Borussia Dortmund | 3 Dinge, die auffielen: Roman Bürki wird zum tragischen Helden
Borussia Dortmund ist mit einem 1:0 (0:0)-Sieg gegen Tabellenführer Borussia Mönchengladbach in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Torhüter Roman Bürki war der Garant dafür, dass beim BVB hinten die Null stand. Die Standardsituationen beider Teams sorgten hüben wie drüben für Gefahr. Über allem standen Diskussionen über umstrittene Entscheidungen des Videoschiedsrichters. Drei Dinge, die auffielen.
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1.) Keine klare Linie beim Videobeweis
Der Videobeweis ist auch nach mehr als zwei Jahren das Streitthema Nummer eins in der Bundesliga und sorgte auch im Spitzenspiel zwischen Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach wieder für Aufsehen.
Nach einer guten halben Stunde erzielte ausgerechnet der Ex-Gladbacher Thorgan Hazard unter tatkräftiger Mithilfe von Gladbach-Torhüter Yann Sommer das vermeintliche 1:0 für die Hausherren - doch die Freude über seinen ersten Pflichtspieltreffer für den neuen Klub währte nur kurz.
Videoschiedsrichter Harm Osmers schaltete sich ein und annullierte den Treffer unter Berücksichtigung von technischen Hilfsmitteln. Reus soll zu Beginn des Angriffs mit seiner Hacke um Millimeter im Abseits gestanden haben - eine harte aber wohl vertretbare Entscheidung, auch wenn die TV-Bilder keinen eindeutigen Beleg lieferten.
Sechs Minuten vor dem Ende brachte Neuzugang Julian Brandt die Südtribüne zum Beben - wieder war Reus der unfreiwillige Spielverderber. Der Siegtorschütze des BVB blockierte das Sichtfeld von "Fohlen"-Keeper Sommer, so jedenfalls die Einschätzung des Schiedsrichtergespanns um Sascha Stegemann. BVB-Trainer Lucien Favre hatte dazu eine ganz andere Sichtweise:
Doch nicht nur die Hausherren fühlten sich vom Videoschiedsrichter benachteiligt. Auch die Gemüter der Gäste erhitzten sich aufgrund einer fragwürdigen Schiedsrichterentscheidung.
BVB-Verteidiger Mats Hummels holte bei seiner Rettungstat in der 72. Minute Patrick Herrmann regelwidrig von hinten von den Beinen. Dieses Mal sah sich der VAR nicht gezwungen, zu intervenieren - eine glasklare Fehlentscheidung, wie auch Gästetrainer Marco Rose befand:
Sein Gegenüber beurteilte die Situation naturgemäß etwas anders: "Herrmann arbeitet natürlich auch. Es ist aber schon tendenziös", sagte Favre.
Und genau hier liegt das Problem: Es gibt keine klare Linie beim Videobeweis! Weshalb der VAR bei der vermeintlichen Dortmunder Führung wegen einer Millimeter-Entscheidung eingriff und bei einem glasklaren Foulspiel nicht, bleibt unverständlich.
2.) Bürki: Dortmunds tragischer Held
In der vergangenen Saison noch oft gescholten, erweist sich Schlussmann Roman Bürki in dieser Spielzeit immer mehr zum Erfolgsgarant. Der Schweizer behielt in der ersten Halbzeit gegen Ex-Schalker Breel Embolo zweimal einen kühlen Kopf, bewahrte die Hausherren mit zwei Rettungstaten im Eins-gegen-eins vor dem Rückstand (29., 41.).
Auch auf der Linie zeigte Bürki seine Qualitäten. In der 26. Minute verhinderte der 28-Jährige mit einer Glanztat den Einschlag gegen Stefan Lainer.
Umso bitterer: 20 Minuten vor Schluss musste der Keeper verletzt runter (71.).
"Ich hoffe, dass es nicht so schlimm ist. Das war im Zweikampf in der ersten Halbzeit mit Breel (Embolo, Anm. d. Red.), wir sind Knie an Knie zusammengestoßen. Danach hatte ich richtig Schmerzen und habe versucht weiterzuspielen", erklärte Bürki und führte aus:
Angst und Bange muss dem BVB vor den anstehenden "Hammerwochen" aufgrund des Ausfalls von Bürki allerdings nicht werden. Erstztorhüter Marwin Hitz knüpfte nach seiner Einwechslung nahtlos an die starke Leistung seines Vorgängers an und hielt den "Schwarz-Gelben" mit einer großartigen Parade gegen Florian Neuhaus den ersten Erfolg in der Bundesliga nach drei sieglosen Spielen fest.
"Wir müssen uns heute bei Roman (Bürki) und Marwin (Hitz) bedanken, sie haben uns den Sieg gerettet", stellte Kapitän Reus deshalb fest.
3.) Das Standard-Paradoxon
Die Achillesferse des BVB bleibt die Schwäche bei Standardsituationen. Bereits nach fünf Minuten brannte es nach der ersten Ecke des Tabellenführers lichterloh im Strafraum der Borussia.
Jene Schwäche bei Standards zog sich, ähnlich wie in den vergangenen Wochen, wie ein roter Faden durch die Partie. Die Riesenchance durch Lainer resultierte aus einem unzureichend verteidigten Freistoß aus dem Halbfeld (26.).
Wenig später verzog Kramer einen Volleyschuss im Anschluss an einen Eckball (76.). Vor den richtungsweisenden Partien der kommenden Wochen (u.a. gegen Inter Mailand, Schalke 04, FC Bayern) muss Trainer Favre unbedingt den Rotstift ansetzen.
Doch so dürftig die ruhenden Bälle im eigenen Sechzehner verteidigt wurden, so gefährlich waren die Standards der Hausherren auf der anderen Seite.
Erst scheiterte Thomas Delaney per Kopf nach einem Eckball (7.), kurz darauf war es Hummels, der Sommer ebenfalls mit einem Kopfball zu einer Glanztat zwang (32.). Die Favre-Elf zeigte sich bei Eckstößen variabel, was der abgeblockte Schussversuch von Reus im Anschluss an eine flache Ecke bewies (45.+1).
Bereits am vergangenen Spieltag gegen den SC Freiburg konnte Axel Witsel den Dortmunder Führungstreffer nach einer einstudierten Ecke markieren. Offensiv zeichnet sich somit eine neue Waffe des BVB ab, die in den kommenden Wochen noch wichtig werden könnte.
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