BVB - Bayern: FCB bestraft Dortmunds Ängstlichkeit
Der FC Bayern München gewinnt das Topspiel bei Borussia Dortmund mit 1:0 (1:0) und steuert auf die achte Meisterschaft in Serie zu. Dem BVB wird dabei eine schwache Viertelstunde vor der Halbzeit zum Verhängnis, die Joshua Kimmich mit einem absoluten Traumtor bestraft. Dortmunds Hoffnungsträger Erling Haaland erwischt einen gebrauchten Tag, der in einer Verletzung gipfelt. Was uns auffiel.
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1. Bayern bestraft Dortmunds Ängstlichkeit
"Ein schlechtes Spiel", da waren sich Spieler und Trainer von Borussia Dortmund einig, habe man beim 0:1 gegen den FC Bayern München nicht gemacht. "Wir hatten einige Chancen. An einem anderen Tag hätten wir vielleicht zwei Tore geschossen. Wir hatten die Mentalität", befand der eingewechselte Emre Can.
Worauf aber kein Dortmunder nach Abpfiff an den Mikrofonen des übertragenden Senders "Sky" einging, war die seltsame Rückzugsaktion des Tabellenzweiten, die in der 30. Minute begann und bis zur Halbzeit anhielt. Es war kein Zufall, dass genau in dieser Phase das Tor des Tages fiel.
Der BVB begann mutig, hatte nach gerade einmal einer Minute die erste Chance durch Erling Haaland, der nach einem etwas unkonventionellen Befreiungsschlag von Manuel Neuer an den Ball kam, den Keeper aus 16 Metern tunnelte und beinahe die Blitzführung erzielt hätte. Jérôme Boateng klärte jedoch auf der Linie. Auch die folgenden Minuten gehörten dem BVB, der den Tabellenführer teilweise hinten einschnürte, seine Aktionen aber nicht konsequent zuende spielte.
Eine Viertelstunde vor dem Halbzeitpfiff zog sich die Mannschaft von Lucien Favre dann ohne Not weit zurück und überließ den Bayern das Mittelfeld. Der Tabellenführer rückte auf und drückte die Dortmunder in den eigenen Strafraum. Joshua Kimmich bestrafte die plötzlich ängstliche Borussia letztlich sehenswert, überlupfte Roman Bürki aus 17 Metern (43.).
"Die ersten 30 Minuten waren gut, dann standen wir etwas zu tief", erkannte auch Favre und wies sein Team in der Halbzeit offenbar auch darauf hin. Nach dem Seitenwechsel agierte der BVB nämlich wieder deutlich weiter vorne und war um mehr Ballbesitz bemüht.
Es war kein schlechtes Spiel vom BVB, keineswegs. Aber es hatte eben schlechte 15 Minuten.
2. Kimmich macht alles richtig
Sein Schrei nach dem Schlusspfiff wäre wohl auch bei vollem Haus im gespenstigen Signal Iduna Park über den ganzen Platz zu hören gewesen. "Ich habe mich extrem gefreut, das hat man gesehen", erklärte Joshua Kimmich seinen Gefühlsausbruch nach Spielende am Spielfeldrand.
Nicht nur, weil er den FC Bayern mit seinem zauberhaften Lupfer zum Dreier im wichtigsten Spiel der Rückrunde und damit mutmaßlich zur achten Meisterschaft in Serie geschossen hatte: Der Nationalspieler war der Mann des Spiels. Kimmich stopfte unermüdlich Löcher im Mittelfeld, legte mit 13,7 km Laufleistung einen Saison-Höchstwert hin. Zudem war er fast unüberwindbar im Zweikampf, hatte mit 109 Ballaktionen die meisten auf dem Feld und dirigierte seine Vorderleute im Stile eines Anführers.
"Auf der Position, die er im defensiven Mittelfeld spielt, kann er seine Qualitäten perfekt einsetzen", schwärmte Trainer Hans-Dieter Flick. Ob er, wie von Karl-Heinz Rummenigge prophezeit, eines Tages Kapitän des deutschen Rekordmeisters wird, darauf wollte sich der Trainer nicht festlegen: "Seine Entwicklung ist klasse, was die Zukunft bringt, wird man sehen. Er gibt immer 100 Prozent und das ist einfach schön."
"Einfach schön" - so kann man Kimmichs Auftritt im Topspiel durchaus zusammenfassen. Seine sensationelle Laufleistung erklärte der 25-Jährige übrigens schelmisch: "Mit den Fans im Rücken geht das schon ..."
3. Bayern nimmt Haaland aus dem Spiel
Erling Haaland ist ein Unterschiedspieler für den BVB - da gibt es keine zwei Meinungen. Im Topspiel gegen den FC Bayern war er genau das aber nicht - auch da: keine zwei Meinungen.
Haaland erwischte einen gebrauchten Tag, was einerseits an einer Verletzung lag, die er sich in der zweiten Halbzeit zuzog, andererseits am souveränen Innenverteidiger-Pärchen der Münchner, an dem sich der Norweger bis zu seiner verletzungsbedingten Auswechslung in der 73. Spielminute aufrieb. Boateng und David Alaba nahmen Dortmunds Topstürmer in die Mangel, ließen ihn nicht zur Entfaltung kommen.
Der BVB schaffte es nur selten, den treffsichersten Stürmer der Rückrunde (zehn Tore) spielerisch einzubinden. Seine einzigen beiden Torabschlüsse, zugegebenermaßen vielversprechende, vereitelte jeweils Boateng. In der ersten Minute klärend als für den bereits geschlagenen Neuer auf der Linie, in der 59. Minute am Boden liegend, unabsichtlich mit dem Ellenbogen zum Eckball ins Toraus.
"Wir wollten vorne pressen und haben eigentlich mit langen Bällen der Dortmunder gerechnet. Gerade mit der Kante da vorne drin haben wir gedacht, dass sie ihn suchen", wunderte sich Kimmich über die Dortmunder Spielanlage. Der BVB setzte jedoch eher auf flache Kombinationen, die Haaland meist nicht erreichten und wenn doch, vertändelte der 19-Jährige oft zu billig.
Es passte ins Bild, dass Haaland das Spielfeld vorzeitig humpelnd verlassen musste. Wie schlimm seine Verletzung genau ist, werden Untersuchungen in den kommenden Tagen zeigen. Die Enttäuschung war ihm jedenfalls ins Gesicht geschrieben, als er die letzten 20 Minuten aus dem Kabinengang beobachtete - mit Mundschutz, versteht sich.
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