So lief das Spiel:

Im Duell der Titelanwärter machte RB Leipzig in der Anfangsphase viel Druck, störte Borussia Dortmund früh und ließ die Gastgeber so kaum zur Entfaltung kommen. Dieses hohe Tempo konnte die Nagelsmann-Elf aber nur zehn Minuten halten, anschließend kam der BVB immer besser in die Partie und gewann mehr und mehr an Kontrolle. Eine erste Torannäherung verbuchten die Hausherren bei einem Eckball: Der Kopfball von Mats Hummels entwickelte sich zu einer gefährlichen Bogenlampe und wurde von Péter Gulácsi gerade noch über den Querbalken gelenkt (15.).

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Auch in der Folge blieb der BVB gefährlicher. Leipzigs Marcel Halstenberg klärte eine Dortmunder Hereingabe nur unzulänglich, Achraf Hakimi prüfte Gulácsi aus spitzem Winkel (21.).

Kurz darauf lag der Ball dann aber im Tor. Nachdem zunächst Jadon Sancho freistehend im Strafraum an Gulácsi scheiterte, blieb der BVB im Ballbesitz. Schließlich landete der Ball bei Julian Weigl, dessen platzierter Aufsetzer am Leipziger Schlussmann – der dabei keine gute Figur machte – vorbei ins Tor rutschte (23.).

Leipzig blieb in der Offensive dagegen weiterhin hinter seinen Möglichkeiten zurück, ein Distanzschuss von Yussuf Poulsen über das Tor von Roman Bürki war nach etwas mehr als einer halben Stunde der erste Abschluss der Gäste (31.).

Borussia Dortmund bejubelt den Treffer zum 2:0 gegen RB Leipzig

Fotocredit: Getty Images

Stattdessen traf erneut der BVB: Jadon Sancho drang über die linke Seite in den Strafraum ein und bediente im Zentrum Julian Brandt, der den Ball sehenswert an- und mitnahm und ganz trocken mit links ins rechte untere Toreck einschob (34.) - Marke Traumtor.

Erst kurz vor der Pause wurde Leipzig dann gefährlicher. Zunächst scheiterte Poulsen mit einem Kopfball aus fünf Metern an Bürki, ehe bei der anschließenden Ecke auch Timo Werners Kopfballversuch vom Schweizer Schlussmann entschärft wurde (45.+2).

Im zweiten Durchgang stand Bürki gleich wieder im Fokus. Dieses Mal leistete sich der Torhüter allerdings einen folgenschweren Aussetzer. Bei einem langen Ball aus der Leipziger Hälfte kam Bürki weit aus seinem Kasten heraus und wollte per Kopf klären – legte die Kugel dabei aber Werner vor die Füße. Der Nationalstürmer hatte freie Bahn und musste den Ball nur noch ins verwaiste Tor einschieben (47.).

Der BVB geriet nun ins Schwimmen. Bei einem Eckball für RB kam Lukas Klostermann aus kurzer Distanz zum Kopfball, dieses Mal parierte Bürki wieder stark (52.). Eine Minute später musste der Keeper dann aber doch hinter sich greifen. Erneut ging ein individueller Fehler von Borussia Dortmund voraus. Brandt spielte einen katastrophalen Rückpass, Werner spritzte dazwischen, umkurvte Bürki und schob ins leere Tor ein (53.).

Favre in Erklärungsnot: "Das ist auch schwer zu akzeptieren"

Dortmund wirkte wie von der Rolle – schlug aber nur kurze Zeit später wieder zurück. Hakimi schickte Marco Reus rechts im Strafraum steil, der Kapitän bediente im Rückraum Sancho, der freistehend aus neun Metern ins Leipziger Tor traf (55.). Gulácsi war mit den Händen am Ball, konnte den Einschlag aber nicht verhindern.

Anschließend entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, vor allem der BVB blieb gefährlich. Zunächst wurde ein Abschluss von Hakimi aus kurzer Distanz gerade noch von Konrad Laimer geblockt (64.), ehe Reus mit einem Schuss aus spitzem Winkel das lange Eck knapp verpasste (67.).

Aber auch RB Leipzig hatte sich noch nicht aufgegeben, in der Schlussphase kamen die Gäste tatsächlich erneut zurück. Nach einem Diagonalball von Dayot Upamecano ließ Raphaël Guerrero Nordi Mukiele in seinem Rücken gewähren, den Schuss aus spitzem Winkel parierte Bürki zunächst stark. Gegen den Nachschuss war der Schlussmann dann aber machtlos, der eingewechselte Patrik Schick traf aus zehn Metern ins Tor (78.).

Trauert den zahlreichen Gelegenheiten des BVB hinterher: Kapitän Marco Reus

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In den Schlussminuten drückte Dortmund auf den vierten Treffer, aber auch der eingewechselte Nico Schulz scheiterte mit einem geblockten Schussversuch (90.+1).

So blieb es beim 3:3-Unentschieden, RB Leipzig bleibt damit Tabellenführer und hält den BVB mit vier Punkten Vorsprung auf Abstand.

Der Tweet zum Spiel:

Die Stimmen zum Spiel:

Marco Reus (Borussia Dortmund): (Zum Fehlpass von Julian Brandt vor dem 2:2-Ausgleichstreffer, Anm. d. Red.) "Timo ist halt so clever, er läuft nicht so gerne zurück und von daher steht er bei dem Treffer sehr clever. Das ist eigentlich ein Sicherheitsball, von daher trifft ihn da keine Schuld."

Roman Bürki (Borussia Dortmund): "Wenn du 2:0 führst zu Hause, wünschst du dir natürlich auch, es über die Zeit zu bringen. Leider haben wir es mit zwei unglücklichen Gegentoren dann wieder spannend gemacht. Dann gehen wir nochmal in Führung, aber am Ende hat uns dann auch ein bisschen die Kraft gefehlt."

Julian Nagelsmann (Trainer RB Leipzig): "Vom Ergebnis her ist es ein gefühlter Sieg. Aber von der Spielweise eher nicht. Das war in der ersten Halbzeit überhaupt nicht das, was wir uns vorgenommen haben. Unser Spiel mit Ball war einfach sehr, sehr schlecht in der ersten Halbzeit. In der zweiten haben wir das Spiel dann deutlich offener gestaltet und waren besser in der Partie."

Markus Krösche (Sportdirektor RB Leipzig): "Es war ein geiles Fußballspiel. Aufgrund der ersten Halbzeit war es vielleicht sogar ein wenig glücklich, im zweiten Durchgang haben wir es uns dann aber doch auch verdient."

Das fiel auf: Ein Spitzenspiel, das seinen Namen verdient

Sechs Tore, zahlreiche Chancen, gute Paraden und unglaubliche Fehler – das alles hatte das Spiel zwischen dem BVB und RB Leipzig zu bieten. Bereits im Vorfeld wurde die Partie heiß erwartet, schließlich trafen die wohl formstärksten Mannschaften der Liga endlich aufeinander. Während Dortmund vor allem in der ersten Halbzeit überragte, vielleicht die stärkste Hälfte unter Trainer Lucien Favre , bewies RB Leipzig im zweiten Durchgang Moral und kam gleich dreimal nach Rückstand zurück.

Die Statistik: 22

Jadon Sancho trifft und trifft für den BVB – und wird auch in Zukunft Begehrlichkeiten bei den großen europäischen Klubs wecken.

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