BVB: Abwehr bereitet Favre und Borussia Dortmund schon wieder Sorgen

Der BVB hat bei der peinlichen 1:3-Pleite bei Aufsteiger Union Berlin nicht nur Punkte liegen gelassen, sondern auch gezeigt, dass eine Baustelle der vergangenen Saison alles andere als behoben ist. Die Defensive macht Lucien Favre trotz der Rückkehr von Mats Hummels weiter Probleme. Dass nun auch noch zwei Spieler verletzt von ihren Nationalteams zurückkehrten, macht die Sache nicht einfacher.

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Sechs Punkte aus den ersten drei Bundesliga-Spielen, dazu bereits neun erzielte Treffer auf der Habenseite. So schlecht ist Borussia Dortmund also gar nicht in die Bundesliga-Saison gestartet. Sollte man meinen, oder?
Dass dies die Gefühlslage des Vizemeisters aktuell ganz und gar nicht widerspiegelt, zeigt nicht erst die Reaktion von Vorstands-Boss Hans-Joachim Watzke nach der peinlichen 1:3-Pleite der Schwarz-Gelben bei Union Berlin.
"Nach Niederlagen geht es mir ja immer schlecht. Nach dieser aber besonders", zeigte sich der 60-Jährige im Interview mit den "Ruhrnachrichten" besorgt. Verständlich, haben sich doch die Ansprüche des BVB in dieser Saison deutlich verschoben. Das Ziel Meisterschaft wurde BVB-unüblich bereits vor der Saison offensiv propagiert. Punktverluste bei Aufsteigern sind da eigentlich nicht mehr erlaubt.

Dortmunds Abwehrprobleme: Die alte Leier

Vor allem, wenn dabei Problemzonen der vergangenen Saison gnadenlos entblößt werden, die man geglaubt hatte, durch Transfers im Sommer behoben zu haben.
Die Dortmunder Hintermannschaft wackelte gegen kämpferische Berliner gehörig. Unstimmigkeiten und fehlende Konzentration wie beim 0:1 durch einen einstudierten Eckentrick dürften im Kopf von Coach Lucien Favre schon wieder die Alarmglocken schrillen gelassen haben. Zu oft hatte sich der BVB vergangene Saison bei Standards schlecht angestellt.
Auch der zurückgekehrte Mats Hummels kann diese Probleme bisher nicht kaschieren. Wirklich eingespielt wirkte die schwarz-gelbe Defensive in Berlin noch nicht. Hinzu kamen individuelle Fehler wie beim 1:2, als sich Manuel Akanji, der seiner Form aktuell meilenweit hinterherläuft, mehr als unglücklich anstellte.
"Wir haben uns einfach komplett dumm angestellt. Das war insgesamt zu wenig," analysierte Kapitän Marco Reus im Anschluss an die Pleite schonungslos. Der selbsternannte Meisterkandidat muss sich zusammenreißen. "Die Mannschaft weiß, dass sie etwas gutzumachen hat," unterstreicht auch Watzke. Und zwar schnell.

BVB-Hintermannschaft gegen Leverkusen gefordert

Besonders, da am 4. Spieltag mit Bayer Leverkusen (Samstag 15:30 im Liveticker bei Eurosport.de) eine der offensivstärksten Mannschaften der Liga wartet. Ein richtungsweisendes Heimspiel, in dem der BVB punkten muss, um nicht früh den Anschluss an RB Leipzig (9 Punkte) und den FC Bayern (7 Punkte) zu verlieren.
Dass während der Länderspielpause auch die leidigen und altbekannten Verletzungssorgen in die BVB-Defensive zurückkehrten, macht die Sache für Favre nicht einfacher.
Sowohl Akanji (Bänder-Teilriss im Sprunggelenk) als auch Nico Schulz (Teilriss eines Bandes in der Fußwurzel) kehrten frühzeitig von ihren Nationalteams zurück. Zwar gab sich Sportdirektor Michael Zorc gegenüber dem "kicker" optimistisch ("Ich glaube, dass die Verletzungen nicht so schwerwiegend sind"), der Einsatz der beiden Verteidiger steht jedoch auf der Kippe.
Sollten beide ausfallen, muss Favre puzzeln. Achraf Hakimi dürfte Schulz ersetzen, soviel steht fest. Bereits in Berlin erhielt der Marokkaner den Vorzug vor dem Neuzugang, auch wenn er sich nicht gerade empfehlen konnte.

Viele Fragzeichen: Muss Favre umbauen?

In der Innenverteidigung gestaltet sich die Lage dagegen etwas schwieriger. Die nominell in Frage kommenden Dan-Axel Zagadou (20) und Leonardo Balerdi (20) sind quasi ohne Spielpraxis. Letzterer wird zudem frühestens am Mittwoch von der argentinischen Nationalmannschaft zurückerwartet.
Höchstwahrscheinlich wird Julian Weigl also von der Sechs eine Position nach hinten rücken. Bereits im Test gegen Energie Cottbus lief der 24-Jährige neben Hummels auf.
Allerdings würde sich Favre damit eines Fixpunktes in der Zentrale berauben, zumal auch für Regisseur Axel Witsel (Muskelfaserriss im Adduktorenbereich) die Partie noch auf der Kippe steht. Immerhin: Der Belgier absolvierte am Dienstag große Teile des Mannschaftstrainigs und hofft auf ein Comeback am Wochenende.
Probleme, die Favre nicht brauchen kann - die er aber lösen muss. Besonders im Hinblick auf die kommenden Wochen.
Denn nach Leverkusen warten mit dem FC Barcelona in der Champions League (17.09.) und dem Auswärtsspiel in der Bundesliga bei Eintracht Frankfurt (22.09.) weitere schwere Aufgaben.
Die alten Schwächen müssen dann behoben sein - sonst wird es schwer mit den neuen Zielen.
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