"Ab jetzt werden wir uns auf 2022 konzentrieren", kündigt Steiner an. "Ich denke, dass es die meisten so machen werden", relativiert Steiner allerdings und erklärt, dass es 2021 "sehr schwierig" sei, den Rückstand aus der Saison 2020 aufzuholen. Hintergrund: Die Entwicklung der Boliden ist für die Saison 2021 teilweise eingefroren, große Leistungssprünge sind also kaum möglich.
Steiner erklärt: "Man müsste eine Menge Arbeit reinstecken und würde dafür die Zukunft vernachlässigen." Die Saison 2020 beendete Haas mit nur drei WM-Punkten auf dem neunten und vorletzten Platz. Bei der US-Truppe scheint man nicht daran zu glauben, dass es 2021 unter diesen Vorzeichen deutlich besser laufen könnte.
Deswegen hat man sich dazu entschieden, die Entwicklung des VF-21 bereits vor dem ersten Test einzustellen und sich voll auf das neue Reglement ab 2022 zu konzentrieren. Steiner erinnert daran, dass es 2021 nur 23 Rennen gebe, ab 2022 aber "hunderte" unter dem neuem Reglement, das ab dem kommenden Jahr greift.
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"Wir müssen mittel- bis langfristig das Gesamtbild sehen", erklärt er. Daher riskiert man bei Haas sogar, 2021 kurzfristig auf den letzten WM-Platz abzurutschen. Denn Williams war im vergangenen Jahr nicht so weit weg. "Dieses Risiko gibt es, aber damit müssen wir leben", so Steiner, der sich der Gefahr bewusst ist.
Ein Absturz auf den letzten WM-Platz würde das Team um wichtige Preisgelder bringen. Doch laut Steiner ist der Umstieg auf das neue Reglement ab 2022 so wichtig, dass man selbst das in Kauf nehmen würde. "Mit den Aero-Beschränkungen und der Budgetobergrenze ist es [ab 2022] sehr schwierig, aufzuholen", erklärt er.

Der perfekte Zeitpunkt für zwei Rookies?

Daher sei es wichtig, unter den neuen Regeln von Anfang an ein konkurrenzfähiges Auto zu haben. Die Entscheidung, die Saison 2021 frühzeitig abzuhaken, fiel laut Steiner bereits im vergangenen Jahr. Das habe dazu geführt, dass man sich außerdem dazu entschieden hat, beide Fahrer auszutauschen.
Steiner erklärt:
Wir haben uns gedacht: Wenn wir die Fahrer tauschen wollen, dann sollten wir es jetzt tun."
Weil man 2021 sowieso als Übergangsjahr sieht, sei es der perfekte Zeitpunkt, auch auf Fahrerseite einen Cut zu machen. Romain Grosjean und Kevin Magnussen mussten das Team nach fünf respektive vier Jahren verlassen.
"Wir wissen, dass es eine ziemlich herausfordernde Saison wird. Darauf haben wir uns eingestellt", so Steiner. Auch für Rookie Mick Schumacher dürfte es also keine böse Überraschung sein, dass das Team sein erstes Formel-1-Auto im Laufe des Jahres nicht mehr weiterentwickeln möchte.

Haas nutzte seine Token nicht

Ohnehin dürfte der VF-21 sehr stark an seinen Vorgänger erinnern, denn laut Steiner nutzte Haas im Winter nicht einmal seine beiden Token, um den VF-20 zu überarbeiten. Steiner erörtert:
Es ergibt keinen Sinn, Token einzusetzen, nur um sie zu verbrauchen. Man muss auch wissen, warum man sie einsetzt."
Die meisten mechanischen Teile kommen laut dem Teamchef ohnehin von Partner Ferrari, und an anderer Stelle verzichtete Haas ebenfalls darauf, die Entwicklungstoken einzusetzen, weil sich ein Teil der Belegschaft im vergangenen Jahr in Kurzarbeit befand und man laut Steiner schlicht nicht genug Zeit hatte.
Die Zielsetzung für 2021 lautet daher: "Schadensbegrenzung, unser Bestes geben." Steiner stellt klar:
Für mich wäre es ein Erfolg, beide Fahrer bis zum Ende des Jahres für die Zukunft vorzubereiten."
Während der Fokus in der Fabrik auf dem 2022er-Boliden liegt, soll es auf der Strecke um die beiden Piloten gehen.
"Es ist eine gute Möglichkeit, denn der Druck wäre mit einem guten Auto höher", sagt Steiner im Hinblick auf Schumacher und seinen Teamkollegen Nikita Masepin. Der Teamchef hofft, dass man 2021 zumindest "hin und wieder einige Punkte" mitnehmen kann. Leicht wird das unter diesen Vorzeichen allerdings nicht.
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