingen, war es ohnehin erstmal vergessen. Der mit Spannung erwartete Zweikampf zwischen Pole-Setter Verstappen und Hamilton dauerte nicht mal einen Umlauf: Hamilton legte den etwas besseren Start hin und setzte Verstappen gleich unter Druck, mehrfach attackierte er den Rivalen hart und wurde dabei getragen vom lauten Jubel der Fans.

Hamilton und Verstappen kollidieren in der ersten Runde - Verstappen fliegt raus

Hamilton hatte es eilig, denn nur am Start oder über die Strategie sah er eine Überhol-Chance, das hatte er zuvor bereits betont: "Im normalen Rennen ist der Red Bull zu schnell."
Also nutzte er den Windschatten für einen weiteren Angriff vor der rasend schnellen Copse-Kurve, eroberte die Innenbahn, dann berührten sich die Räder, Verstappen krachte in die Reifenstapel.
Die Bergungsarbeiten dauerten, mehr als eine halbe Stunde war das Rennen unterbrochen - und in dieser Zeit liefen die Drähte heiß. Mercedes-Sportchef Toto Wolff schickte Emails an die Rennleitung, suchte den Kontrollraum auf, um Hamilton zu verteidigen. Die Red-Bull-Vertreter standen da schon vor den Kameras und klagten an.
"Lewis ist dort in einer der schnellsten Kurven der Saison, er kennt diesen Kurs auswendig, er weiß, dass das dort nicht funktioniert", sagte Teamchef Christian Horner: "Gott sei Dank haben wir heute keinen schwer verletzten Fahrer oder Schlimmeres zu beklagen."

Hamilton kämpft sich trotz Zehn-Sekunden-Strafe noch an Leclerc vorbei

Und die Rennkommissare sahen zumindest die Unfallschuld ebenfalls beim Weltmeister, die Zehn-Sekunden-Strafe wurde kurz nach dem Restart bestätigt. Hamilton lag nun zudem hinter dem überraschend starken Leclerc, der gleich nach dem Crash vorbeigezogen war.
Gemeinsam bauten beide ihren Vorsprung aus, Hamilton kam aber nicht am Monegassen vorbei und hatte ja noch die Strafe abzuleisten. Entsprechend lange dauerte der Boxenstopp, hinter seinem Teamkollegen Bottas kam er als Dritter wieder auf die Strecke.
In der Folge war Hamilton der schnellste Mann im Feld, zwölf Runden vor Schluss ging er ohne große Gegenwehr an Bottas vorbei. In der Schlussphase wurde Hamiltons Mercedes in Leclercs Rückspiegel immer größer, in der drittletzten Runde ging er vorbei.

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