"Ferrari war schnell, das war am Schluss richtig spannend, es hat wirklich Spaß gemacht", sagte Verstappen. Leclercs Teamkollege Carlos Sainz wurde Zweiter, keine Sekunde trennte ihn am Ende vom Weltmeister. "Ich habe alles versucht", sagte der Spanier, "ich kam auch nah heran, aber zum Überholen hätte es ein bisschen mehr gebraucht."
"Ich nehme viel Positives mit", sagte Schumacher trotz seines Motorschadens in Runde 20, bis zu dem er klar auf Top-Ten-Kurs gelegen hatte. Das Qualifying mit Rang sechs im Regen sei "mega" gewesen, so der Haas-Pilot: "Und ich glaube auch, heute wäre es so weit gewesen mit den ersten Punkten." Für Sebastian Vettel (Aston Martin) war nach missglücktem Qualifying nur Rang zwölf drin.
Bemerkenswert vor allem das Abschneiden Hamiltons: Der Rekordweltmeister hatte sich vor Wochenfrist in Baku noch vor Rückenschmerzen gekrümmt, im Freitagstraining in Montreal schimpfte er auf seinen langsamen Boliden, am Sonntag holte er sein zweites Podium nach dem Saisonstart in Bahrain.
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Bereits 175 Punkte hat Verstappen nun auf dem Konto. Perez, der mit Antriebsdefekt früh kapitulieren musste, steht weiter bei 129 Zählern, Leclerc hat nach neun Rennen 126 Punkte auf der Habenseite. Der Monegasse war nach zwei Motorschäden in den letzten drei Rennen wieder nicht vom Glück geküsst: Wegen Motorstrafen musste er dem Feld hinterherfahren.

Verstappen hält Alonso in Schach - Leclerc auf der Aufholjagd

Beim Start zog Pole-Setter Verstappen locker davon. Altmeister Fernando Alonso neben ihm, der erstmals seit fast zehn Jahren wieder die erste Reihe erreicht hatte, konnte seine Drohung, den Niederländer in Kurve eins zu attackieren, nicht im Ansatz wahr machen.
Leclerc blieb lange auf seinem ersten Reifensatz und arbeitete sich von Startplatz 19 peu a peu nach vorne. Im Kampf um Platz fünf gegen Alonsos Alpine-Teamkollegen Esteban Ocon war für ihn aber kein Vorbeikommen. Nach 42 von 70 Runden wechselte Leclerc endlich seine Reifen, fand sich aber nun außerhalb der Punkteränge wieder. Seine Mühsal begann von Neuem.

Charles Leclerc beim Grand Prix von Kanada

Fotocredit: Getty Images

Das Rennen plätscherte dahin, bis Yuki Tsunoda (AlphaTauri) nach 49 Runden in die Barriere fuhr und eine Safety-Car-Phase auslöste. Verstappen hatte Sainz nun wieder direkt im Nacken und musste sich bis zur Zielflagge verteidigen.

Streit um Porpoising sorgt für Aufsehen

Die Schlagzeilen abseits der Strecke gehörten an diesem Wochenende dem leidigen Thema Porpoising: Nachdem viele Fahrer zuletzt über starke Schmerzen im Cockpit geklagt hatten, wollte der Automobil-Weltverband FIA dem wilden Hüpfen der neuen Rennwagengeneration bereits in Kanada entgegenwirken.
Viele Teams stellten sich aber gegen die technische Direktive. Es bildeten sich zwei Lager mit den Wortführern Toto Wolff (Mercedes), der auf schnelle Veränderungen drängte, und Christian Horner (Red Bull) sowie Mattia Binotto (Ferrari). Es bleibt abzuwarten, ob und wie die Formel 1 mit der Problematik beim nächsten Rennen im britischen Silverstone (3. Juli) umgeht.
Wolff wollte im Anschluss an das Rennen die Thematik aber nicht neu aufkochen lassen und verwies vielmehr darauf, dass man es aus eigener Kraft schaffen wolle, einen Sieg einzufahren. "Wir müssen happy sein, wir haben das heute auf der Bahn herausgefahren. Am Ende gehörten wir mit zu den Schnellsten, das ist okay. Aber wir müssen aufpassen, eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Aber es lässt hoffen, dass in den nächsten Wochen ein weiterer Schritt folgen kann."
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