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Das Phänomen: Darum kann der BVB nicht ohne Hazard

Das Phänomen: Darum kann der BVB nicht ohne Hazard

05/11/2019 um 09:00

Welche Leistung bringen Mario Götze, Marco Reus oder Mats Hummels? Wie stellt Lucien Favre dieses Mal auf? Geht es um Borussia Dortmund, fallen fast immer die Namen der großen Stars oder eben der des Trainers. Thorgan Hazard steht fast schon ein wenig im Schatten, dabei ist der Belgier eine der Schlüsselfiguren beim BVB, mitunter seine schärfste Waffe - und das nicht nur aufgrund seiner Assists.

Eigentlich hatte sich Thorgan Hazard sein Leben als Fußball-Profi anders vorgestellt. "Ich wollte früher Torhüter werden", gab der 26-Jährige in einer Dokumentation zu, die die UEFA den Hazard-Brüdern Thorgan und Eden widmete. Er habe damals aber schnell gemerkt, dass er nicht die körperlichen Voraussetzungen mitbringt, um zwischen den Pfosten Karriere zu machen. Hazard war flexibel genug, sich auch mit einer Rolle als Feldspieler anzufreunden.

"Er kann links spielen, er kann rechts spielen, eventuell sogar als Stürmer oder als Neuneinhalb. Es ist immer gut für eine Mannschaft, flexible Spieler zu haben."
"Thorgan findet peu à peu seine Position bei uns."

Video - Flexibler Matchwinner: Favre mit dickem Lob für Hazard

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Hazard glänzt als Vorbereiter

Es schien lange nicht klar, wie Favre tatsächlich mit Hazard plant. Rechtsaußen in der Liga gegen Gladbach (1:0), dann offensives Mittelfeld gegen Inter, hängende Spitze gegen Schalke sowie zweimal Linksaußen im Pokal gegen Gladbach und in der Liga gegen Wolfsburg - schon eine Leistung, dass dem Belgier nicht schwindlig wurde ob des munteren Positions-Karussells.

Und: Fast immer lieferte Hazard ab. Sieben Assists in sieben unterschiedlichen Pflichtspielen sind eine satte Ausbeute. Der Neuzugang hat sich schon in seinen ersten Monaten im schwarz-gelben Trikot unentbehrlich gemacht. Wenn er fit war, wurde er auch immer eingesetzt. Einzig den Supercup (Blessur) sowie das Ligaspiel gegen Union Berlin (Rippenprellung) verpasste der ehemalige Gladbacher.

Es ist aber nicht nur die sportliche Klasse, mit der Hazard den BVB weiterbringt. Es ist auch sein Hunger auf Erfolg. Hazard ist nicht nach Dortmund gekommen, um nur tollen Fußball zu spielen. Auch die Tatsache, dass er bereits zu Gladbacher Zeiten etwas mehr als eine Saison unter Favre arbeitete, sei nicht ausschlaggebend gewesen. "Entscheidend war, den nächsten Schritt zu machen", betonte Hazard und wurde noch deutlicher:

"Ich hoffe, wir können zusammen Titel gewinnen. Entweder die Meisterschaft oder den DFB-Pokal."
Thorgan Hazard und Raphael Guerreiro

Thorgan Hazard und Raphael GuerreiroImago

Offensive Ansagen dieser Art werden bei der Borussia sonst gerne gescheut, aber man kann Hazard verstehen. Der einzige Profi-Titel, den er bislang in seiner Vita stehen hat, ist der Supercup 2019. Nur: Da spielte er, wie bereits erwähnt, aufgrund einer Verletzung gar nicht selbst mit.

Sollte die laufende Saison, in der sich der BVB nach zähem Start gerade stabilisiert, tatsächlich mit einem Titel enden, dürfte es Hazard herzlich egal sein, auf welcher Position ihn Favre letztlich am dringendsten braucht.

Denn flexibel ist er ja, dieser Thorgan Hazard...

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