Formel 1

Dauersieger, Youngster und Vettel: Die Tops und Flops der Saison 2019

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Lewis Hamilton (Mercedes) - Max Verstappen (Red Bull) - Charles Leclerc (Ferrari)

Fotocredit: Getty Images

VonEurosport
02/12/2019 Am 10:38 | Update 02/12/2019 Am 10:46

Die Formel-1-Saison 2019 ist Geschichte: Neben dem würdigen Weltmeister Lewis Hamilton brachte die abgelaufene Saison noch viele weitere Gewinner hervor. Neben zwei aufstrebenden Youngsters, gab es auch die eine oder andere Überraschung im Fahrerfeld - jedoch auch im negativen Sinne. Viele prominente Namen enttäuschten in den vergangenen 21 Rennen. Die Tops und Flops der Saison 2019.

Die Tops

Mercedes und Lewis Hamilton: Wer noch einen Beweis benötigte, dass die Silberpfeile und der Engländer die stärkste Fusion in der Formel 1 sind, der ist nach dieser Saison schlauer. Mercedes strebt wie kein anderer Rennstall nach Perfektion in jedem Detail. Und ist wie kein anderer in der Lage, auf Veränderungen zu reagieren. Das gilt im Kleinen etwa bei der Renntaktik. Das gilt aber auch im Großen: So verlässlich wie Mercedes setzt niemand die Reglement-Änderungen um. Die neue Aerodynamik zu dieser Saison hätte die Konkurrenz nutzen können, um die Dauersieger endlich vom Thron zu stoßen. Stattdessen war Mercedes so dominant wie zuletzt 2016. Und Hamilton, der beste Fahrer im Feld, macht verlässlich den Unterschied an Tagen, an denen der Mercedes nicht das stärkste Auto ist.

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Charles Leclerc: Einer der großen Gewinner dieser Saison, und das liegt vor allem am direkten Vergleich mit Sebastian Vettel. Leclerc kam mit 21 Jahren zu Ferrari und stellte wie selbstverständlich den Stallrivalen in den Schatten - einen viermaligen Weltmeister, der das Team schon seit vier Jahren kennt - und bewies damit, dass alles wahr ist, was man sich über ihn erzählte. Für Ferrari ist dieser höfliche, eloquente und charmante Monegasse ein Geschenk des Himmels. Den deutschen Formel-1-Fans mag es nicht gefallen, aber wenn die Scuderia künftig nicht verstärkt auf Leclerc setzt, dann macht sie einen Fehler.

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Max Verstappen: Der Niederländer ist ungehobelt wie eh und je, spricht unüberlegt drauf los und macht sich dadurch vieles schwerer - Eigenschaften, die er auch im Cockpit immer mal wieder zeigt. Doch der 22-Jährige nimmt auf der Strecke mehr und mehr die Entwicklung, die ihm prophezeit wurde: Je besser er seine Impulse als Rennfahrer unter Kontrolle hat, desto stärker wird sein riesiges Talent zur Geltung kommen. In diesem Jahr ließ Verstappen als WM-Dritter beide Ferrari hinter sich. Und für die kommenden Jahre ist er zweifellos die größte Titelhoffnung von Red Bull.

Honda: Die andere heißt Honda, und auch darauf werden die früheren Branchenführer angewiesen sein: Red Bull braucht wieder einen Motor, der das Niveau von Mercedes und Ferrari mitgehen kann. Honda machte in diesem Jahr bereits einen bemerkenswerten Sprung, in Brasilien gab es gar den ersten "Doppelsieg" der Japaner seit 1991: Verstappen gewann vor Pierre Gasly vom Schwesterteam Toro Rosso, ebenfalls angetrieben von einem Honda-Motor.

McLaren: Der Aufschwung des Traditionsrennstalls hat auch einen deutschen Vater: Andreas Seidl kam im Frühjahr als Teamchef nach Woking, und McLaren kletterte gleich von Gesamtrang sechs 2018 auf den wichtigen vierten Platz der Konstrukteurs-WM - best of the rest also hinter Mercedes, Ferrari und Red Bull. Seidl ist gekommen, um jeden Stein umzudrehen, am Auto, am Motor, in der Fabrik, in den Abläufen, überall sieht er Potenzial zur Verbesserung. Keine Sorgen muss er sich um die Fahrer machen. Carlos Sainz und Rookie Lando Norris setzten das vorhandene Potenzial eindrucksvoll um.

