FC Bayern München | Transfer-Prioritäten Außenstürmer, Innenverteidiger, Mittelfeld

Die Zeit läuft. Beim FC Bayern München ist der Kader geschrumpft, Trainer Niko Kovac verlangt vier weitere Spieler, und Sportdirektor Hasan Salihamidzic verspricht, noch "einiges" zu tun auf dem Transfermarkt. Nur: Was eigentlich? Bei Leroy Sané hat Bayern schlechte Karten, mit Rodrigo hat ein anderer Wunschspieler abgesagt. Eurosport.de nennt die Prioritäten auf Münchens Einkaufsliste.

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Da ist er nun, endlich, dieser sogenannte Umbruch des FC Bayern. Arjen Robben, Franck Ribéry, Rafinha und Mats Hummels sind Geschichte, James Rodríguez wird nicht verpflichtet, das Aufgebot ist auf 17 Profis geschrumpft - die Teenager Alphonso Davies und Jann-Fiete Arp bereits mitgezählt.
Das reicht nicht für die Saison, und das wissen sie in München, zumal Jérôme Boateng und Renato Sanches gehen sollen bzw. wollen. "Mit 17 Profis kommen wir nicht weit", wird Bayern-Trainer Niko Kovac vom "kicker" zitiert, 19 sollen es schon sein. Besser: 21. "Vier Spieler brauchen wir noch", fordert Kovac.
Dabei hat der Double-Sieger eine Prioritäten-Rangliste für seinen Einkaufszettel erstellt.

Bayern-Prio 1: Außenstürmer

Ohne Ribéry und Robben stehen nur Kingsley Coman und Serge Gnabry als reinrassige Außenstürmer parat, dazu Davies (dessen Tauglichkeit nicht absehbar ist) sowie Thomas Müller, zur Not. Der Bedarf ist also einigermaßen akut.
Für Leroy Sané würde Bayern an finanziellen Grenzen schrammen, das Paket aus Ablöse und Gehalt soll ein Gesamtvolumen von 175 bis 200 Millionen Euro umfassen, rechnete "Sport Bild" vor. Schönheitsfehler: Es häufen sich Stimmen aus dem Umfeld, wonach Sané lieber in Manchester bleibt.
Callum Hudson-Odoi (Chelsea) umgarnt der FC Bayern wie ein Rosenkavalier seine Verflossene, den 18-Jährigen "haben wir immer im Kopf", sagt Sportdirektor Hasan Salihamidzic. Problem eins: Hudson-Odois Achillessehnenriss. Problem zwei: Chelseas Wille, ihn nicht zu verkaufen.
Ex-BVB-Star Ousmane Dembélé (Barcelona) soll die spektakuläre Alternative sein, Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge gilt als Fürsprecher; ein Wechsel würde sich finanziell in Sané-Dimensionen bewegen.
Neuer Name in der Gerüchteküche ist Steven Bergwijn (Eindhoven), während Yannick Carrasco (Dalian Yifang) wohl kein Thema mehr ist und Gareth Bale (Real Madrid) nie eines war. Bei Timo Werner (Leipzig) spielt Bayern auf Zeit (2020 ist er ablösefrei) und betrachtet das Ganze wie bei Müller: Eigentlich ist Werner keiner für den Flügel.
Aber wenn's halt sein muss …

Bayern-Prio 2: Innenverteidiger

Boatengs Abgang wird allseits erwartet, laut "kicker" plant der 30-Jährige jedoch für Bayerns Trainingsauftakt am 8. Juli.
Gedankenexperimente mit Matthijs de Ligt (Amsterdam) wurden dem Vernehmen nach verworfen, weil sich die Münchner auf horrende Ausgaben für den Außenstürmer einstellen - und ihre Mittel dosieren (müssen).
Bei Ozan Kabak (Stuttgart) soll Kovac den Daumen gehoben haben, Bayerns Hinhalte-Taktik vergrätzte den Türken offenbar in Richtung Schalke.
Ferner wurde der als Überflieger gehandelte 17-Jährige mit dem fantastischen Namen Sepp van den Berg (Zwolle) in den Ring geworfen. Hier führt die Reise zum FC Liverpool.

Bayern-Prio 3: Defensiver Mittefeldspieler

An Quantität mangelt's nicht. Thiago, Javi Martínez, Leon Goretzka, Corentin Tolisso sind da und durchaus flexibel einsetzbar; Thiago, Goretzka und Tolisso haben gestalterische Fähigkeiten, Martínez taugt als passabler Innenverteidiger.
Trotzdem hat Bayern ein Defizit erkannt und an Rodrigo gedacht, ein großgewachsener und dennoch dynamischer Wellenbrecher von Atlético. Nach wochenlanger Bedenkzeit zieht der Spanier nun ManCity vor, Pep Guardiola wegen, wie es heißt. Schlecht für Bayern, denn die Botschaft lautet: weitersuchen.

Bayern-Prio 4: Außenverteidiger

Ohne den nimmermüden Rafinha bricht ein nicht zu unterschätzendes Mitglied des Kader-Ensembles weg. Die A-Besetzung heißt David Alaba und Joshua Kimmich, wobei die Neuzugänge Lucas Hernández und Benjamin Pavard innen wie außen verteidigen können; Hernández links, Pavard rechts.
Allein: Tut's das?
"Pavard muss sich natürlich steigern", sagt Bayern-Legende Bixente Lizarazu, der mahnt, dass Pavard "nicht nur einen Schritt, sondern zwei Schritte" machen müsse. Und: "Auch wenn Niklas Süle viel Potential hat, würde ich nicht mit ihm plus Pavard und Hernández in die Saison gehen. Da sind zu viele Fragezeichen."

Bayern-Prio 5: Back-up für Lewandowski

Robert Lewandowski hat seinen Wunsch nach einer Alternative bekräftigt, öfters sogar: "Wenn man die Option eines zweiten Stürmers hat, ist das besser für die Mannschaft und für mich."
Werner wäre eine klassische hängende Spitze, die es im Bayern-System nicht immer gibt (Müller spielte dort am besten). Und sonst? Mal sehen. "Wir wollen einiges tun auf dem Transfermarkt", sagte Salihamidzic in der Vorwoche und mühte sich nach Kräften, möglichst entspannt zu wirken. Es gelang: so halb.
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