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3 Dinge, die bei Schalke - BVB auffielen: Schmelzer auf der Speisekarte

3 Dinge, die auffielen: Schmelzer auf der Speisekarte

15/04/2018 um 18:40Aktualisiert 16/04/2018 um 00:02

Der FC Schalke 04 gewinnt das Ruhrderby am 30. Spieltag der Bundesliga gegen Borussia Dortmund mit Naldo, Klasse und Leidenschaft verdient mit 2:0 (0:0) - letztere ging dem BVB total ab. Während sich ein Schalker Abwehrspieler zum Derbyheld reloaded aufschwingt, bleibt die ganze Dortmunder Offensive blass. Marcel Schmelzer erlebt zudem einen äußerst gebrauchten Tag. Was uns auffiel.

Naldo als Derbyheld reloaded

Beim denkwürdigen Hinspiel krönte Abwehrchef Naldo in der 94. Minute Schalkes sensationelle Aufholjagd mit dem 4:4, dieses Mal schlug er früher zu.

Zum sechsten Mal durfte der Brasilianer nun schon gegen die Schwarz-Gelben jubeln, gegen kein Team gelang ihm das häufiger. Es war bereits der siebte (!) Saisontreffer des Innenverteidigers, nur Guido Burgstaller liegt in der internen Torjägerliste vor ihm.

Naldo wusste aber auch hinsichtlich seiner eigentlichen Aufgabe zu überzeugen: dem Verhindern von Gegentoren.

Überragende 88,89 Prozent seiner Zweikämpfe gewann der Oldie, mit weitem Abstand die beste Quote aller Spieler auf dem Platz. Segelten hohe Bälle in den Strafraum, landeten diese mit traumwandlerischer Sicherheit auf seiner polierten Glatze.

Lautstark organisierte er die wahlweise Dreier- oder Fünferkette der Königsblauen, die zum vierten Mal in den letzten fünf Partien zu Null spielte.

Das fand auch Trainer Domenico Tedesco klasse:

"Naldo verteidigt überragend - heute so offensiv wie nie zuvor. Wir sind froh, dass er da ist. So soll er weiter machen."

Gruselige BVB-Offensive

Nachdem der BVB beim 3:0-Erfolg gegen den VfB Stuttgart zeitweise guten Offensiv-Fußball geboten hatte, folgte im Derby ein gravierender Rückschritt.

Insbesondere in der ersten Hälfte hing die eigentlich hochkarätig besetzte Angriffs-Abteilung komplett in der Luft.

Michy Batshuayi (13 Ballaktionen), Christian Pulisic (16) und Maximilian Philipp (12) lechzten vergebens nach Ballkontakten. Kamen sie dann doch einmal ran ans Spielgerät, ließen sie sich viel zu leicht abkochen.

Philipp, Pulisic und Reus hieß außerdem das Trio, das in der ersten Hälfte die wenigsten Zweikämpfe aller Feldspieler auf dem Rasen gewann.

"Wir haben nicht gut gespielt, wir haben uns nicht in die gefährlichen Räume bewegt. In den ersten 60 Minuten haben wir kein Fußball gespielt", brachte es Reus bei "Sky" auf den Punkt. Eine schwache Passquote von nur 69,32 Prozent bestätigt den Nationalspieler.

"Wir hoffen, dass es nicht so schlimm ist bei Batshuayi. Wir müssen aber die genaue Untersuchung abwarten", sagte Trainer Peter Stöger.

Königsblaues Herzblut

Was für ein gebrauchter Tag für BVB-Kapitän Marcel Schmelzer! Der Linksverteidiger leitete mit einem Stockfehler die Schalker Führung durch Konoplyanka ein und musste sich zudem über 94 Minuten lang mit Guido Burgstaller herumschlagen.

Der Stürmer verkörperte all das, was die Schalker in diesem Derby auszeichnete - und was dem BVB in vielen Situationen fehlte.

Burgstaller schmiss sich ohne Rücksicht auf Verluste in jeden Zweikampf, gab keinen Ball verloren und setzte auch mal zu einer Schimpftirade auf seinen am Boden liegenden Gegenspieler an, weil er so brannte.

Nun kann man solch ein Verhalten durchaus kritisch hinterfragen, diese Galligkeit legte der BVB allerdings nicht an den Tag.

Trainer Tedesco ruderte das ganze Spiel über immer wieder wild mit den Armen, um seine Mannschaft anzuleiten und das Publikum zu pushen, während sein Gegenüber Stöger selbst nach dem Rückstand mit Händen in den Taschen auf seiner Bank verharrte, als hätte er längst mit seiner BVB-Mission abgeschlossen.

Bei den Königsblauen wurde jeder gewonnene Freistoß in der Schlussphase mit einem Abklatschen oder einem Anfeuerungsschrei bedacht, beim Rivalen war über 90 Minuten kaum eine Körpersprache zu erkennen.

"Wir haben total viel Leidenschaft auf den Platz gebracht. Alle wussten, dass wir an einem guten Tag jeden Gegner auffressen können", fasste Schalkes Kapitän Ralf Fährmann das Geschehen zusammen.

Marcel Schmelzer war auf der Speisekarte gelandet.

Video - Batshuayi-Ersatz gesucht: BVB hinter Real-Star her?

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