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Die Flops

Sebastian Vettel: Zwei Jahre lang war es bergauf gegangen für den Deutschen und Ferrari, das hatte Erwartungen geweckt. Doch nicht nur für Ferrari wurde 2019 zur Enttäuschung, auch für Sebastian Vettel war diese Saison ein Rückschlag. Nur Fünfter des WM-Klassements, das ist sein schlechtestes Resultat in fünf Jahren Ferrari. Vettel ließ sich von seinem höchst talentierten Teamrivalen Charles Leclerc die Schau stehlen, schlimmer noch: Mit zahlreichen vermeidbaren Fehlern warf er gute Ergebnisse weg. Und weckte damit sogar Zweifel, ob er wirklich der Ausnahmepilot ist, den viele in dem viermaligen Weltmeister sahen. 2020 wird wohl Vettels letztes Vertragsjahr bei Ferrari, und es dürfte darüber entscheiden, wie die Formel 1 ihn in Erinnerung behält.

Ferrari: Dabei war das schlechte Abschneiden ja keineswegs allein Vettels Schuld. Ferrari hatte nach Einführung der neuen Aerodynamik-Regeln mit einer ungewöhnlichen Philosophie hoch gepokert - und verloren. Die komplette erste Saisonhälfte war die Scuderia im Kampf mit Mercedes nicht konkurrenzfähig, erst nach dem Sommer gelang es, das Potenzial des Autos zu entfalten. Da war es längst zu spät. Auch schaffte es Ferrari nicht, das Duell zwischen Vettel und Leclerc auf eine Weise zu moderieren, von der das Team profitiert.

Red Bulls Nebendarsteller: Alles Verstappen, oder was? Red Bull hat ein Problem, das sich ein Topteam eigentlich nicht leisten kann: Seit dem Abgang von Daniel Ricciardo zu Renault hat der Brause-Rennstall nur noch einen Spitzenfahrer. Max Verstappen trägt den Druck, Pierre Gasly enttäuschte derart, dass er noch während der Saison durch Alex Albon ersetzt wurde. Und auch der Rookie war noch nicht in der Lage, Verstappen zu entlasten, mehr als eine halbe Sekunde fehlte ihm teilweise auf den Teamkollegen. Red Bull kann den Kampf mit Mercedes und Ferrari bei einem solchen Gefälle nicht wirklich aufnehmen.

Enttäuschte Gesichter: Ferrari-Teamkollegen Charles Leclerc (l.) und Sebastian Vettel (r.)

Fotocredit: Getty Images

Renault: Vielleicht ist die Fortsetzung von Nico Hülkenbergs Formel-1-Karriere auch am Niedergang des Werksteams gescheitert. Das gelbe Auto war in dieser Saison eine einzige Enttäuschung, anstatt von Position vier 2018 den Angriff auf die Top Drei zu schaffen, rutschten die Franzosen auf Platz fünf ab. Was Renault seit der Rückkehr 2016 leistet, ist auch gemessen an den eigenen Ansprüchen viel zu wenig. Dass Mercedes, Ferrari und Red Bull einen riesigen Vorsprung haben, ist keine Überraschung. Aber zumindest das Mittelfeld müsste Renault mit seinen finanziellen und infrastrukturellen Möglichkeiten im Griff haben. Auf ein Neues im nächsten Jahr, dann mit Esteban Ocon statt Hülkenberg.

Robert Kubica: Der Pole will behandelt und bewertet werden wie jeder andere Fahrer auch - und muss damit auch dieses recht offensichtliche Urteil ertragen: Seine Rückkehr in die Formel 1 ist gescheitert, das Experiment misslungen. Nach seinem schweren Unfall im Jahr 2011 ist die Beweglichkeit seines rechten Arms weiter eingeschränkt, und mit einem solchen Handicap ist die Königsklasse des Motorsports nicht mal eben zu bewältigen - für die Formel 1 wäre alles andere auch irgendwie alarmierend gewesen. Beim enttäuschenden Williams-Rennstall fuhr Kubica nur hinterher. Im internen Qualifying-Duell mit dem britischen Rookie George Russell steht es nach 21 Rennen 0:21.

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(SID)

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