Rennen eins am Freitag hatte Mercedes-Werkspilot Nyck de Vries in dominanter Manier gewonnen. In Rennen zwei am Samstag aber musste beziehungsweise durfte de Vries genau wie seine Kollegen mit Mercedes-Antrieb vom Ende des Feldes starten.
Vom Qualifying am Samstag hatte man die vier Mercedes-betriebenen Fahrzeuge ausgeschlossen, während die Ursache für den Unfall von Edoardo Mortara im Freien Training untersucht wurde.
Bis zum Rennen wurde der Fehler gefunden und behoben. So durften nicht nur de Vries, sondern auch dessen Teamkollege Stoffel Vandoorne und Venturi-Pilot Norman Nato starten.
Diriyah ePrix
De Vries feiert Sieg beim Saisonauftakt - Rast verpasst Podest knapp
26/02/2021 AM 18:30
Auch Mortara war startberechtigt und kreuzte nach Untersuchung im Krankenhaus wieder an der Strecke auf. Da aber sein Venturi-Bolide infolge des Crashs aus dem Training nicht rechtzeitig wieder aufgebaut werden konnte, musste Mortara beim Rennen doch zuschauen.

Duell Frijns vs. Bird um die Führung

Was das Renngeschehen betrifft, stand der abermals unter LED-Flutlicht ausgetragene zweite Saisonlauf am Samstag im Zuge packender Duelle um die Führung und um den letzten Podestplatz.
Während Polesetter Frijns den Start gewann und als Erster in die erste Kurve einbog, schob sich Bird direkt in dieser ersten Kurve mitsamt Berührung an Sérgio Sette Câmara (Dragon-Penske) vorbei und nahm die Verfolgung von Frijns auf.
Den größten Vorwärtsdrang entwickelte in der Anfangsphase aber Vergne. Vom siebten Startplatz arbeitete sich der Ex-Champion Position um Position nach vorn. Nach zehn Runden wurde er bereits an vierter Stelle hinter Frijns, Bird und Sette Câmara geführt.
An der Spitze übernahm Bird mit einem Überholmanöver gegen Frijns kurzzeitig das Kommando. Kurz darauf aber schlug der Niederländer zurück und holte sich die Führung zurück. Während sich Frijns und Bird um die Führung duellierten, setzte Vergne seinen Vorwärtsdrang fort, indem er Sette Câmara von der dritten Stelle verdrängte.

Das entscheidende Überholmanöver: So holte sich Bird den Sieg

Als nahezu zeitgleich Jake Dennis (BMW-Andretti) nach Berührung mit Pascal Wehrlein (Porsche) strandete und auf der Strecke stehenblieb, hoffte Vergne auf eine Safety-Car-Phase, um die Lücke zum Führungsduo zu schließen. Es gab allerdings "nur" eine Full-Course-Yellow, während der zwar Tempo herausgenommen werden musste, die Abstände aber bestehen blieben.
Beim Restart lag Bird vor Frijns, weil sich der Virgin-Pilot kurz vor der Gelbphase für ein Ausweichen auf die Spur für den Attack-Mode entschieden hatte und Bird damit die Führung überlassen hatte. Mit der zusätzlichen Leistung des Attack-Modes kam Frijns kurz nach dem Restart vergleichsweise spielerisch wieder an Bird vorbei und hatte damit seine anfängliche Führung wieder inne. Doch es dauerte nicht lange bis Bird ebenfalls mit Attack-Mode zurückschlug und damit seinerseits wieder P1 übernahm.

Knallhartes Team-Duell bei Techeetah

Im Zuge des Duells Frijns vs. Bird holte derweil nicht nur Vergne auf, sondern vor allem auch dessen von der zehnten Position ins Rennen gestarteter Teamkollege António Félix da Costa. Die beiden DS-Techeetah-Teamkollegen kämpften mit harten Bandagen um P3, bevor sich Vergne mitsamt Berührung in Kurve 21 knallhart durchsetzte.
Zehn Minuten vor Schluss rief ein Crash zwischen Maximilian Günther (BMW-Andretti) und Mitch Evans (Jaguar) am Ende der langen Gerade dann doch noch eine Safety-Car-Phase auf den Plan. Da die Zeit zum Aufräumen der Unfallstelle nicht ausreichte, entschieden die Formel-E-Verantwortlichen mit noch drei Minuten (plus einer Runde) auf der Uhr, das Feld hinter dem Safety-Car in die Boxengasse zu bringen und das Rennen mit der Roten Flagge vorzeitig zu beenden. Evans wurde zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht.

Teil zwei des Double-Headers in Diriyah: Die Rennhighlights

So kam Sam Bird bei seinem zweiten Einsatz für das Jaguar-Team zum ersten Sieg für seinen neuen Arbeitgeber. Robin Frijns musste sich mit Verzicht auf einen möglichen Schlussangriff mit P2 begnügen. Der letzte Podestplatz ging dank des knallharten Teamduells im Lager von DS Techeetah zunächst an Jean-Éric Vergne. Doch nach einer Zeitstrafe wurde der Franzose auf Rang zwölf zurückgesetzt. So rückte Vorjahresmeister António Félix da Costa auf die drei.
Da auch Frijns' Virgin-Teamkollge Nick Cassidy, der auf der fünften Position ins Ziel kam, eine nachträgliche Strafe erhielt, kam es nach der Zielflagge noch zu vielen Verschiebungen beim Endergebnis. Die beiden Dragon-Penske-Piloten Sérgio Sette Câmara und Nico Müller wurden am Ende Vierter und Fünfter. Es folgten Oliver Turvey (NIO; 6.), Oliver Rowland (Nissan e.dams; 7.), Lucas di Grassi (Abt-Audi; 8.), Nyck de Vries (Mercedes; 9.) und Pascal Wehrlein (Porsche; 10.).
Der dreimalige DTM-Champion René Rast (Abt-Audi) hat nach einer nachträglichen Zeitstrafe als 17. die Punkteränge verfehlt. Dem Audi-Piloten wie auch einigen Kollegen wurde zum Verhängnis, dass sie nicht wie vorgeschrieben den sogenannten Attack Mode zweimal aktiviert hatten. Trotz einer langen Safety-Car-Phase, in der dies unmöglich war, und dem anschließenden Rennabbruch kannten die Regelhüter keine Gnade.
Auch André Lotterer (Porsche) verpasste als Elfer die Punkte. Für den Oberstdorfer Maximilian Günther (BMW) war das Rennen wie schon am Freitag nach einem Unfall vorzeitig beendet.
Das könnte Dich auch interessieren: Formel-E-Saisonstart: Zwischen WM-Krönung und letztem Tanz
Mehr News auf Motorsport-Total.com

Das wird eng! Wehrlein drückt Dennis in die Mauer

Formel E
Erster Kalenderblock steht: Hier fährt die Formel E im Frühjahr
28/01/2021 AM 16:14
Diriyah ePrix
Offiziell: Formel-E-WM startet mit Double-Header unter Flutlicht
05/01/2021 AM 15:09