Und warum? Das erklärte Williams-Fahrer Nicholas Latifi aus seiner Perspektive, die eingeschränkt war, weil er an 13. Stelle liegend keinen Überblick hatte. Er sagte: "Ich kann nicht sehen, was vorne passiert."

"Ich reagiere nur auf die Autos vor mir, und die haben ziemliche Lücken aufgefahren. Ich war schon in Kurve 15 fast in Magnussen reingefahren. Das war knapp. Und dann sah es so aus, als würde jeder losfahren, und dann anhalten."

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Wie ein Ziehharmonik-Effekt entsteht

Ein solcher Ziehharmonika-Effekt trete "normalerweise nur auf, wenn der Führende keine konstante Pace einhält", meinte Latifi. "Ich weiß aber nicht, ob das hier der Fall war."

Tatsächlich hat Bottas auf der Zielgeraden einfach nur sehr spät beschleunigt. Und manche der hinter ihm liegenden Fahrer hatten wohl antizipiert, er würde viel eher wieder Gas geben - nur um dann festzustellen, dass vorne immer noch "gebummelt" wurde.

So sah es zumindest Haas-Fahrer Kevin Magnussen, der ebenfalls in den Crash involviert war. Er meinte: "Es scheint so, als sei der Führende langsam bis zur Linie vorgefahren, was er absolut darf. Aber irgendwo in der Mitte zwischen mir und der Spitze hat jemand entschieden loszufahren."

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Hinterfeld war schon wieder auf Vollgas

"Ich schätze, irgendjemand wollte das Momentum über die Linie nutzen und ist vielleicht zu früh losgefahren und musste noch einmal stoppen."

"Der Kerl vor mir ist losgefahren, und wir waren einige Sekunden Vollgas unterwegs. Und plötzlich haben alle gebremst. Ich habe gebremst, Leute sind an mir vorbeigefahren, und dann habe ich einen Schlag bekommen."

Ähnliches hatte Alfa-Romeo-Fahrer Antonio Giovinazzi erlebt. Er war es, der Magnussen getroffen hatte. Sein Bericht: "Wir waren bereits mit Vollgas unterwegs, und plötzlich haben wir gesehen, dass einige vor mir vollständig zum Stehen gekommen sind. Ich konnte Magnussen nicht mehr ausweichen."

Sainz: Verdacht auf Verletzung bestätigt sich nicht

Direkt hinter Giovinazzi kam McLaren-Mann Carlos Sainz auf P15 ebenfalls angeschossen. "Wir fuhren da mit 290 bis 300 Sachen, weil vermutlich jeder vor mir dachte, das Rennen läuft schon wieder, aber es lief eben noch nicht wieder, und dann bremste jeder", erklärte er. "Als ich es realisierte, da war es schon zu spät und wir hatten diesen heftigen Crash."

Sainz hielt sich im ersten Moment die Hand und schien verletzt zu sein, gab aber alsbald Entwarnung: "Mir geht es gut. Ich habe nur einen Schlag auf die Hand und das Handgelenk gekriegt. Es tut mir aber nichts weh. Und es scheint auch allen anderen gut zu gehen. Das ist das Wichtigste, denn dieser Crash war richtig angsteinflößend."

Auch Giovinazzi spach von einem "richtig gefährlichen Manöver" und darüber, dass sich "irgendetwas ändern" müsse bei den Abläufen, damit in Zukunft niemand zu Schaden komme.

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Beteiligte Fahrer verwarnt

Sainz pflichtete seinem Formel-1-Kollegen bei: "Das muss man sich definitiv anschauen. Es hätte leicht viel schlimmer ausgehen können, wenn ein Auto sich seitlich gedreht und ich es erfasst hätte. Daraus muss man etwas lernen."

"Es ist nämlich kein schönes Gefühl, plötzlich drei Autos vor dir zu haben, die praktisch komplett anhalten. Das ist sehr gefährlich und sollte sich nicht wiederholen. Ich wünsche niemandem, so was erleben zu müssen."

Die Sportkommissare der Formel 1 haben den Zwischenfall inzwischen untersucht und ein Urteil dazu gefällt: Insgesamt zwölf Fahrer wurden verwarnt, nämlich Magnussen, Daniil Kwjat (AlphaTauri), Latifi, Alexander Albon (Red Bull), Lance Stroll (Racing Point), Daniel Ricciardo (Renault), Sergio Perez (Racing Point), Lando Norris (McLaren), Esteban Ocon (Renault), George Russell (Williams), Giovinazzi und Sainz.

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